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Traditionelles Dampfdreschen in Kirchanschöring

Datum: 19. August 2014 . Autor: gast jkillinger . Kategorie: Ausflugstipps für Familien . Ausflugsziele . Bauernhof . Gastbeitrag . Kirchanschöring . Kultur . Museen . Orte . Region . Tradition & Handwerk
Gastautor

Der Bauer von Hof, Franz Huber lud mit seiner Familie nach Hof bei Kirchanschöring in sein dort auf Eigeninitiative errichtetes Bauernhofmuseum ein. Wie zu „Väters Zeiten“ zeigte er mit Dampfmaschine und Dreschwagen, wie noch bis in die 50er Jahre das auf den Feldern gemähte reife Getreide mit dem Wagen als Garbe auf den Hof kam und dort der Knecht das Getreide vom Wagen auf den Dreschwagen „aufschlug“.

beim Dreschen liegt das Getreide im Sack zum Abtransport bereit

Nach dem Dreschen wird das Getreide in Säcke gelagert

Nach dem Dreschen kam das zu Garben gebundene Stroh wieder auf einen Wagen zum Transport in die Tenne und der Bauer lud das in Säcken abgefüllte Getreide für die Fahrt zur Mühle auf einen damals üblichen eisenbereiften Wagen. Viele Helfer gibt es heute beim Dampfdreschen in Hof, genauso wie damals, als der „Dampf“, wie man die Dampfmaschine kurz nennt, von Bauernhof zu Bauernhof gezogen die Dreschmaschine antrieb und in unbedingt notwendiger und üblicher Nachbarschaftshilfe Bauersleut, Knechte und Mägde im Herbst das Getreide gedroschen haben.

 

die Dampfmaschine zum Dreschen des Getreides beim Dampfdreschen in Hof

Die traditionelle Dampfmaschine

Vor dem Dreschen auf maschinelle Art schlugen die Bauern mit Dreschflegeln im Takt das auf dem Boden liegende Getreide und lösten dadurch das Korn aus den Ähren. Eine zweite Art des Antriebs auf den Bauernhöfen gab es mit dem Göppel, bei dem Pferde im Kreis gehend einen Transmission in Gang bringen, die den Dreschwagen über einen Riemen in Bewegung setzt.

Die Besucher im Bauernhofmuseum in Hof erleben an diesem Sonntag zudem viele heute ausgestorbene Handwerksberufe. Das Spinnen von Wolle, das Bohren einer Wasserleitung aus Holz, das Flechten von Körben, das Schmieden von Nägeln, das Drehen von Seilen und noch vieles mehr.

Die Bauersfamilie sorgt für das leibliche Wohl mit Kaffee, Kuchen und Schmalzgebackenem und Spezialitäten vom Grill und die Gesprächsthemen drehen sich bei diesem Deftigen natürlich oft um selber noch Erlebtes auf den Bauernhöfen.


Das vom Bauern in Hof betriebene Heimatmuseum steht für Besichtigungen vom 15. Mai bis 20. September immer an den Samstagen von 12 bis 17 Uhr und jeweils am Mittwoch von 12 bis 20 Uhr offen.

Tipp

Führungen gibt der Bauer nach tel. Vereinbarung: 08685-469. Die Adresse des Bauernhofs lautet Franz Huber – Hof 1 – 83417 Kirchanschöring.


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