Die Haltung der Eisschnellläufer

© Chiemgau Tourismus e.V.

Eisschnelllauf
in Inzell – die Arena
der Profis
Die Max Aicher Arena ist eine Eishalle mit Geschichte, einzigartiger Architektur und besonders sportlicher Atmosphäre.

Die vier Sportler ziehen sich auf einer schmalen Bank am Rande der Eisbahn die Eisschnelllaufschuhe an. Sie betreten die Eisfläche – gar nicht so einfach auf den langen, scharfen Kufen. Der erste dehnt seine Oberschenkel, die anderen machen es ihm nach. Sie fokussieren ihren Blick auf die Bahn, gleichmäßig steigen kleine Atem-Wölkchen vor den Athleten auf. Die Arme werden beim Sprint zur wechselnd seitlich geschwenkt. Das ist die ideale Körperhaltung der Eisschnellläufer, um mit besonders viel Schwung in die Runde zu starten und das Gleichgewicht zu halten. Ein Zeichen des Trainers, und die Gruppe gleitet in erstaunlicher Geschwindigkeit über das Eis – von Null auf Hundert in wenigen Sekunden, würde es im Auto-Jargon wohl heißen. In der ersten Kurve legen die Sportler den linken Arm auf den Rücken, der rechte Arm vor dem Körper stabilisiert ihre Haltung. Bei langen Strecken verringern die Sportler so den Reibungswiderstand der Luft am Körper – für ein paar Kilometer pro Stunde mehr. Aber genau darauf kommt es beim Eisschnelllauf an. Auf der Geraden werden die einzelnen Züge auf den Eisschnelllaufschuhen länger und gleichmäßiger. Die Kunst oder Herausforderung ist es, möglichst lange auf einer Kufe zu gleiten, bevor die andere Kufe und damit das andere Bein belastet wird. Das geht nicht ohne entsprechende Körperspannung und Balance. Runde um Runde ziehen die Athleten. Bis zu 60 Kilometer pro Stunde erreichen sie im Sprint auf dem Eis. Das sind knapp 17 Meter pro Sekunde. 
 

Eisschnelllauf in Inzell

© Chiemgau Tourismus e.V.

Eisschnellläufer auf der Geraden

© Chiemgau Tourismus e.V.

Eisspezialisten auf geheimer Mission


In der Max Aicher Arena in Inzell herrschen hervorragende Eislauf-Bedingungen – nicht nur wegen des futuristisch anmutenden Dachs, das aufgrund seiner Bauweise jegliches Blendlicht verhindert. Auch das Eis ist perfekt, wobei der Aufbau ein Geheimnis des Stadionleiters bleibt. So viel verrät Hubert Kreutz aber: „Die Eisschicht auf der Rennstrecke ist drei Zentimeter dick. Die Kunst ist es, Eis zu produzieren, auf dem die Läufer besonders hohe Geschwindigkeiten erreichen können. Diese Art von Eis stellen die Eisspezialisten bei einer Temperatur von minus sieben bis minus acht Grad her.“ Ein weiterer Faktor zur Eis-Herstellung ist die Luftfeuchtigkeit, die über ein ausgeklügeltes Entfeuchtungssystem konstant bei 40 bis 50 Prozent gehalten wird. 
 

Eisspezialisten der Max Aicher Arena in Inzell

© Chiemgau Tourismus e.V.

Die Eismaschine glättet das Eis in der Max Aicher Arena in Inzell

© Chiemgau Tourismus e.V.

Eismeister der Max Aicher Arena

© Chiemgau Tourismus e.V.

Wie die Eislaufelite den Chiemgau entdeckte


Die natürlichen „Feinde“ des Kunsteises sind Schnee oder Regen – in der Max Aicher Arena sind sowohl Sportler als auch die Eisfläche davor geschützt. Das war nicht immer so: Bis 2009 gab es in Inzell keine geschlossene Halle. Wie der Ort im Chiemgau zu dieser Halle kam, liegt weit in der Geschichte zurück. Ende der 1950er-Jahre diente der Frillensee in Inzell als Bundestrainingsort für den Eisschnelllauf und bis 1963 auch als Austragungsort für die Deutschen Meisterschaften. Als einer der kältesten Seen Deutschlands friert dieser nämlich früh im Winter zu. In den 1960er-Jahren errichtete die Gemeinde Inzell zusammen mit dem Deutschen Eisschnelllauf-Club Frillensee ein Natureis- und später ein Kunsteisstadion. „Inzell war im Herbst der erste Ort Deutschlands, dessen Eisfläche für das Training öffnete. Schon in den 1980er-Jahren trainierte im Chiemgau die Eisschnelllauf-Elite der Welt“, erzählt Hubert. 2009 erfolgte der Spatenstich für die Errichtung der Max Aicher Arena.
 

