Ein Steg führt das blühende Moor in Inzell, der Himmel ist blau mit vereinzelt Quellwolken und die Berge sind im Hintergrund.

© Chiemgau Tourismus e.V.

Eine Mutter und ihr Sohn versuchen sich im Weitsprung mit einheimischen Tieren zu messen.

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Erlebnispfade mit Kindern
Im Chiemgau wird Wandern zum Abenteuer

Wanderurlaub mit Kindern? Wer von dieser Idee nicht gleich überzeugt ist, dem sei verraten: alles eine Frage der cleveren „Verkaufsstrategie“! Wer sagt, dass Familie Öttl heute zu einer Wanderung aufbricht? Aber nein, sie stürzt sich mitten in ein Abenteuer! Rumtoben, kreative Spiele spielen und Kunstwerke mit den Schätzen des Waldes gestalten. Damit hat man von Beginn an bessere Karten, dass es ein spannender Tag für die Kids und somit für die gesamte Familie wird. Die Region Chiemgau bietet für solch ein Vorhaben das ideale Setting. Sie verfügt nämlich über zahlreiche Themenwanderwege, welche speziell für Kinder ein absoluter „Bringer” sind. Die Jungfamilie darf sich an diesem sommerlichen Tag mit ihren beiden Söhnen live davon überzeugen. Da wird der Moorboden per Gießkanne analysiert, ein Labyrinth durchlaufen, mit Fuchs und Wildsau um die Wette gesprungen. Ameisen bewundert man im Insektenhotel und Baby-Enten am See.

Das „Moorbodenexperiment”: lernen per Gießkanne

Kaum hat Michi (5) die Gießkanne gesehen, läuft er auch schon los, um den Moorboden, dessen Längsschnitt man in einem Glaszylinder sieht, zu bewässern. Damit nicht alles daneben geht, assistiert Papa Stefan beim Gießen mit der randvoll gefüllten Eisenkanne. Gebannt starren die beiden Brüder auf das Sichtfenster und den Eimer, der darunter steht und das Wasser auffängt. In einem zweiten Zylinder befindet sich „normaler Boden” aus Steinen und Erde. Diesen darf nun der kleine Bruder Samuel (2) unter Wasser setzen. „Hey, Samuels Boden ist ja viel schneller!” ruft der Große geistesgegenwärtig. Die Eltern erklären ihm, warum das Wasser durch diesen rascher durchsickert. Details steuert die Infotafel bei. Torfmoose funktionieren typischerweise wie ein riesiger Badeschwamm. Bei Regen saugen sie sich voll und lassen das Wasser nur sehr langsam wieder abfließen. Erst eine Station gesehen, und schon so viel gelernt!

Eine Familie schaut in einen Glaszylinder, welcher mit Moorboden gefüllt ist. Vorher wurde Wasser reingeschüttet und jetzt beobachtet, wie schnell das Wasser versickert.

© Chiemgau Tourismus e.V.

Ein Vater schüttet Wasser mit einer Eisenkanne in einen Glaszylinder. Dieser ist mit Moorboden gefüllt. Der Sohn schaunt gespannt zu, wie schnell das Wasser versickert.

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Ein Steg führt das blühende Moor in Inzell, der Himmel ist blau mit vereinzelt Quellwolken und die Berge sind im Hintergrund.

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Eine Frau im orangen T-Shirt steht im Vordergrund. Im Hintergrund sieht man ein Moor und die Berge.

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Moor-Erlebnis-Pfad: eine runde Sache

Wir befinden uns in den 12.000 Jahre alten Inzeller Filzen, wo wir soeben den fünf Kilometer langen Rundweg namens „Moor-Erlebnis-Pfad” betreten haben. Für Familie Öttl ist es der Auftakt zu den Sommerferien. Die Söhne sind sichtlich motiviert, herumzutoben und zu experimentieren. Mama Christine blinzelt in die Sonne und atmet die frische Luft tief ein. Birken, Schilf und hohe Gräser verwöhnen das Auge.
Die 28 Stationen ziehen sich durch eine der letzten Moorlandschaften der Chiemgauer Alpen. Als natürlicher Wasserspeicher und Lebensraum vieler seltener Pflanzen und Tiere wurde das Moor vor einigen Jahren renaturiert. „Das geschah im Rahmen einer EU-Förderung”, erzählt Evelyn von Inzell-Tourismus, „dadurch konnte die wertvolle Moorlandschaft, die vom ehemaligen Torfabbau und von Entwässerung gezeichnet war, erhalten werden.”

Ein Paar hockt mit einem Jungen auf dem Waldboden. Der Junge sammelt Fichtenzapfen.

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Eine Familie hockt und steht vor einer großen Tafel. Darauf steht eine "Anleitung" zum Basteln von "Fichtenzapfen-Monstern". Auf dem Boden ist viel Rindenmulch und Fichtenzapfen.

