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Ausflugsziel im Chiemgau: Höhlenburg Stein an der Traun

Andrea Hiebl

Egal wohin man im Chiemgau fährt, es liegt immer das eine oder andere Ausflugsziel auf dem Weg. Die Höhlenburg in Stein an der Traun ist so ein Ort. Viele Erwachsene waren als Kinder hier. Und spätestens wenn der eigene Nachwuchs im Kindergarten ist, ist das ein guter Grund tatsächlich wieder einmal hier vorbeizuschauen.

Der Hungerturm in Heinz von Steins Burg.

Der Hungerturm in Heinz von Steins Burg.

Beliebtes Ausflugsziel im Chiemgau: die Höhlenburg

Gelegenheiten die berühmte Burg in Bayern zu erkunden gibt es genügend, denn in den Sommermonaten (Mitte April bis Ende Oktober) finden bis auf Montag jeden Tag Führungen statt. Selbständig darf man die Höhlenburg nicht erkunden, nur mit Führer.

Vom Treffpunkt am Schlosstor geht es für uns direkt zur Helmausgabe. Jeder bekommt einen und dann geht es auch schon los. Die überdachte Außentreppe und die Wendeltreppe im Inneren rauf und wir stehen im Reich des sagenumwobenen Heinz von Stein.

Die Legende des Hausherren

Event für die ganze Familie_: die Burgbesichtigung.

Event für die ganze Familie: die Burgbesichtigung.

Die dusteren Räume und die Beschreibung des ehemaligen Hausherren mag manchem kleinen Gast schon reichen um sich ordentlich zu gruseln: über zwei Meter groß soll er gewesen sein, Eckzähne wie Eberzähne gehabt haben und ausgesprochen hässlich gewesen sein.

Wer ein Mal in der Burg war soll sie seinerzeit nur noch tot verlassen haben. Seine Art und Weise sich unliebsamer Gäste zu entlegen war dabei nicht gerade zimperlich: In einen 27 Meter tiefen Brunnen hat Heinz von Stein seine Opfer geworfen. Im Brunnen befand sich ein Brett mit spitzen Messern von dem sie aufgespießt wurden. Wenn das Brett nach unten klappte, fielen die Leichen in die Traun und wurden von ihr davon geschwemmt.

Mit Taschenlampen auf Erkundungstour

Die Führerin wirft brennendes Papier in den Brunnen um zu zeigen wie tief er ist. Es fliegt lange. Kerkerräume, Folterräume und das Gefängnis der schönen Waltraut werden bei unserem Besuch beim Ausflugsziel im Chiemgau auch noch gezeigt. „Ich habe keine Angst, ich habe gar keine Angst“ schreit ein kleiner frecher Junge. Ob er gleich welche bekommt? Denn während bis jetzt zumindest noch wenig Tageslicht durch die kleinen Fenster in die Räume fiel, müssen wir jetzt unsere Taschenlampen anmachen.

Auflugsziel im Chiemgau mit Sagencharakter

In der Höhlenburg wird's auch mal dunkel.

In der Höhlenburg wird’s auch mal dunkel.

Wir gehen durch einen fensterlosen, engen, niedrigen, feuchten, aufwärts führenden Gang, vorbei an Tunnelabzweigungen. Heinz soll zwei Tunnel gegraben haben: Einer führte nach Törring zu seiner Familie, der andere die fünf Kilometer in ein anderes Ausflugsziel in Bayern: der Stadt Trostberg. Durch diesen Tunnel soll er die schöne Waltraut in seine Höhlenburg verschleppt haben.

Eine seiner letzten Schreckenstaten, die er schließlich mit dem Leben bezahlte – falls es ihn überhaupt gegeben hat. Ganz so sicher ist das nicht. Eventuell hat sich die Sage auch aus einem Jahrhunderte alten Theaterstück entwickelt, erzählt die Führerin. Spätestens beim Aufstieg wird übrigens klar, warum die Helme verteilt wurden. Die Decke ist nieder und weil nur die selbst mitgebrachte Taschenlampe die feuchten Stufen beleuchtet, müssen wir aufpassen, um uns den Kopf nicht zu stoßen. Doch schon bald sehen wir wieder Licht, noch ein paar Stufen und wir stehen im Freien. Allerdings nicht unten im Schlosshof sondern oben!

Die 3 Teile der Heinz’schen Burg in Bayern

Die Burganlage in Stein besteht aus drei Teilen: Dem Hochschloss bei dem der Ausgang ist und das auf einer 50 Meter hohen Nagelfluhwand steht. Unten, wo wir die Führung begonnen haben ist das Unterschloss, wo heute ein Internat ist. Dazwischen liegt im Fels die Höhlenburg. Und, hatte nun jemand Angst? Nein, sogar die Kleinsten blieben cool. Da waren wir als Kinder damals dann doch noch etwas schreckhafter – oder haben wir es einfach eher zugegeben?


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3 Kommentare
  1. Bleier sagt:

    Hallo.
    Ich bin gehbehindert und laufe mit zwei Krücken.
    Wir waren damals mit mit meiner Schulklasse dort was allerdings schon 30 Jahre her ist. Wie ist das denn heute mit der Führung? Würde gern mit meinem Sohn (7) mal die Burg besuchen…. Wäre hier evtl eine Einzelführung auch möglich?
    Mit freundlichen Grüßen
    Katharina Bleier

  2. Knut sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    leider sind Ihre Infos bezüglich den Zeiten und Tagen leider nicht mehr richtig. Wir sind umsonst mit den Rädern über einen längeren Zeitraum extra zur Führung dort hingefahren. Ein aufgeklebter Zettel wies darauf hin, dass es auch Dienstags keine Führungen gibt. War im Internet so leider nicht klar ersichtlich, schade, wir waren nicht die Einzigen, denen es so an diesem Tag erging. War auch im Lokal um die Ecke Thema.

    Sehr, sehr Schade

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