Historischer Rückblick auf den Eisschnelllauf in Inzell

© Chiemgau Tourismus e.V.

Siegertreppchen und Fotowand mit historischen Momenten der Max Aicher Arena

© Chiemgau Tourismus e.V.

Wie kommt die Max Aicher Arena zu ihrem Namen?


Die heutige Eishalle wurde von September 2009 bis März 2011 von der Firma Max Aicher Bau errichtet. Diese Baufirma übernahm nicht nur die Bauleitung, sondern sponserte auch einen Teil der Baukosten. Damit hat sich Max Aicher mit seiner gleichnamigen Unternehmensgruppe aus Freilassing den Namen Max Aicher Arena für die kommenden zwanzig Jahre gesichert. Davor war das Vorgänger-Stadion übrigens nach dem ehemaligen Inzeller Bürgermeister und Sportfunktionär Ludwig Schwabl benannt.

Einzeltraining in der Max Aicher Arena

© Chiemgau Tourismus e.V.

Früh übt sich


Die vier Athleten haben nun schon etliche Runden auf dem 400 Meter langen Eisring hinter sich gebracht, in Inzell ist es schon tiefdunkel. Die Gruppe hält nun vor der gepolsterten Streckenbegrenzung und streift dort die Kufenschoner über. Für den Trainer gibt es allerdings keine Pause. Eine junge Eisschnellläuferin wartet auf den Beginn ihres Trainings. Vorsichtig betritt sie das Eis und schnallt sich einen breiten Gürtel um die Hüfte, der Trainer bindet einen Strick daran. Beide setzen sich in Bewegung. In der Kurve drückt die Fliehkraft – auch Zentrifugalkraft – die Sportlerin nach außen. Mit Hilfe des Trainers, der in Richtung der Fliehkraft am Strick zieht, kann sich die Eisschnellläuferin in entgegengesetzte Richtung in die Kurve legen und verliert somit weniger Geschwindigkeit. Was nach einem harmonischen Zusammenspiel aussieht, ist harte Arbeit. In der Mitte der Eishalle spielen einige Kinder Eishockey, ungestört von dem Training der Profis. Aber immer wieder beobachten auch die Kleinen fasziniert die eleganten Bewegungen der Eisschnellläuferin. Wer weiß, vielleicht stecken in diesen Kindern die Eisschnellläufer von morgen?

 

Kindertraining auf dem Eis in der Max Aicher Arena

© Chiemgau Tourismus e.V.

Das Hockeyfeld der Max Aicher Arena

© Chiemgau Tourismus e.V.

Eine vielseitige Eis-Arena: von Motorradrennen bis zu Kampfsportarten


Zu sehen gibt es in der Max Aicher Arena neben Weltklasse-Athleten aber noch mehr. Ein Highlight in dieser Saison ist die Eisschnelllaufweltmeisterschaft von 7. bis 10. Februar 2019, wo tausende Zuseher ihre Idole anfeuern. Während der Icespeedway-Weltmeisterschaft im März liefern sich Sportler auf Motorrädern im Eisring ein Rennen. Im April findet sogar die Taekwon-Do Weltmeisterschaft in der Max Aicher Arena statt. In der Eishalle ist also immer etwas los und fast täglich hat man die Chance, Top-Athleten hautnah zu erleben oder persönlich kennenzulernen.
 

Die Max Aicher Arena sticht durch ihre außergewöhnliche Dachkonstruktion ins Auge.

© Chiemgau Tourismus e.V.

