Training der Biathleten in der Chiemgau Arena in Ruhpolding

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Der Tag vor
dem Wettkampf
in der Chiemgau Arena
Biathlon in Ruhpolding ist etwas ganz Besonderes - auch für Trainer und Athleten

Stöcke in den Schnee, Gewicht auf ein Bein, abstoßen – gleiten. So fließend sind die Bewegungen, so leicht sieht es aus, wenn die Athleten in der Loipe trainieren. Elegant und vermeintlich ohne Anstrengung - so ziehen die Profis ihre Runden. Neben der Loipe zeigt sich ein anderes Bild. Lachende Sportler, die gut gelaunt miteinander reden und gestikulieren. Die Langlaufskier werden gemeinsam inspiziert. Von Wettkampf-Stimmung und Konkurrenz-Denken ist hier keine Spur. Dann ändert sich die Atmosphäre. Die Sportler skaten zum Schießstand und ziehen sich das Gewehr mit geübtem Schwung vom Rücken. Volle Konzentration: Das Gewehr liegt an Wange und Schulter an. In regelmäßigen Abständen wird der Atem kontrolliert in kleinen Wölkchen ausgestoßen. Ein zielgerichteter Blick durch das Fernrohr. Schuss. Getroffen! Die schwarze Zielscheibe wird weiß.

Biathletin beim Schießstand in Ruhpolding

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Athletin in der Chiemgau Arena am Schießstand

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Trainer und ihre Schützlinge am Schießstand in Ruhpolding

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Jedem Biathleten sein Training


Einige Athleten schießen im Stehen. Das Becken leicht nach vorne geneigt, Ellbogen auf die Hüfte gestützt. Zielen, Atempause, Schuss! Nachladen, kurze Pause, Schuss! Es klingt wie ein Feuerwerk. Nach dem Schießen kehren die Athleten zu ihren Trainern zurück, die die Schüsse ihrer Schützlinge durch ein Fernrohr beobachtet und ihnen die jeweiligen Treffer zugerufen haben. Einige Biathleten drehen auf Anweisung ihrer Trainer an der Einstellung der Gewehre, um das Zielfernrohr den Windverhältnissen anzupassen. Es ist ein Kommen und Gehen vor dem Schießstand – wie auf einem Ameisenhaufen. Die Athleten drehen ihre Runde in der Loipe, dann wieder steuern sie auf den Schießstand zu. Jeder Sportler scheint seinen eigenen Ablauf zu haben, an dem er kontinuierlich arbeitet.

 

Die Trainer beobachten die Treffsicherheit durch das Fernrohr.

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Die Österreicher trainieren mit ihrem Cheftrainer Reinhard Gösweiner öfter in der Chiemgau Arena

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Ruhpoldings Fähnchen im Wind und Schüsse ins Schwarze


Der Schießstand in Ruhpolding ist eine topographische Besonderheit. Der Zulauf geht hier leicht bergab. Dadurch verringert sich der Puls der Athleten und sie erreichen ruhiger den Schießstand. Das erleichtert den begehrten Schuss ins Schwarze. Während jedem Nationalteam beim Training ein Schießstand zugeteilt wird, gibt es diese Gleichberechtigung beim Wettkampf nicht. Bei einem Rennen sind die Plätze eins bis 15 für liegende Schüsse und die begehrteren Plätze 16 bis 30 für stehende Schüsse reserviert. „Die Windfahnen (Fahnen, die die Windrichtung und -stärke anzeigen, Anm. d. Red.) sind hier schwer einzuschätzen“, hört man den österreichischen Cheftrainer Reinhard Gösweiner zu seinen Schützlingen sagen. Der deutsche Nationaltrainer Gerald Hönig einige Meter weiter hat da gut lachen. Favoritin Laura Dahlmeier hat gerade fünf Mal ins Schwarze getroffen, wie er ihr freudestrahlend zuruft. Das Schießen ist perfektioniert, also weiter mit dem Langlauftraining auf der Strecke. Auch da hat Ruhpolding einiges zu bieten.

