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Barocke Schatzkammer am Waginger See

Datum: 16. Mai 2016 . Autor: Raphaela Jakob . Kategorie: Ausflugsziele . Kultur . Museen . Orte . Region . Tradition & Handwerk . Waging am See
Barocke Schatzkammer am Waginger See
Raphaela Jakob

Wer das Strandkurhaus am Waginger See betritt, ahnt nicht, welch prunkvolle Schätze sich über dem Restaurant befinden. Das kleine Museum im ersten und zweiten Obergeschoss gilt als Geheimtipp unter Kunst- und Antiquitätenliebhabern.

Für Guido Copp beginnt der Arbeitstag, wenn das Telefon klingelt. Einst pflegte der pensionierte Fernsehgeschäft-Inhaber den Gastwirt Sebastian Schuhbeck rund um die Uhr. Heute präsentiert er dessen private Barocksammlung genau nach dem Willen seines früheren Arbeitgebers am Waginger See. Eine Schatzkammer, die heute auf Anfrage kleinen Besuchergruppen vorgestellt wird.

Guido Copp

Guido Copp

Massen von Besuchern, die unübersichtlich durch das Museum laufen und unter denen womöglich die einzigartigen Exponate leiden“ sind nicht das Ziel von Copp. Viel lieber präsentiert er das Wissen um die Unikate, das er sich zu Schuhbecks Lebzeiten größtenteils selbst aneignete, Kunst- und Barockliebhabern aus dem In- und Ausland.

Sebastian Schuhbeck Stiftung

Alle Exponate stammen aus der ursprünglichen Privatsammlung Schuhbecks, die dieser bis zum Jahr 2006 sammelte und die schließlich in die Sebastian Schuhbeck Stiftung eingingen. Das war der Anfang des Barockmuseums. Heute erstreckt es sich auf insgesamt zehn Räumlichkeiten und umfasst 250 Einzelstücke. Restaurationen und sonstige Instandhaltungsarbeiten, wie sie bei den in der Ausstellung zu bestaunenden Unikaten anfallen könnten, sind für die Kurbetriebe, die für den Erhalt der Stiftung zuständig sind, zu teuer. Trotzdem sind die Stücke in einem sehr guten Zustand.

Die meisten Besucher“, so Copp, der seine Aufgabe mit Leib und Seele macht, „kommen vom naheliegenden Campingplatz.“ Grund dafür könnte sein, dass die Kurbetriebe – bestehend aus dem Campingplatz, der Ferienwohnanlage und dem Strandkurhaus – für die Organisation und Durchführung der Führungen verantwortlich sind. Guido Copp, der schnell Schuhbecks Leidenschaft für Barocke Möbel und Kunstwerke teilte und diese auch seine Besucher spüren lässt, scheint für die Präsentation der Sammlung der ideale Mann.

Schrittweiser Ausbau der Sammlung

Das Interesse an antiken Stücken wächst bei Sebastian Schuhbeck – Adoptivvater des bekannten Fernsehkochs – bereits sehr früh. Als Soldat in Russland rettet der gebürtige Waginger eine kleine Ikone aus einem brennenden Haus. Diese sendet er per Post in seine Heimat. Als diese tatsächlich ihr Ziel erreicht, ist der Grundstein für die Barocke Sammlung gelegt. Daraufhin reist Schuhbeck bis ins hohe Alter von Antikmarkt zu Auktion, um seine „Schatzkammer“ stückweise zu erweitern. Mit Erfolg – so konnte er unter anderem Skulpturen des deutschen Bildhauers Ferdinand Dietz oder die Schatztruhe von Fürstbischof Graf von Seinsheim erwerben.
Einen Besuch ist das Barockmuseum im Strandkurhaus Waging am See auf jeden Fall wert, denn wie der Slogan des Museums schon verrät: Hier steht die Zeit still!

Um die Schatzkammer am Waginger See garantiert besuchen zu können, ist eine telefonische Voranmeldung notwendig!

Das Paradeschlafzimmer war der erste fertiggestellte Raum im Chiemgau
Tipp

Wer noch nicht genug von prunkvollen Räumen und großartigen Kunstwerken hat, kann auch das Schloss des „Märchenkönigs“ auf der Herreninsel im Chiemsee bestaunen. Führungen werden dort ebenfalls angeboten.


Datum: 16. Mai 2016 . Autor: Raphaela Jakob . Kategorie: Ausflugsziele . Kultur . Museen . Orte . Region . Tradition & Handwerk . Waging am See
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