Nachgefragt-BOX: Kommende Veranstaltungen in der Max Aicher Arena

Eisschnelllauf-Termine


  • 7.2. bis 10.2.19    ISU World Single Distances Speed Skating Championships 2019
  • 16.2. bis 17.2.19    Internationales Rennen U23
  • 22.2. bis 24.2.19    Internationales Rennen    U23
  • 2.3. bis 3.3.19        Internationales Rennen Deutscher Junior Cup (DJC) 

 

Publikumslauf-Termine


täglich von Oktober 2018 bis Februar 2019 (ausgenommen Sonderveranstaltungen):  

  • 17:45 bis 19:15 Uhr    Eisschnelllauf – offenes Training
  • 14:00 bis 16:00 Uhr    Publikumslauf auf dem Hockeyfeld, vom 4.3. bis 8.3.19 auch von 10 bis 12 Uhr (außer Samstagvormittag) 

Publikumslauf auf der 400 Meter langen Eisschnelllaufbahn: 
Sonntag, 17.2., 24.2., 3.3. jeweils von 14 bis 16 Uhr

 

Weitere Termine


15.3. bis 17.3.19    Icespeedway Weltmeisterschaft

  • Freitag, 15.03. ab 13:00 Uhr Training 
  • Samstag, 16.03. ab 16:25 Rennen 
  • Sonntag, 17:03. ab 13:25 Rennen

24.4. bis 28.4.19    Taekwon-Do WM 2019

Die Max Aicher Arena bei Nacht

© Chiemgau Tourismus e.V.

Weitere G'schichten für deinen Winterurlaub im Chiemgau

Winterlandschaft auf der Winklmoosalm
© Chiemgau Tourismus e.V.

Winterwanderung zwischen Winklmoos und Wildalm


Ein Wintermärchen

Auf dieser Winterwanderung tauchen wir ins sonnenverwöhnte Winter-Wunderland unterhalb der Steinplatte ein – ganz ohne Skitrubel, Lawinengefahr oder konditionsraubende Schneeschuhe.


Erzähl mir mehr
Stefan Birmoser auf dem Rauschberg
© Sportalpen GmbH

Wanderwege Ruhpolding: geführte Touren mit Stefan Birmoser


Stefan Birmoser ist der wohl beste Guide um die schönsten Plätze beim Wandern im Chiemgau kennenzulernen. Seine Insider-Tipps lassen die Berge und Almen in der Gegend von Ruhpolding zu einem ganz besonderen Erlebnis werden.


Zu den Wander-Tipps
Volker Schwedler
© Chiemgau Tourismus e.V.

Als ich die Verfolgung des Wassers aufnahm


Quellen, Seen und Mineral im Ruhpoldinger Wasser-Mekka

Ruhpolding ist ein wahres Wasser-Mekka. Alles fließt - Flüsse, Bäche und Seen sind überall zu sehen. Dazu eine Quelle mit natürlichem Mineralwasser - was will man mehr?


Hin zum Wasser
Der neue Salinenpark
© Chiemgau Tourismus e.V.

Neue Visitenkarte für Traunstein


Wie ein kleiner Verein Großes schafft!

Ein großes Jubiläum, ein kleiner Verein und 400 Jahre Salzgeschichte - eine Erfolgsstory.


Zur Salzgeschichte
Eisschnelllauf in Inzell
© Chiemgau Tourismus e.V.

Eisschnelllauf in Inzell – die Arena der Profis


Die Max Aicher Arena ist eine Eishalle mit Geschichte, einzigartiger Architektur und besonders sportlicher Atmosphäre.

Die vier Sportler ziehen sich auf einer schmalen Bank am Rande der Eisbahn die Eisschnelllaufschuhe an. Sie betreten die Eisfläche ...


Erzähl mir mehr
Fans Biathlon 2019 Ruhpolding
© Chiemgau Tourismus e.V.

Mittendrin beim Biathlon 2019


Heute sind wir live dabei – beim Sprint der Männer über zehn Kilometer in der Chiemgau Arena.

Die Haltestelle des Shuttles zur Chiemgau Arena müssen wir nicht lange suchen. Schon von weitem stechen uns die vielen schwarz-rot-gold gekleideten Fans mit ihren Fahnen und Tröten ins Auge. Die Sonne scheint und der Schnee glitzert. Die Stimmung könnte nicht besser sein.


Zum Biathlon 2019