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Der Waginger See Triathlon – ein sportliches Highlight

Datum: 15. Juni 2015 . Autor: Miss Chiemgau . Kategorie: Aktiv . Orte . Radeln . Radfahren . Region . Waging am See . Wasser
Auf die Plätze, fertig - los!
Miss Chiemgau

Der Waginger See und sein Umland sind das ganze Jahr über ein wunderschönes Fleckchen für diverse sportliche Aktivitäten. Für Radfahrer gibt es ein gefühlt unendlich großes Netz an perfekt ausgeschilderten Radwegen durch die tolle Landschaft, Läufer nutzen die Uferwege und Schwimmer ziehen im Sommer ihre Züge durch das Wasser. Meistens genießen die Sportler die Ruhe und das Ziel der ein oder anderen Radtour ist eines der vielen schönen Gasthäuser und Biergärten, die immer wieder am Weg liegen. An einem ganz bestimmten Tag im Jahr trifft man auf besonders viele dieser Sportler, alle auf einem Haufen, alle mit einem Ziel: Finishen beim Waginger-See-Triathlon!

Unter ihnen war in diesem Jahr, am 17.05.2015, auch ich. Als amtierende Miss Chiemgau und begeisterte Triathletin wollte ich mir dieses Spektakel natürlich nicht entgehen lassen. Zentrum des Geschehens ist die Strandcampinganlage direkt am Ufer. Das ist natürlich ziemlich praktisch für einige Athleten mit weiterer Anreise, denn so kann man den Wettkampf direkt mit einem kleinen Urlaub auf einem der besten Campingplätze Europas verbinden.

Meditative Vorbereitung

Meditative Vorbereitung beim Waginger See Triathlon im Chiemgau

Der Wechsel ist perfekt organisiert

Schon am Vorabend des Wettkampftages gab es die Möglichkeit, die Startunterlagen abzuholen und um mir am nächsten Morgen etwas mehr Ruhe und ein paar Minuten Zeit zu verschaffen, stand ich am Samstagabend nun also vor der ausgehängten Starterliste und suchte nach meinem Namen und meiner Startnummer. Irgendwie beginnt der Wettkampf schon dort. Starterfeld scannen, Konkurrenz ausloten, Bauchkribbeln, jetzt gibt es kein Zurück. Mit dem Startnummernbeutel gibt es bei den meisten Wettkämpfen auch noch diverse Give-Aways, die auch hier nicht fehlten. So nahm ich neben meiner Startnummer noch Flipflops, eine Trinkflasche und Energieriegel in Empfang. Viele Helfer waren ringsherum schon dabei, fleißig Bauzäune aufzustellen, Laufwege mit Flatterbändern zu markieren und alles für den Tag X vorzubereiten. Mich zog es direkt ans Wasser und ich weiß nicht, ob es eine gute Idee war, direkt mal die Hand reinzustecken. Der Waginger See ist der wärmste Badesee Oberbayerns und doch stellte ich an diesem Samstagabend fest, dass der See dann doch noch gar nicht mal so warm war. Klar, woher auch, Sommer hatten wir nun wirklich noch keinen bis Mitte Mai. Und auch der Sonntagmorgen war nicht unbedingt einladend für einen Badetag am See. Der Himmel war grau und die Luft feucht, aber immerhin regnete es nicht, das war schon mal einiges wert. Als ich am Strandkurhaus angekommen war, herrschte dort schon reger Betrieb, aber ich empfand die Stimmung als angenehm entspannt. Es schien, als ob alles gut organisiert ist und sich jeder Teilnehmer zurechtfindet. So checkte auch ich mein Rad in der Wechselzone ein und war schwer begeistert von meinem Platz: direkt die erste Position, wenn man vom See aus angelaufen kommt. Das konnte ich nun wirklich nicht verfehlen. Egal wie geschafft und verwirrt ich vom Schwimmen in der Wechselzone ankommen sollte. Fahrrad präparieren ist für mich schon fast etwas Meditatives geworden. Alles hat seinen exakten Platz. Nun konnte es losgehen.

Auf in die Fluten

Miss Chiemgau kurz vor dem Start beim Waginger See Triathlon im Chiemgau

Miss Chiemgau kurz vor dem Start

Beim Schwimmstart war die Stimmung dann schon nicht mehr so entspannt. Anspannung machte sich breit. Spätestens bei der Wettkampfbesprechung war dann jeder Teilnehmer im Wettkampfmodus angekommen. Zuerst starteten zwei Blöcke mit den Elite- und Liga-Athleten und um 08:45 Uhr wurden die Herren des Volkstriathlons auf die Strecke geschickt. Die Damen durften zusammen mit den Staffel-Startern noch fünf Minuten ausharren und starteten dann, um das Feld der Herren von hinten aufzurollen. So ging es zum Glück zumindest mir beim Schwimmen. Relativ schnell hatte ich einige männliche Mitstreiter eingeholt und kämpfte mich Stück für Stück nach vorne. Der See hatte zwar offiziell 16,5 °C, fühlte sich aus irgendeinem Grund aber deutlich kälter an. Macht aber ja nichts, dann musste ich halt schneller schwimmen. Das hab ich dann auch getan und bin zusammen mit den ersten Damen aus dem See getorkelt.

In der Wechselzone - ab auf's Radl!

In der Wechselzone – ab auf’s Radl!