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„Kunst im Moor”: das freundliche Fichtenzapfen-Monster

Bei der nächsten Station kommen die Künstler in den Jungs zum Vorschein. Sie schielen kurz auf die Tafel mit Fotos von Kunstwerken, die bereits andere Besucher hinterlassen haben: Lehmkugel-Männchen, Fichtenzapfen-Mandala, Baumgesicht und Windspiele aus Steinen, die von Ästen baumeln. Schon sind sie genügend inspiriert, um im Eiltempo ihr eigenes Zapfenmonster zu gestalten, das die nächsten Wanderer freundlich begrüßen wird.

Pubertierende Enten & Riesen-Libelle im Freiluftkino

Nach so viel kreativem Output gilt es, sich wieder ein wenig zu bewegen. Also spazieren wir in aller Gemütlichkeit in Richtung Libellen-Statue. Michi läuft konstant ein paar Meter voraus, um den Weg abzuchecken und stets die Kunde zu überbringen, wenn uns ein Radfahrer oder eine Läuferin entgegenkommt. Diese winken uns lächelnd zu, offenbar amüsiert darüber, dass hier ein kleiner „Pfadfinder” für Sicherheit am Moor-Erlebnis-Pfad sorgt. Die Grillen haben bereits Hochsaison. Ihr Zirpen begleitet uns bis zu unserem nächsten Ziel, der überdimensionierten Libelle aus Holz, die mitten im Moor thront und die wir von einer kleinen Plattform aus bestaunen können. Ihre lebendigen Ebenbilder wirken dagegen wie Miniaturen, sausen dafür aber im Sonnenlicht blau glitzernd mit 50 km/h über die Wasseroberfläche.
Den schwarzen Moorwasserteich haben auch ein paar Entenfamilien zu ihrem Zuhause erklärt. Als sie uns erblicken, schnattern sie eifrig drauflos. Familie Öttl nimmt auf der geschwungenen Holzbank Platz und beobachtet die Tiere, die in der Karawane ihre Runden durchs Schilf drehen. Samuel ist begeistert, als die Teenager unter den Enten plötzlich „Fangen spielen”. Die Rast im „Freiluftkino” nutzen die Buben, um sich mit Saft und Apfel zu stärken.

Im Inzeller Moor steht eine mannsgroße Libellenstatue aus Holz. Ein Vater und sein Sohn zeigen darauf.

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Am Moorwasserteich steht eine geschwungene Holzbank, auf der eine Familie mit zwei Söhnen Platz genommen hat.

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Ein Bub beobachtet die junge Ente im Frillensee.

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„Für Michi und Samuel sind Erlebniswege genau das Richtige. Unser Großer sucht immer die Action. Der Kleine ist eher ein Entdecker, beobachtet gerne Insekten und die kleinen Details im Wald.”

– Stefan Öttl

Wenn Insekten ins Hotel ziehen

Während wir noch auf der Libellen-Aussichtsplattform hüpfen, die wie ein Moorboden weich federt, macht sich Samuel bereits zielstrebig auf zum Insektenhotel. Immerhin liebt er die kleinen Lebewesen. Wir folgen ihm und versinken kurz darauf minutenlang in der stillen Beobachterrolle. Faszinierendes Treiben im Mikrokosmos. Ameisen werden ihrem Ruf als olympische Gewichtheber gerecht, Bienen summen in den angebohrten Rundhölzern und in den Nisthöhlen aus Schilfrohr. Marienkäfer machen es sich in der Holzwolle gemütlich.

Mit allen Sinnen am Bergwald-Erlebnispfad

Wer glaubt, die Jungs hätten sich nun genug ausgepowert, täuscht sich. Sie haben noch reichlich Kraftreserven. Also machen wir uns mit ihnen auf in Richtung Bergwald-Erlebnispfad, einem weiteren Themenweg, den die Chiemgauer Gemeinde Inzell im Repertoire hat. Wir starten beim Forsthaus Adlgaß und arbeiten uns Station für Station den Frillenseebach im angenehm schattigen Wald entlang. Auf der markierten Regattastrecke lassen Michi, Samuel und Stefan drei Äste, die mit ein bisschen Fantasie Schiffe darstellen, um die Wette fahren. Doch, siehe da – Christines Wettkampfboot überholt in der Strömung plötzlich alle! Der Champion heißt „Mama”.

Tierisch weit springen

Die Revanche lässt nicht lange auf sich warten. In der Sprunggrube ist der Augenblick der Wahrheit gekommen. Ist ein Weitsprungtalent à la Wildsau an einem verloren gegangen oder muss man sich doch eher damit begnügen, ein Marder zu sein? Mit ein bisschen elterlicher Hilfe bringen es die Jungs immerhin zum Fuchs. Während sich Papa Stefan beim Hasen einpendelt, geht der Sieg abermals an die langbeinige Mama, von nun an bekannt als „Wildsau Christine”. Unerreicht bleibt nur das Reh.

