Wir suchen die schönsten G’schichten aus dem Chiemgau.

Teilen Sie Ihre Geschichte und schenken Sie ein Lächeln.
» zum Gast-Autor Formular

Sinnlich die Natur erleben mit Qigong

Sinnlich die Natur erleben im Chiemgau
Andrea Obele

Manchmal braucht es nur einen Schritt runter vom breiten Weg in die angrenzende Natur, um weg von der „Stressautobahn“ des Alltags zu kommen und sich ganz auf seine Energie einzulassen. Das jedenfalls ist die feste Überzeugung der Surbergerin Sigrun Thaler, die ihren Gästen die Führung „Natur erleben mit Yoga und Qigong Übungen“ anbietet.

„Raus aus dem geschützten Raum unserer vier Wände und hier, in der Natur, entspannen, das ist das Ziel meiner Wanderungen“, so die Almführerin und Yoga-Lehrerin. „Wir denken immer, dass wir mit unseren Augen die Welt im Ganzen und sofort erfassen können. Zum einen stimmt das nicht und zum zweiten hindert uns das daran, zu entspannen. Auch unser Wissensdurst bremst uns oft ein, wenn wir runterkommen möchten.“

 Qigong heißt eigentlich Energie-Arbeit

Almführerin und Yoga-Lehrerin Sigrun Thaler im Chiemgau

Almführerin und Yoga-Lehrerin Sigrun Thaler

So geht es jetzt erst mal ganz gemütlich den breiten Wanderweg bergauf. Mit ruhiger Stimme und gelassener Art erzählt Sigi davon, wie wir es mit all unseren Sinnen schaffen können, die Umwelt tiefer wahrzunehmen, und so zur Entspannung finden. Mit unseren Fingern erspüren wir die Unterschiede ähnlich aussehender Blätter, riechen den intensiven Duft des wilden Alants, der am Wegesrand wuchert und lassen unsere Fingerspitzen über den klebrigen Salbei streichen, der jetzt im Herbst reichlich blüht. Nun ist es Zeit, sich an die Arbeit zu machen. Arbeit zur Entspannung? „Qigong heißt eigentlich Energie-Arbeit“, erklärt Sigi schmunzelnd, „denn es gehört schon eine gewisse Anstrengung dazu, seine Energie zu spüren, sie zum Fließen zu bringen, mit sanften Bewegungen Blockaden zu lösen und schließlich so weit zu kommen, Energie von außen aufzunehmen. Dazu gehört es auch, die Aufmerksamkeit und Wahrnehmung zu erhöhen: Vogelgezwitscher, rauschende Blätter und fallende Regentropfen zu hören und dadurch Anspannung fallen zu lassen“.

Wir wecken unsere Energie

Sigrun zeigt gekonnt, wie sich Energiespeicher auffüllen lassen im Chiemgau

Sigrun zeigt gekonnt, wie sich die Energiespeicher auffüllen lassen

Passend dazu nennt sich die erste Übung „Wecke das Qi“– also die Energie. Wie fest verwurzelte Bäume sollen wir uns fühlen, gegen den Himmel blicken und „zwischen Himmel und Erde stehen“. An uns vorbei ziehen Radfahrer und Wanderer, den Blick stur geradeaus – wir stehen etwas abseits vom Weg, erspüren den Ort, nehmen die Umgebung um uns auf und erblicken Einzelheiten, die im schnellen Vorbeiwandern verborgen bleiben würden. Ein Stück weiter, im von Herbstfarben angehauchten Hochmoor, zeigt uns Sigrun die Übung „Jahreszeiten“. Wir wachsen wie ein Bäumchen, lassen aus unseren Händen Knospen und Blüten entstehen und schweben wie auf Wolkenkissen auf die Erde zurück. Im Gegensatz zum Yoga, das aus spannkräftigen Halteübungen besteht, enthält Qi Gong „geniale Übungen für die Gehirnvernetzung, wie Sigi schwärmt, und ist dabei für jedermann machbar. „Ich werde oft gefragt, ob man die Wanderung bei körperlichen Einschränkungen auch mitgehen kann. Die klare Antwort ist: Ja, denn es geht darum, locker und entspannt zu stehen und sich in der Natur sanft zu bewegen. Jede Übung ist wandelbar, wer also z. B. die Schulter nicht so hoch heben kann, lässt sie einfach weiter unten.“

 Nicht nur das Moor eignet sich für Qi Gong

Frische Energie beim Qigong mitten im grünen Hochmoor im Chiemgau tanken

Mitten im grünen Hochmoor tanken wir jede Menge frische Energie beim Qigong

Den Wind spüren, die Sonne wahrnehmen und dabei abschalten, seine Energiespeicher auffüllen – das gelingt alsbald bei der (be)sinnlichen Tour. Sigi zeigt uns auf einer heimeligen Rastbank noch Übungen zur Augen-Entspannung. Danach wird einfach nur geschaut: Auf den Berggipfel gegenüber, die eine Wolke, die über den Kamm ins Tal fällt, als ob sie die Baumspitzen einzeln einhüllen möchte. Die Libelle, die an uns vorbei zieht. Kaum zu glauben, dass das Hochmoor, das für viele der Teilnehmer zunächst keine positiven Assoziationen wecken konnte, so viel Sehens- und Spürenswertes und am Ende so viel Energie für jeden von uns bereit hält. Es muss aber gar nicht das Moor sein, wie Sigi abschließend verrät: „Im Chiemgau gibt es viele Plätze, an denen wir unsere Energiespeicher füllen können. Die Berge, die Wälder, Moore, aber auch die Seen natürlich. Wir müssen nur achtsam sein und uns darauf einlassen können.“

Tipp

Ein weiteres besonderes Erlebnis ist eine Kräuterwanderung am Chiemsee. Lesen Sie in unserer G’schichte mehr über die Heimat zahlreicher Kräuter.


Hinterlassen Sie einen Kommentar

Nach Absenden des Kontaktformulars erfolgt eine Verarbeitung der von Ihnen eingegebenen personenbezogenen Daten durch den datenschutzrechtlich Verantwortlichen zum Zweck der Bearbeitung Ihrer Anfrage auf Grundlage Ihrer durch das Absenden des Formulars erteilten Einwilligung. Weitere Informationen