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Die Sennerinnen von der Rachlalm

Datum: 28. April 2014 . Autor: Sepp Späth . Kategorie: Almen . Ausflugsziele . Bauernhof . Familie . Genuss . Grassau-Rottau . Orte . Region . Regionale Spezialitäten . Wandern
Sepp Späth

Maria und Franzi bewirtschaften die Rachlalm und werden schon bald die Gewinner unseres  „Komm auf die Alm“-Gewinnspiels in Empfang nehmen. Ich habe den beiden bereits vorab einen Besuch abgestattet und mich mit ihnen über das Leben und die Arbeit auf der Alm unterhalten.

Hallo ihr beiden – schön, dass ihr Zeit habt! Zu allererst die Frage, die wohl jeden interessiert: Wie seid ihr auf die Alm gekommen und was hat euch dazu bewogen, Sennerin zu werden?
Maria und Franzi genießen den Sommer auf der Alm

Maria und Franzi genießen den Sommer auf der Alm

Maria: Ich habe eigentlich die Ausbildung zur Erzieherin absolviert und erfüllte mir später meinen Traum, während der Wintersaison als Skilehrerin zu arbeiten. Danach brauchte ich einen Sommerjob und bin hier auf der Alm gelandet. Letzten Endes hat mir das Leben hier oben dann aber so gut gefallen, das für mich jetzt der  Sommer wichtiger ist und ich den Winter mit anderen Jobs „überbrücke“ (lacht)! Ab Weihnachten freue ich mich schon immer, wenn es wieder losgeht. Die Alm ist meine Heimat geworden. Es ist für mich einfach keine Arbeit, es ist ein Lebensstil.

Franzi: Für mich war es ursprünglich ebenfalls eine gute Gelegenheit, den Sommer über zu arbeiten. Während der Wintermonate war ich zuvor in einer bayerischen Wirtschaft als Bedienung angestellt. Letzten Sommer war ich dann erstmals hier. Danach nutzte ich die Zeit und bin für zwei Monate verreist – um nach dem Winter wieder hier zu landen. Was nach nächstem Winter sein wird kann ich nicht sagen: Ich plane nicht gerne so lange voraus (lacht).

Was gefällt euch am Almleben besonders gut?

Maria: Die Ruhe und die Natur. Von Trubel, Stress und Hektik bekommen wir hier oben nichts mit. Wir haben ein Stromaggregat, das am morgen für eine ca. Stunde eingeschalten wird. Ansonsten heizen wir mit Holz und kochen Wasser zum Duschen auf. Es ist ein einfaches aber sehr glückliches Leben. Und was mir ganz besonders gefällt ist, dass alle Gäste die zu uns auf die Alm kommen auch glücklich und entspannt sind. Sie haben eine Wanderung oder Radtour hinter sich, freuen sich auf eine gute Brotzeit und sind gut drauf.

Franzi: Wir arrangieren uns den Tag hier ja selbst und da bleibt neben der Arbeit genügend Zeit, den Tag auch einfach mal zu genießen. Besonders am Abend ist das dann etwas ganz Besonderes, wenn uns auch die Gäste wieder verlassen, dann ist es wirklich ziemlich ruhig.

Wann beginnt die Sommersaison hier auf der Alm für euch und wann endet sie?

Maria: Normal sind wir circa ab Anfang Mai hier. Es kommt immer darauf an, wie der Winter war und in welchem Zustand demnach die Weide ist. Wir haben auf Kurzrasenweide umgestellt, wodurch ein früher Auftrieb der Kälber möglich ist. Bei einer Kurzrasenweide achtet man darauf, dass das Gras nicht höher als 8 cm wächst. Unsere Aufgabe ist es, dies regelmäßig zu kontrollieren und die Kühe je nach Bedarf von einer Weide zur anderen zu treiben. Der Vorteil der Kurzrasenweide ist, dass die Tiere qualitativ hochwertiges Futter zu sich nehmen. Unser Almsommer endet immer am Kirchweihmontag – also der Montag nach dem dritten Sonntag im Oktober.

Fehlt euch eigentlich nicht das Fortgehen und das unter die Leute kommen, Fernsehen, Kino, Disco?

Maria: Also wenn unten eine schöne Veranstaltung stattfindet und keine Leute mehr auf der Alm sind, dann fahren wir ja auch einfach mal runter und gehen fort. Aber der Discotyp bin ich sowieso nicht und es kommen ja am Abend auch einige Leute rauf. Wir sitzen dann gemütlich draußen beisammen, trinken einen selbstgemachten Holunderlikör und lassen es uns gut gehen.

