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Mein Versuch im Geocaching – Die Schnitzeljagd der besonderen Art

Datum: 5. September 2016 . Autor: Raphaela Jakob . Kategorie: Aktiv . Ausflugsziele . Tittmoning . Traunreut . Traunstein . Trostberg . Wandern
Geocaching – Eine Schnitzeljagd der besonderen Art
Raphaela Jakob

Viele haben es schon einmal gehört, die wenigsten tatsächlich ausprobiert: Geocaching. Im Chiemgau gibt es zahllose Möglichkeiten die Schnitzeljagd mit GPS-Gerät, Kompass oder Smartphone in Städten oder in der Natur zu machen. Deshalb mache ich mich auf den Weg, um dieses Mysterium Geocaching auszuprobieren. Mein Ziel: Die vier Städte des Chiemgaus – Tittmoning, Traunreut, Traunstein und Trostberg – und ihre Caches.

Geocaching – Eine Schnitzeljagd der besonderen Art

Geocaching Ausrüstung: App mit GPS und Kompass

Die richtige Ausrüstung

Bevor ich meine Tour beginne, packe ich die wichtigsten Utensilien eines Geocaching-Anfängers ein. Die sind dank Internet schnell klar: Mein internetfähiges Handy mit einer zuvor installierten, kostenlosen Geocaching-App (z.B. c:geo), einen Stift und Papier. Da ich über kein GPS-Gerät oder separaten Kompass verfüge, verlasse ich mich hier ganz auf mein Handy. Auch kontrollierte ich vor meinem Start die Region, in der ich gerne Geocachen würde: Sind dort überhaupt Caches (zu Deutsch: geheime Lager beziehungsweise Verstecke) vorhanden? Das mache ich direkt in der App, denn hier kann ich die Caches in einer Karte anzeigen lassen.
Perfekt, in allen vier Städten des Chiemgaus sind zahlreiche Caches vorhanden. Da ich kein Premium-Mitglied bin, schränkt sich meine Auswahl zwar etwas ein, aber bei der großen Anzahl an möglichen Schnitzeljagden finden sich auch schnell vier kostenlose. Es kann endlich losgehen.

Mein erster Stopp ist Tittmoning: Ein „Stadtcache Tittmoning“ verspricht einen Rundkurs durch die Stadt, begleitet von kleinen Beobachtungsaufgaben. Als Zeitaufwand nennt der Ersteller eine Stunde. Um den Cache zu finden, muss man die Werte der End-Koordinaten herausfinden. Diese sind der Schnittpunkt von Längen- und Breitengrad, also zum Beispiel N (North/Norden): 48°03.761 und E (East/Osten): 012°45.918.

Highlight-Tour durch Tittmoning Dank Geocaching

Geocaching – Eine Schnitzeljagd der besonderen Art

Am Stadtplatz in Tittmoning

Ich beginne also meine Tour an einem in der Cachebeschreibung vorgeschlagenen Parkplatz. Als erste Beobachtungsaufgabe muss ich nun eine bestimmte Hochwassermarke finden, die sich an einer Hausfassade nördlich des Platzes befindet. Zählt man die beiden Zahlen dieser Marke zusammen, erhält man die erste Zahl der Nord-Koordinaten. Die Hochwassermarke ist schnell gefunden und so geht die schrittweise Suche weiter – quer durch die Stadt und an den schönsten Ecken vorbei. Leider lässt mich meine Ortskenntnis etwas im Stich, weshalb ich trotz schöner Beschreibung des Geocache-Erstellers etwas länger als eine Stunde brauche, ehe ich alle zehn Aufgaben erfüllt habe. Nun geht es daran, die Zahlen in die Endkoordinaten, einzusetzen. Obwohl bislang alles gut funktioniert hat, scheint sich nun der Zahlenteufel eingeschlichen zu haben: Ich suche und suche und suche und finde trotz Endkoordinaten das Versteck nicht. Ein Blick in die App verrät mir, dass das Rätsel erst gestern von einem anderen Cacher gelöst wurde, denn er trug sich in das digitale Logbuch in der App – quasi das Gästebuch der Geocacher – ein. Wieder und wieder überprüfe ich meine Koordinaten, schaue unter nahegelegene Brücken, in Spalten eines verlassenen Bauernhauses und in die Kronen zweier Bäume. Systematisch erweitere ich meinen Suchradius. Vielleicht hatte ich mich bei einer der Zahlen geirrt und der Cache liegt in Wahrheit fünf Meter weiter? Nach einer weiteren Stunde Suchen gebe ich auf. Immerhin: mein Ehrgeiz ist geweckt. Tittmoning ich werde zurückkommen und den sehr kreativ gemachten Stadtcache lösen!

