Fertig gebackene, goldgelbe Kipferl mit Zuckerummantelung auf einem Backblech liegend.

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Das
Plätzchenrezept
- über die Schulter geblickt

Die Weihnachtsdekoration hängt, Weihnachtslieder klingen aus dem Radio durch die Küche, draußen ist es schon so richtig kalt geworden: Alle Grundvoraussetzungen um Platzerl zu backen sind also erfüllt. Vom Wort zur Tat: Schürze umgebunden und los geht es! Es gibt eine Sorte Platzerl, die darf unter gar keinen Umständen zur Weihnachtszeit fehlen! Das Vanillekipferl – quasi das „Urplatzerl“ von Weihnachten.


Bevor es nun ans Rezept geht, stellt sich doch die Frage: Woher kommt das wichtigste aller Weihnachtsplatzerl? Eines steht fest. Es ist ein traditionelles deutsch-österreichisch-böhmisches Weihnachtsgebäck in Kipferlform. Die böhmische Küche kommt aus dem Gebiet der Tschechischen Republik und ist mit der österreichischen und bayerischen Küche eng verwandt. Das Vanillekipferl wurde also im Herzen Europas geboren. Das war es nun aber auch schon mit den geographischen Fakten. 

Die Kipferlform selbst schreiben sich die Österreicher auf die Fahnen. Genauer, die österreichischen Bäcker. So sollen Wiener Bäcker im Jahre 1683 türkische Eindringlinge, die einen Tunnel nach Wien graben wollten, auf frischer Tat ertappt haben – da sie ja nachts arbeiteten und das Schlagen der Hämmer hörten. So wurde auch der zweite (und letzte) Eroberungsversuch der Türken vereitelt. Zur Feier ihrer Heldentat backten die Bäcker fortan Platzerl (und Frühstückskipferln) in Halbmondform. 

Geriebene Mandeln verleihen den Kipferln ihren typisch nussigen Geschmack.

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Aus Mehl, Zucker und Butter wird ein Mürbeteig hergestellt, zu dem sich auch gemahlene Mandeln gesellen.

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Sobald das Kipferl fertig gebacken ist, wird es im noch warmen Zustand in Puder- und Vanillezucker gewälzt.

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Wie kommt nun aber die Vanille ins Vanillekipferl. Aufmerksame Leser des Rezeptes werden merken: Gar nicht! Huch, was ist da passiert? Keine Sorge – das ist schon alles richtig so. Denn die echte Vanille aus Madagaskar ist teuer. Aber auch zu Großmutters Zeiten konnte sich kaum jemand echte Vanille leisten. Wie gut, dass es dem Chemikern Wilhelm Haarmann und Ferdinand Tiemann 1874 gelang, das Vanillin – der wichtigste Aromastoff der Vanille – künstlich herzustellen. Seither kennt der Siegeszug der Vanillekipferl keine Grenzen mehr. 

Wie schon erwähnt, ist die Geschichte des Kipferls umstritten. Eines ist aber sicher: Das Vanillekipferl schmeckt am besten, wenn es draußen geschneit hat. Also ran an den Teig!

 

Fertig gebackene, goldgelbe Kipferl mit Zuckerummantelung auf einem Backblech liegend.

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Rezept für circa 40 goldene Vanillekipferln


  • 500 g Mehl
  • 160 g Puderzucker
  • 400 g Butter
  • 200 g Mandeln, gerieben
  • 2 Packungen Vanillezucker

1. Mehl, Puderzucker, Vanillezucker, in Stücke geschnittene Butter und die  geriebenen Mandeln (oder Walnüsse) zu einem Teig verarbeiten. Diesen eine Stunde in Folie gewickelt in den Kühlschrank legen.

2. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, auf einer bemehlten Arbeitsfläche eine Rolle formen (mit rund 3 bis 4 cm Durchmesser) und aus dieser Rolle rund 1 bis 1,5 Zentimeter dicke Scheiben abschneiden. Diese Scheiben zu Kipferl formen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech bei 175°C für rund 12 bis 15 Minuten (Umluft) goldgelb backen.

3. Die noch warmen Kipferl in einer Mischung aus Puderzucker & Vanillezucker wälzen und danach vollständig abkühlen lassen.

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