 

Favoritin Laura Dahlmeier beim Biathlon Weltcup in Ruhpolding

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Profis bei der Ski Test Area in der Chiemgau Arena

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Loipen für Langlauf-Profis: Steil bergauf, rasant bergab


Das Streckenprofil in Ruhpolding hat es in sich. Die Loipen sind teilweise sehr steil und beinhalten viele Aufstiege und Abfahrten. Bergauf ist das natürlich sehr anspruchsvoll, bergab allerdings können die Profis richtig Tempo machen! Bei den Athleten sieht das von der Tribüne neben dem Steilhang ganz leicht aus. Sie meistern die Steigung in Nullkommanichts und kommen dabei noch nicht mal außer Atem. An der Steigungskante angekommen, gehen die Sportler in die Hocke und versuchen so viel an Geschwindigkeit aufzunehmen, wie auf den schmalen Langlaufskiern möglich. Für Laien wäre die Abfahrt eine ziemlich wackelige Angelegenheit. 

Langlaufski und Wachs: Die richtige Kombination macht’s


In der eigens angelegten „Ski Test Area“ hinter dem Stadion laufen die Athleten immer wieder die Steigung rauf und fahren meist zu zweit nebeneinander die Loipe runter. „Wir testen hier die richtige Kombination aus Ski und Wachs für den heutigen Schnee“, verrät Anders Magnus Bratli, ein Norweger, der jetzt die die tschechische Nationalmannschaft coacht. Sechs bis acht Ski-Paare nimmt ein Athlet zum Biathlon mit. In der Praxis werden die Skier je nach Schneebeschaffenheit getauscht und für den Wettkampf präpariert. Die Stimmung ist gut, freundlich wie das Wetter. Auch der Coach findet: „Ruhpolding ist ein wunderschöner Ort mit netten Leuten.“ 

Die Ski Test Area in Ruhpolding ist am Tag vor dem Wettkampf sehr gefragt.

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Die Sohne strahlt über der Chiemgau Arena in Ruhpolding

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Die Ski Test Area ist der richtige Ort, um sechs bis acht Skipaare pro Athleten zu testen.

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Der tschechische Coach Anders Bratli

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Die italienischen Skitechniker Giacomo und Christian

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Skitechniker Giacomo in seiner Box beim präparieren der Langlaufskier

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Skipolierung mit dem italienischen Skitechniker Giacomo.

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Perfekter Schnee für die Wachs-Profis


Perfekte Bedingungen“, freuen sich da auch die Skitechniker in ihren Boxen an der „Ski Test Area“. Es riecht nach warmen Wachs. Christian und Giacomo aus Italien lassen sich beim Wachsen der Ski über die Schulter blicken – aber nur ein bisschen. Schließlich sind das richtige Wachs und die entsprechende Dosis das Geheimnis eines jeden Teams. Die beiden sprühen vorsichtig flüssiges Wachs auf die Skier und polieren die Unebenheiten nach einer kurzen Trockenzeit aus. Es gibt die verschiedensten Arten von Wachs: für kalten und warmen, neuen und alten Schnee. „Der Schnee hat minus sieben Grad Celsius und 20 Prozent Luftfeuchtigkeit. Das ist perfekt für unser rotes Medium-Wachs“, freuen sich die Skitechniker. Überhaupt finden sie es hier „magnifico“, also großartig. Das moderne Stadion gefällt den Italienern dabei besonders gut. 

Das besondere Biathlon-Erlebnis im Chiemgau


Am Schießstand ist der österreichische Trainer noch immer vom Schießtraining völlig eingenommen. „Das Publikum ist sehr nahe, da muss man sich darauf einstellen, das kann schon Druck auf die Sportler ausüben“, mahnt Reinhard Gösweiner seine Schützlinge. Das ist das Tolle für die Zuschauer in Ruhpolding: Hier kommt man den Schützen so nahe wie sonst nirgendwo. Das und die entspannte Atmosphäre, die auch den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern geschuldet ist, machen den Biathlon-Weltcup in Ruhpolding für Athleten und Fans zu einem unvergesslichen Erlebnis.

 

Nachgefragt-BOX: Was ist eigentlich Biathlon?


Das Wort Biathlon stammt aus dem Lateinischen oder Griechischen und steht für „Zweifach-Kampf“. Die Wintersportart kombiniert den Skilanglauf und das Schießen. Geschossen wird mit den mindestens 3,5 Kilogramm schweren Kleinkalibergewehren aus einer Entfernung von 50 Metern auf fünf schwarze Metallscheiben. Verfehlt ein Schütze eine Scheibe, muss eine Strafrunde von 150 Metern gelaufen werden. Dafür benötigen Athleten rund 20 bis 30 Sekunden. Das entspricht ungefähr der Zeit, die ein Athlet braucht, um fünf treffsichere Schüsse abzugeben. Wird eine Strafrunde nicht gelaufen, setzt es eine Zeitstrafe von zwei Minuten. 

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