Traunreut lockt mit Spatz

Mit interessanten Informationen, die ich während des Caches über Tittmoning erfahren habe, gefüttert, fahre ich weiter nach Traunreut: Hier verheißt ein weiterer Cache eine spannende Spurensuche. In der Kurzbeschreibung von „Traunreuts größtem Spatz“ lese ich, dass dieser Rollstuhlgerecht und zu jeder Zeit erreichbar ist. Außerdem ist er auch für Kinder geeignet. Nach dem ich den ersten Cache nicht gefunden habe, vielleicht der ideale Ausgleich.

Wer sich in Traunreut etwas auskennt, ahnt vielleicht, um was sich der Cache drehen könnte: Um das bekannte Auto „Spatz“, der bis 1958 gebaut wurde. Mittels Geschichtswissen und einer kleinen Rechenaufgabe stehen die Koordinaten des Endpunkts schnell fest. Leider verlässt mich gerade als ich auf „Schatzsuche“ gehen möchte, der GPS-Empfang meines Handys… Mit einer Genauigkeit von 14 Metern (!!!) suche ich auch hier letztlich Ewigkeiten, bis ich den Cache endlich gefunden habe. Dem Tipp des Cache-Erstellers aus der App sei Dank, kann ich mich endlich zum ersten Mal in einem Logbuch verewigen. Jetzt bin ich schon ein bisschen stolz.

Erfolgserlebnis in Traunstein?

Mit gemischten Gefühlen fahre ich nach Traunstein: Würde ich beim dritten Cache des Tages mehr Glück haben? Bevor ich mich für einen entscheide, achte ich diesmal ganz genau auf die verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Ich wähle einen Cache mit der Stufe eins von fünf. Hier sollte es endlich klappen.

Auch dieser Cache führt mich an einen geschichtsträchtigen Ort: Das Empfinger Gütl. Nach einer interessanten Beobachtungsaufgabe habe ich die Koordinaten schnell zusammen und siehe da: nach nicht einmal 15 Minuten halte ich den Cache in meiner Hand. Mein zweiter Logbuch-Eintrag kann kommen. Das Geocaching-Fieber hat mich gepackt.

Tagesabschluss Trostberg

Geocaching – Eine Schnitzeljagd der besonderen Art

Suchen, suchen, suchen

Zum Abschluss meiner 4-Städte-Geocaching-Tour steht als letzte Station Trostberg auf meinem Programm. „Kriegsrelikte“ – so heißt der Cache – verrät eine spannende Suche zwischen Bunkern und Bahngleisen unweit des Stadtzentrums. Auch hier verrät eine kleine Rechenaufgabe die Endkoordinaten. Mehr wird an dieser Stelle allerdings nicht verraten….

Mein Fazit

Geocaching ist tatsächlich eine Schnitzeljagd der besonderen Art. Immer und überall verfügbar, lockt es mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Außerdem ist eine Besonderheit, dass es Fremde sind, die die gleiche Leidenschaft teilen. Jung und Alt kann Caches suchen, aber auch erstellen – und dafür ist nicht einmal eine aufwendige Ausrüstung notwendig: ein Handy mit GPS-Funktion reicht vollkommen aus.

Hochgern-Gipfel - Tipp für Geocaching – Eine Schnitzeljagd der besonderen Art
Tipp

Wer die moderne Schnitzeljagd in die Höhe verlegen möchte, kann zum Beispiel den Gipfel des Hochgerns erklimmen. Auf dem Weg dahin können bis zu fünf Caches entdeckt werden.


Datum: 5. September 2016 . Autor: Raphaela Jakob . Kategorie: Aktiv . Ausflugsziele . Tittmoning . Traunreut . Traunstein . Trostberg . Wandern
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2 Kommentare
  1. Kilian sagt:

    Hallo ich bin der Kilian, ich habe das trostberger Geocaching gefunden ohne GPS u. Ohne jeglichen Kompass . Meine Wachen Augen haben es entdeckt.

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