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Geheimtipp für Käseliebhaber – die Langerbauer Alm

Datum: 7. August 2017 . Autor: Raphaela Jakob . Kategorie: Almen . Ausflugsziele . Regionale Spezialitäten . Reit im Winkl . Ruhpolding
Kasinator
Raphaela Jakob

Ja, es gibt sie noch: eine Alm in Bayern, auf denen Sennerinnen tagtäglich die Milch der Kühe zu Käse verarbeiten. Ob als Direktvermarkter oder Zulieferer einer der zahlreichen Naturkäsereien – im  Chiemgau gelten sie als Geheimtipp unter Genießern.

Wanderung zur Langerbauer Alm

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Die Langerbauer Alm ist ein beliebtes Ausflugsziel für Mountainbiker und Wanderer.

Ein Beispiel für eine regionale Alm, die ihren Käse noch selbst herstellt, ist die Langerbauer Alm in der Gemeinde Ruhpolding. Vom Parkplatz im Wappbachtal bei Reit im Winkl ist sie bequem zu Fuß zu erreichen. Die Wanderung ist gemütlich und führt an einer Forststraße neben dem idyllischen Wappbach entlang. Nach knapp 45 Minuten erblickt man schließlich schon von Weitem die auf 880 Metern Höhe gelegene Langerbauer Alm. Die Lage zwischen den imposanten Bergen und neben dem Röthelmoos-Hochmoor ist einzigartig. Begleitet vom Gebimmel der Kuhglocken erreicht man die Alm von Kaserin Irmi Schweinöster.

Mein Besuch auf der Alm

Als ich die Alm erreiche, setze ich mich an einen Tisch, bestelle mir ein Getränk und inspiziere die Jausenbrettln und Kasbrote, die die Sennerin an mir vorbeiträgt. Wenn das so gut schmeckt, wie es aussieht und riecht… ein Traum! Das besondere auf dieser Alm ist, dass man weiß, wo der Käse herkommt.

Wir sind stolz auf die Tradition des Kasens. Heutzutage gibt es nur noch wenige Almen, die selbst Käse produzieren, weil die Auflagen und Bedingungen immer aufwändiger werden“ –  während mir Irmi mehr über die Alm erzählt, warte ich gespannt auf meine bestellte Kasplatte.

„Wir bewirtschaften die Alm seit 2003. Über den Sommer arbeiten hier immer vier Sennerinnen, die sich um die Kühe kümmern und den Käse produzieren“, informiert mich Irmi. Pro Tag geben die vier Kühe rund 60 Liter Milch, die sofort in sechs Kilogramm Käse verarbeitet werden. Der Ablauf ist jeden Tag derselbe:

  • mit einer Melkmaschine die Kühe melken
  • die Milch in einen 150 Liter großen Kupferkessel abfüllen
  • nach dem Erwärmen Lab (ein Gemisch aus Enzymen, Chymosin und Pepsin, das aus Kälbermägen gewonnen wird) hinzufügen
  • eine halbe Stunde ruhen lassen, bevor die Milch fest wird
  • mit der Käseharfe (Werkzeug, das zur Verteilung des Käsebruchs benutzt wird) schneiden
  • Gemisch noch einmal erhitzen
  • in Formen oder Fässern mit Löchern abfüllen, damit die Molke entzogen wird
  • die unterschiedlichen Käseformen mit verschiedenen Kulturen ansetzen – was das genau ist, ist auf der Langerbaueralm geheim
  • in Salzlake kippen und jeden Tag schmieren
  • nach gut 2 Monaten ist der Käse fertig

Selbstgemacht – das schmeckt man auch

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Die traditionelle Kasplatte auf der Langerbauer Alm.

Meine Käsejause ist da. Ein großer Teller voll Berg-, Schnitt-, Weich- sowie Frischkäse und die Spezialität des Hauses – eingelegter Käse in Öl, Zwiebeln, Knoblauch und Gewürzen. Dazu ein selbst gebackenes Brot. Genauso,wie es aussieht, schmeckt es auch – natürlich noch besser, wenn man weiß, dass alles frisch und selbstgemacht ist. Eben ein Geheimtipp für Käseliebhaber.

Rezept für Frischkäse:
10 Liter Milch auf 33 Grad erhitzen und flüssiges Lab (Gemisch aus Kälbermägen) einrühren. Nach einer guten halben Stunde Ruhezeit geht es ans Bruchschneiden. Danach den Käse in Formen abfüllen und wenden, sodass die restliche Molke entzogen werden kann. Nach nur einem halben Tag ist der Frischkäse fertig.

Tipp

Wer nun auf den Geschmack des Chiemgauer Käses gekommen ist, kann selbst eine Alm besuchen. Die Wanderungen zu den schönsten Chiemgauer Almen finden Sie auf der Chiemsee Chiemgau Homepage.


Datum: 7. August 2017 . Autor: Raphaela Jakob . Kategorie: Almen . Ausflugsziele . Regionale Spezialitäten . Reit im Winkl . Ruhpolding
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