Presse

9. Chiemgauer Tourismustag war voller Erfolg

Starke Referentinnen zum Thema Airbnb und Service-Kultur


29. November 2017

Die zentralen Themen Digitalisierung, Servicekultur und Gastfreundschaft prägten den 9. Chiemgauer Tourismustag, zu dem sich rund 200 Angehörige der Tourismusfamilie auf Einladung von Chiemgau Tourismus e.V. im Kloster Seeon trafen. Sowohl Erster Vorsitzender Landrat Siegfried Walch als auch Geschäftsführer Stephan Semmelmayr (Foto) betonten zum Auftakt des Abends, wie wichtig es für die Zukunftsfähigkeit der Region sei, die ohnehin unaufhaltsame Digitalisierung gemeinsam mit den Gastgebern im Chiemgau professionell zu gestalten. Mit 4,1 Millionen Übernachtungen und sechs Millionen Tagesgästen sei die Region nach wie vor ein beliebtes und attraktives Ziel, und im Vergleich zu anderen bayerischen Regionen blieben die Gäste im Chiemgau durchschnittlich sehr lange - nämlich 4,1 Tage. Dafür sei in hohem Maße die sprichwörtliche Gastfreundschaft verantwortlich. Neben der Unterstützung der Gastgeber bei der Digitalisierung sei es laut Semmelmayr eine weitere wichtige Aufgabe, den Schwund von Gästebetten aufzuhalten, die bestehenden Übernachtungsbetriebe zu stärken und neue zu gewinnen. Mit der Kampagne "Gesichter der Gastfreundschaft", bei der Chiemgau Tourismus im vergangenen Sommer zehn Persönlichkeiten aus dem Tourismus in der regionalen Tagespresse vorgestellt hat, will der Verband das Ansehen der Vermieterinnen und Vermieter in der Öffentlichkeit positiv beeinflussen und gleichzeitig den Gastgebern Ideen und Inspiration bieten. Weitere Schritte der Kampagne werden im kommenden Jahr folgen. Die Vision des Verbandes ist es nach Worten von Stephan Semmelmayr, "im Jahr 2030 ein optimal auf die Bedürfnisse der Tourismustreibenden abgestimmtes Dienstleistungsunternehmen zu sein und mit seinen Aktivitäten Standards in der Branche zu setzen".

Referentinnen setzten starke Akzente

Baumhäuser sind nach Angaben von Carola Klampt, Market Managerin für Süddeutschland bei Airbnb, besonders beliebt bei Nutzern der trendigen Buchungsplattform. Nach ihrer Einschätzung liegt im Chiemgau noch großes Potenzial, und "wer noch von seinen Kindern ein Baumhaus im Garten hat", solle sich überlegen, ob er es nicht über Airbnb vermietet. Ein Vorteil für Gastgeber sei neben der kostenlosen Registrierung auch die Zwei-Wege-Bewertung, die das Portal ermögliche. So könne nicht nur der Gast den Gastgeber bewerten, sondern auch andersherum.

Das zentrale Stichwort von Sabine Hübner, der Hauptrednerin des Abends, war der Begriff "Begegnungsqualität". Die Unternehmensberaterin,  Autorin und Hochschuldozentin hat als Kind ihre Großmutter als äußerst kundenorientiert wahrgenommen, denn diese wusste exakt, welcher Gast ihrer Pension das Ei nach wie vielen Minuten haben wollte. Von den verschiedenen Aspekten des Service sei es in erster Linie die Qualität der Begegnungen, die einem Gast in Erinnerung bleiben, sagt die Service-Expertin. Ein nicht durchgebratenes Steak verzeihe der Gast eher als mangelnde Servicekultur.

Zahlreiche Gäste des Tourismustages nutzten die Gelegenheit, um sich im Foyer des Klosters beispielsweise über touristische Angebote der Region zu informieren und sich mit anderen Mitgliedern der Tourismusfamilie zu vernetzen. Semmelmayr zeigte sich mit dem Verlauf des Abends sehr zufrieden: "Die Besucherzahl und die Reaktionen der Gäste zeigen uns, dass wir die richtigen Themen besetzt haben. Wir freuen uns heute schon auf den 10. Tourismustag im nächsten Jahr. Für das Jubiläum werden wir uns etwas Besonderes einfallen lassen", kündigte der Geschäftsführer an.

Claudia Kreier

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