Eine Familie inspiziert ein großes Insektenhotel. Der Sohn sitzt auf dem Arm vom Vater.

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Drei untereinander angeordnete Holzschilder zeigen, dass die dahinterliegende "Sprungbahn" zum Ausprobieren ist. Ein Vater und seine Söhne stellen sich schon bereit dafür hin.

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Eine Mutter und ihr Sohn versuchen sich im Weitsprung mit einheimischen Tieren zu messen.

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Blick auf den Frillensee in Inzell, die Berge im Hintergrund spiegeln sich im Wasser, genauso wie der Wald rundherum.

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„Wir fahren im Urlaub gerne mit dem Wohnmobil zum Campen. Da suchen wir uns auch Gegenden, in denen es Themenpfade gibt, weil das mit den Buben einfach das Unterhaltsamste ist. Ein wenig Action muss sein.”

– Christine Öttl

Vom See ins Labyrinth

Kleine Athleten brauchen eine große Pause. Als wir den Ursprung des Baches, den Frillensee auf 922 Metern Seehöhe, erreichen, machen wir es uns am Steg bequem und packen unsere mitgebrachte Brotzeit aus. Die Buben mampfen zwar hungrig ihre Brote. Ihre Aufmerksamkeit gilt aber schon längst ihren nächsten tierischen Gefährten, den Fischen und Baby-Enten im See. Wäre das Wetter heute nicht so genial, fänden wir in der Schutzhütte direkt am Seeufer einen Unterstand – doch wir können uns zum Glück die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.
Gut gestärkt wagen wir den Eintritt ins Labyrinth aus grünen Hecken – angelehnt ans „Labyrinth von Chartres” mit 28 dem Mondzyklus entsprechenden Kehren. Wer durch die Gänge findet, nimmt in der Mitte auf dem geschnitzten Holzthron Platz und übt sich kurz in innerer Einkehr. Oder sprintet im Falle von Kindern sofort wieder hinaus, um möglichst einen neuen Zeitrekord im Hinein- und Hinauslaufen aufzustellen.
Moment mal? Sind wir heute wirklich etliche Kilometer gewandert, ohne dass einer der kleinen Outdoor-Helden ein einziges Mal gejammert hätte? Sind wir. Erlebnispfad sei Dank. Müde, aber glücklich verabschieden wir uns – nachdem wir uns noch am Autogrammstamm verewigt haben.

Blick auf den Frillensee in Inzell, die Berge im Hintergrund spiegeln sich im Wasser, genauso wie der Wald rundherum.

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Holzschilder welche beschreiben wie das Labyrinth aus Hecken funktioniert und welchen Sinn es hat.

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Tipp: Chiemgau Karte | Ruhpolding & Inzell nutzen!

Wer bei einem teilnehmenden Gastgeber übernachtet, erhält eine kostenlose Gästekarte, die Chiemgau Karte | Ruhpolding & Inzell. Diese enthält zahlreiche Ermäßigungen und Inklusiv-Angebote: Bergbahnfahrten, Schwimmbadeintritte, FußballGolf, Fahrradverleih und vieles mehr. Durch die Nutzung des kostenfreien Regionalverkehrs ist sogar ein auto- und damit stressfreier Urlaub möglich – die perfekte Anfahrtsmöglichkeit zu den diversen Themenwegen!

Themenwanderungen als Familien-Highlights im Chiemgau

Die Region Chiemgau wartet mit zahlreichen spannenden Themen- und Erlebniswanderungen auf. Speziell für Familien, die gerne wandern und gleichzeitig Kinder zu bespaßen haben, sind diese ein Urlaubs-Jackpot. Der Ausflug steht unter einem Motto und verspricht viele kleine Abenteuer. Man taucht intensiver in seine Urlaubsheimat ein, die Kids lösen knifflige Aufgaben und basteln mit Naturmaterialien.

Ein paar Inspirationen:

Wanderer auf dem Bergwald-Erlebnis-Pfad in Inzell im Chiemgau
© Chiemgau Tourismus e.V.

Wander G'schichten


Was macht wandern in der Region Chiemsee-Chiemgau so besonders? Das erfährst du in unseren G'schichten.


Zu deinem Wanderspaß
Der Höhepunkt der Erlebniswanderung in Inzell ist der idyllisch gelegene Frillensee.
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Erlebniswandern in Inzell


Springen wie Fuchs und Reh

„Wann zieht man schon die Schuhe aus und wühlt mit den Zehen im Rindenmulch?“, fragt Erlebnisprofi Sylvia, „Ich finde, das sollte man viel öfter tun!“ Stimmt eigentlich. Gedanken-Notiz für die nächste Wanderung: raus aus den Socken und rein in die Erde!


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