Jetzt nichts wie raus aus dem Neo und ja keine Sekunde zu viel in der Wechselzone verlieren. Mein Stellplatz war wirklich spitze und alles funktionierte einwandfrei. Schuhe an, Startnummernband um, Helm auf und los ging‘s auf die 20km lange Radstrecke. Vor Regen hatte ich beim Radeln am meisten Angst, aber zum Glück hat das Wetter ausgehalten und die Straße war trocken. Auch wenn das Training natürlich bei allen drei Disziplinen das A und O ist, merke ich gerade beim Radfahren immer besonders, wie fit oder unfit ich bin. Und hier beim Waginger-See-Triathlon hatte ich ein wirklich gutes Gefühl. Das leichte auf und ab machte mir genauso wenig aus wie der Wind, der natürlich mal wieder verstärkt von vorne kam, egal in welche Himmelsrichtung ich fuhr. Das typische Phänomen, das alle Radfahrer kennen. 😉

Endspurt wie im Zeichentrick

Eines hab ich bei diesem Wettkampf auch gelernt: Das nächste Mal werde ich mich besser um Informationen über die Strecken kümmern und mich nicht so sehr auf mein Gefühl verlassen. 5 Kilometer Wendepunktstrecke ab der Wechselzone. Das geht bestimmt 2,5 Km am See entlang und zurück. Wird flach und schnell werden. Hatte ich gedacht. Mir hätte ja auch mal jemand sagen können, dass die Laufstrecke alles ist, aber bestimmt nicht flach. Die ersten Meter hab ich ganz bewusst versucht, einen runden Lauf zu finden und konnte meinen Körper auch erstaunlich schnell vom Radfahren an das Laufen gewöhnen. Da machen sich die Kombi-Einheiten des zurückliegenden Trainings doch deutlich bezahlt.

Miss Chiemgau im Interview nach dem Wettkampf

Miss Chiemgau im Interview nach dem Wettkampf

Ein großer Pluspunkt des Waginger-See-Triathlons ist für mich, dass alles ziemlich kompakt beieinanderliegt und dadurch, dass man sich mitten im Campingplatz befindet, überall Menschen sind, die einen anfeuern. Nach der nächsten kleinen Kurve war der Blick frei auf einen vor mir liegenden Anstieg, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte und der nicht unbedingt Mut machte, mit den ganzen Läufern, die ich dort hinaufgehen gesehen hab. Jetzt hieß es durchbeißen und rauf da, zum Wendepunkt, bei dem ich mein Rundenringerl als Beweis abholen musste, dass ich auch wirklich die ganze Laufstrecke gelaufen bin. Viele Läufer hatten für sich entschieden, den Berg lieber hinauf zu gehen statt zu laufen und waren damit nicht wesentlich langsamer als die Läufer, die noch liefen. Ich kämpfte mich joggend hinauf und brachte meinen Körper dadurch nicht so sehr aus dem Trott wie die Geher. Das machte sich dann auch bezahlt, als ich oben angekommen mein Rundenringerl in Empfang nahm, mir einen angereichten Becher Wasser ins Gesicht schüttete und die Beine den Berg hinunter laufen ließ. Da musste ich direkt an den Spruch denken: ‚Arme und Beine bilden eine rotierende Scheibe.‘ Genau wie in den Zeichentrickfilmen. Naja gut, so schnell war ich dann vielleicht doch nicht, aber es lief. Da die Muskeln bis dahin doch schon einiges mitgemacht hatten, war die Gefahr natürlich groß, unkoordiniert aufzutreten und umzuknicken. Aber auch hier ging alles gut und als ich wieder in der Nähe des Sees auf ebener Straße angekommen war, sah ich auch schon das Markierungsschild für die letzten zwei Kilometer. Da heißt es dann raus mit den letzten Energien, die sich noch irgendwo im Körper verstecken und vielleicht noch an den einen oder anderen Läufer heran laufen. Bestenfalls natürlich vorbei. Da fingen die Muskeln in den Beinen dann so richtig an zu brennen.

Und dann taucht es auf, das Banner mit der ‚Ziel‘-Aufschrift. Überglücklich lief ich über die Ziellinie und schon in diesem Moment sind alle Strapazen vergessen. Kein Triathlet kann beschreiben, warum man sich so etwas eigentlich antut, aber jeder, der je einen Triathlon gemacht hat, weiß genau warum. Und jeder, der je einen Triathlon gemacht hat, wird es wieder tun. Auch wenn keiner von ihnen nachvollziehbare Gründe dafür nennen kann. Gefühle kann man eben nicht beschreiben, man muss sie erleben. Auch ich werde es wieder tun, das Gefühl des Finishens erleben. Schon bald.

Blick auf den ruhigen See
Tipp

Sie sind ebenfalls eine Sportskanone wie die Miss Chiemgau oder fiebern am liebsten vor Ort mit Ihren Wettkampf-Lieblingen mit? Im Chiemgau warten weitere sportliche Highlights auf Triathlon-Fans! Der Chiemsee Triathlon oder der Regnauer Triathlon in Seeon locken jedes Jahr viele Sportbegeisterte an die Rennstrecken oder direkt als Teilnehmer vor die Startlinie!


Datum: 15. Juni 2015 . Autor: Miss Chiemgau . Kategorie: Aktiv . Orte . Radeln . Radfahren . Region . Waging am See . Wasser
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