Franzi: Eigentlich müssen wir deshalb ja gar nicht fortgehen, sondern die Leute kommen zu uns und das ist dann sowieso das beste! (lacht)

Wie kann man sich euren Tagesablauf vorstellen, was ist zu tun?

Franzi: Nach dem Aufstehen gehen wir gleich mal zu den Kälbern. Die kommen über den Tag raus auf die Weide, also wird erstmal der Stall aufgemacht und ausgemistet. Sind die Kälber versorgt, beginnen wir mit den Vorbereitungen für Gäste. Wir backen Kuchen, bereiten alles für die Brotzeiten vor, decken die Tische schön ein und schreiben unsere Einkaufslisten. Da auf unserer Alm keine Milchkühe weiden, kaufen wir alle Zutaten für unsere Almwirtschaft bei den heimischen Bauern im Tal. Untertags sind wir dann mit bedienen der Gäste und abspülen beschäftigt. Und ab und an setzen wir uns auch mal dazu – so wie jetzt.

Am Abend kommen die Kälber wieder in den Stall. Dann müssen wir einen Rundgang machen und prüfen ob die Zäune in Ordnung und die Brunnen sauber sind. Auch das zählen der Kälber und die Kontrolle ob alle gesund sind gehört zu unseren Aufgaben.

Maria: Wir freuen uns schon, wenn wir von den „Komm auf die Alm“ Gewinnern Unterstützung bekommen. (lacht)

Ihr lebt hier mitten in den schönsten Chiemgauer Bergen. Geht ihr da selbst auch viel wandern?

Maria: Für kleine Touren nehmen wir uns durchaus immer mal wieder Zeit. Wir gehen zum Beispiel auf den Friedenrath zum Frühstücken. Das wissen die Einheimischen auch, dass wir am Vormittag manchmal nicht da sind, dafür können die dann am Abend länger bei uns sitzen. Aber auch für Gäste, die das nicht wissen, ist das nicht weiter tragisch – wir sind ja nicht im hochalpinen Gelände. Im Umkreis von wenigen Minuten gibt es noch einige weitere Almen. Die anderen sperren früher zu, wir machen eben manchmal etwas später auf.

Sitzt ihr öfter mit den „Nachbarn“ von den anderen Almen zusammen?

 

Die Brotzeit vorbereiten ist nur eine der Aufgaben der Sennerinnen.

Die Brotzeit vorbereiten ist nur eine der Aufgaben der Sennerinnen.

Maria: Wenn viel Betrieb ist, dann bleibt für sowas kaum Zeit. Aber wenn wir wissen, dass drüben auf der Nachbaralm ein Fest gefeiert wird, dann schauen wir schon rüber. Manchmal nehmen wir denen dann Brot, Speck oder Käse mit – im Gegenzug hilft man sich dann beispielsweise bei den Mäharbeiten gegenseitig aus.

Was ist eure „Haus-Spezialität“, was müssen sich die Leute unbedingt bestellen?

Maria: Natürlich unser Brotzeitbrett, auf dem nur Produkte aus der Region zu finden sind: Wurst, Speck, Käse, … und unser selbst gemachter Quark, da variieren wir immer ein wenig.

Franzi: Und zum Nachtisch einen unserer Kuchen, weil den machen wir täglich frisch! Achja – unseren selbst gemachten Likör sollte man auch probieren! Zur Zeit haben wir Holler-Brombeer, manchmal machen wir auch Erdbeer. Den trinken wir auch selbst gern! (lacht)

 

Tipp

Wollen Sie auch die besondere Atmosphäre auf der Alm genießen? Hier finden Sie noch mehr Almen im Chiemgau!

Schauen Sie sich auch unser Video zum Thema Wandern im Chiemgau an.


Datum: 28. April 2014 . Autor: Sepp Späth . Kategorie: Almen . Ausflugsziele . Bauernhof . Familie . Genuss . Grassau-Rottau . Orte . Region . Regionale Spezialitäten . Wandern
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6 Kommentare
  1. Jessi sagt:

    Da will man doch gleich auf die Alm!

  2. Norbert sagt:

    Ja sag mal wo ihr seits. Fahre sehr oft in den Chiemgau.

  3. Norbert sagt:

    Und wo isse?

  4. Andrea sagt:

    Wir freuen uns schon riesig euch kennen zulernen und hoffen das wir eine Unterstützung sind…..lach

    Liebe Grüße
    Andrea und Ralf ( Sissi und Franzl)

    • Liebe Sissi, lieber Franz,
      herzlichen Glückwunsch, dass ihr den sicherlich unvergesslichen Almaufenthalt gewonnen habt! Wir freuen uns auch sehr auf euch, Maria und Franzi natürlich auch 🙂
      Liebe Grüße
      Euer Team vom Chiemgau Tourismus

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