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Jonathan Wyatt, die Primusquelle und der Hochfelln-Berglauf

Datum: 26. September 2014 . Autor: Elisabeth Inselsperger . Kategorie: Bergen . Gastbeitrag . Genuss . Made im Chiemgau . Orte . Region . Ruhpolding . Siegsdorf . Tradition & Handwerk . Übersee . Wasser
Gastautor

Immer Ende September findet in Bergen der Hochfelln-Berglauf statt – so auch dieses Jahr wieder. Dazu hab ich eine Geschichte, die ich erlebt habe und die mir jedes Jahr wieder einfällt, wenn ich lese, daß der Champion des internationalen Berglaufs wieder dabei sein wird: Jonathan Wyatt, die Primusquelle und der Felln-Berglauf.

Primusquelle in Adelholzen

Die Quelle zum Abfüllen des Mineralwassers

Die Quelle zum Abfüllen des Mineralwassers

Es ist schon einige Jahre her, ja genau, es war kurz vor der Berglauf-WM im Jahr 2000 in Bergen, irgendwann unter der Woche Ende September, da waren wir, der Franz und ich, wie so oft an der Primusquelle in Adelholzen, um Wasser zu holen, Wasser zum pur trinken und auch zum Kaffeekochen, weil es gut schmeckt, und gesund solls ja auch sein – wenn man dran glaubt, hilfts bestimmt! Wir wissen schon, Zeit muß man haben zum Wasser holen, weil fast immer noch andere, die auch was aufs Wasser halten, vorher dran sind, und oft mit vielen großen Gefäßen zum Abfüllen kommen. So manches Mal haben wir schon nette, lustige Gespräche gehabt, da droben an der Quelle, mit netten Leuten, die wir gar nicht kennen. Ja, so war es früher in alten Zeiten doch auch an den Dorfbrunnen.

An jenem Tag war nur ein Auto unten an der Straße gestanden, da kann es ja nicht so lange dauern – ein Auto mit französischem Kennzeichen. Zwei Burschen waren droben beim Wasserholen, gutaussehende, sportliche, braungebrannte, die sich in einer Sprache unterhielten, die nicht französisch war, nach einer Weile merkten wir, dass es eine Art englischer Dialekt sein musste. Während wir warteten, die braunen muskulösen Wadln der beiden betrachteten, sagte der Franz zu mir: „Meinst nicht, daß die beiden beim Berglauf dabei sind?“ Ja, so schauten sie aus! Und weil sich der Franz auskennt beim Sport überlegte er weiter: „Ich mein’, der eine ist ja der beste von allen, der Neuseeländer, der Jonathan Wyatt!
Mittlerweile waren sie fertig, alle Flaschen hatten sie aufgefüllt, und machten uns mit einer freundlichen Geste und einem „It’s your turn“ Platz.

„So ein weiter Weg von Frankreich nach Adelholzen, um Wasser zu holen….“

"Natürliches Mineralwasser aus der St. Primusquelle

„Natürliches Mineralwasser aus der St. Primusquelle

Ich begann ein Gespräch mit der Frage, ob das Auto drunten ihres sei, und dass wir schon gemeint hätten, Franzosen wären hier, „So ein weiter Weg von Frankreich nach Adelholzen, um Wasser zu holen….“. Sie lachten und sagten, es sei zwar ihr Wagen, jedoch ein Leihwagen, den sie in Frankreich übernommen hätten. Wir fragten, ob sie Berglauf-Teilnehmer wären: Ja, wir hätten richtig vermutet. Weiter trieb mich die Neugier: Ob sie richtig gut wären in ihrem Sport? Sie schmunzelten: Ja, eigentlich schon – „Maybe you are the very best one?“ wandte ich mich direkt an den einen – „Yes, you can be right“ bestätigte er. „Dann sind Sie Jonathan Wyatt?“  Ja, er war es wirklich, und auch sein Begleiter einer von den „guten“ Neuseeländern. Da wollte ich natürlich gleich Autogramme, aber – so ein Pech, keiner von uns hatte ein Stück Papier dabei, einen Kugelschreiber zum Glück schon, so dass ich meine Autogramme auf meinen mitgebrachten Wasserkanister bekam – ich hab sie heute noch! Wir sprachen über Berglauf allgemein und den am Hochfelln im besonderen. Auf unseren Einwurf, dass wir immer wenn wir auf den Felln gehen und uns vorstellen, dass es welche gibt, die das in gut 40 Minuten laufen, sagen „die müssen verrückt sein, die so etwas freiwillig tun“, antwortete Jonathan, dass er jedes Mal, wenn er oben steht und sich vorstellt, dass es Leute gibt, die hier im Winter freiwillig mit den Skiern runterfahren, denkt „you must be crazy, to do this“.
Mit den besten Wünschen für den bevorstehenden Berglauf , der ja „nur gewonnen werden kann mit Adelholzner Primusquelle als „Doping“ verabschiedeten wir uns.

"Wie Primus der Römer, gestorben als Martyrer 286 im 'Holz des Andlo' die Quelle fand"

„Wie Primus der Römer, gestorben als Martyrer 286 im ‚Holz des Andlo‘ die Quelle fand“

Dieser Ort ist eine „Kraft-Quelle“ mit einer wunderbaren Aussicht auf den Hochfelln

Natürlich gingen wir am Sonntag frühzeitig auf den Felln, um dann die Sieger entsprechend anfeuern zu können, und natürlich war „mein Jonathan“ allen anderen weit voraus und lief locker und leichtfüßig seinem Ziel entgegen – er wurde Weltmeister.

Eins noch zum Schluß: Ich trinke immer noch und immer wieder von der Primusquelle, aber keine Chance für mich! Ich kann den Felln nicht hinauf-l a u f e n, sondern brauche beim gehen weiterhin meine 3 Stunden – und das weder locker noch leichtfüßig!

Und an die Primus-Quelle in Bad Adelholzen zum Wasserholen gehen wir immer wieder gerne. Es ist ein solch besonderer Ort – auch dieser Ort ist eine „Kraft-Quelle“ mit einer wunderbaren Aussicht auf den Hochfelln.

Elisabeth Inselsperger-Stadler, Bergen

Tipp

Alle Veranstaltungshighlights im Chiemgau, u.a. auch alle weiteren Bergläufe, finden Sie auf unserer Webseite unter: www.chiemgau-tourismus.de/veranstaltungshoehepunkte


Datum: 26. September 2014 . Autor: Gastautor . Kategorie: Bergen . Gastbeitrag . Genuss . Made im Chiemgau . Orte . Region . Ruhpolding . Siegsdorf . Tradition & Handwerk . Übersee . Wasser
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