Die Chiemgauer Otto Lannger und Alfons Egger riefen das Skimuseum Reit im Winkl im Jahr 2002 ins Leben.

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Das Skimuseum
Reit im Winkl
Nach Japan für ein Paar Ski

Wie viel alte Ski hast du im Keller? Ein Paar? Zwei Paar? Vielleicht sogar drei? Im Skimuseum Reit im Winkl stehen über 2.000 Exemplare aus der ganzen Welt, zusammengetragen von zwei leidenschaftlichen Sammlern. Ein besonderes Highlight: ein Ski mit echtem Leopardenfellüberzug.

Zwei Bayern und ihre Bretterliebe


Die beiden Chiemgauer Otto Langer und Alfons Egger sind beide von Skiern fasziniert. Jahrelang horteten sie in ihren Kellern alte Modelle und Unikate. Als sie sich kennenlernten, war das erst einmal ein großes Hallo. Bald kam ihnen die Idee, ihre Schätze der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So wurde 2002 das Skimuseum in Reit im Winkl ins Leben gerufen. Damals waren es einige Hundert Modelle, mittelweilen zieren über 2.000 Skier aus Holz, Metall und Kunststoff die Wände des Museums. So manche Rarität holten die Zwei nach Bayern, kein Weg ist ihnen zu weit. Der Wettkampfski von Skilegende und Olympiasieger Toni Sailer gehört genauso zur Sammlung wie ein Paar Skier aus Fernost. "Otto jagte einem Modell damals bis nach Japan hinterher“, erinnert sich Alfons Egger lachend. „Er ließ sich nicht mal davon abhalten, dass er kein Auto besaß.“ Otto Langer stieg einfach mit den frisch erworbenen Skiern in die öffentlichen Verkehrsmittel und brachte seinen Schatz nach Hause.

Die Skier der Kaiserin


Ein wahres Prachtstück der Sammlung: Skier, überzogen mit echtem Leopardenfell, einer vergoldeten Bindung und dazu die passenden Leopardenskistiefel. Du fragst dich, wer so was braucht? Die persische Kaiserin Farah Diba ließ das Modell für ihren Urlaub im Schweizer Nobelskiort St. Moritz maßanfertigen. Übrigens: Im Reit im Winkler Skimuseum ist Anfassen ausdrücklich erlaubt, die Leoparden-Ski genauso wie die schweren Monoski oder die Kinderski aus Kasachstan. „Bei uns steht nichts hinter Glas und die Halterungen der Skier sind absichtlich elastisch. Damit ist es den Besuchern möglich die Skier anzugreifen und herauszunehmen. So spürt man, wie schwer oder leicht manch Exemplar ist“, sagt Alfons Dorner.

 

Eine Besonderheit im Skimuseum Reit im Winkl: die Leopardenskistiefel von der Kaiserin Farah Diba.

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Die ältesten gefundenen Skier sind rund 4.500 Jahre alt und wurden in Skandinavien gefunden.

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Wer hat’s erfunden?


Bei der Frage, wer das Skifahren eigentlich erfunden hat, gibt es keine eindeutigen Beweise. Russen, Norweger und Chinesen beanspruchen die Erfindung gleichermaßen für sich. Während man in Russland einen rund 8.000 Jahre alten Gegenstand geborgen hat, der unter Umständen eine Skispitze darstellt, finden sich in Norwegen und China 4.000 bis 10.000 Jahre alte Höhlenmalereien, die vermutlich Skifahrer skizzieren. Einen breiten wissenschaftlichen Fürspruch findet die Theorie, dass das Skifahren seinen Ursprung in Skandinavien hat. Die ältesten dort gefundenen Skier sind rund 4.500 Jahre alt. Es wird sogar vermutet, dass die Bezeichnung „Skandinavien“ auf „Skadi“, die Göttin der Jagd und des Skilaufs, zurückgeht. In Zeiten, als bärenstarke Nordmänner noch mit Lanze und Axt auf die Jagd gingen, war man auf Skiern klar im Vorteil. Vor allem, wenn das Wild bis zu den Knien im Schnee steckte. 

Mobil auf Ski


Die Chiemgauer nutzten die Skier seit Ende des 19. Jahrhunderts, nicht zum Jagen – wie man im Skimuseum Reit im Winkl erfährt – sondern vorwiegend als Fortbewegungsmittel. Damals war Reit im Winkl nämlich jeden Winter von der Außenwelt abgeschnitten, deswegen auch der Spitzname „Bayerisches Sibirien“. Inspiriert von Fridtjof Wedel-Jarlsberg Nansens Grönland-Expedition, bauten sich findige Dorfbewohner von Reit im Winkl Skier und machten sich auf übers Gebirge. Förster, Postboten, Ärzte und Zöllner, alle machten es nach.

Skigeschichten geben Sammler Otto Langer und Alfons Egger oder ihre ebenso skibegeisterten Mitarbeiter Franz Höflinger und Alfons Dorner sehr gerne an ihre Besucher weiter.

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Grenzenloses Skifahren


Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich das Skifahren schrittweise zum Volkssport. Soldaten der Gebirgstruppe gründeten 1921 einen Wintersportverein und organisierten Wettkämpfe. Die Winklmoos-Alm wurden zum beliebten Skiparadies für Tourengeher. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute man die ersten Lifte, und seit den 1970er Jahren ist mit der Anknüpfung der beiden Skigebiete Steinplatte und Winklmoos-Alm grenzüberschreitendes Skifahren in Reit im Winkl möglich.

Über 2000 Skier aus Holz, Metall und Kunststoff zieren die Wände des Skimuseums Reit im Winkl.

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Skischätze des Chiemgaus


Wenn du dich also fürs Skifahren begeisterst, wirst Du dieses Museum lieben. Otto Langer und Alfons Egger erwarten dich und freuen sich über viele Fragen. Zu finden sind die Skischätze des Chiemgaus beim Schulweg 1 in Reit im Winkl. Das Skimuseum hat im Winter am Dienstag, Mittwoch und Freitag von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Im Sommer am Dienstag und Donnerstag ebenfalls von 15 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist mit der Reit im Winkl inclusive Card kostenlos.

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