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Brauerei Schönram: der Hopfen Verehrer als Braumeister

Datum: 3. August 2015 . Autor: Mattias Gepp . Kategorie: Ausflugsziele . Brauereien . Genuss . Orte . Petting . Region . Regionale Spezialitäten
Geschäftsführer Oberlindober, Chiemgau Tourismus Geschäftsführer Semmelmayer, Braumeister Toft (von links nach rechts)
Mattias Gepp

2014 wurde nicht nur die deutsche Fußballnationalmannschaft Weltmeister, sondern auch die Private Landbrauerei Schönram in Petting. Diese krönte sich in der Kategorie German Style Pilsner zum World Champion. Ganz zur Freude des amerikanischen Braumeisters und Hopfenfetischisten Eric Toft. Ist doch das Pils der beliebteste Bier-Stil Deutschlands.

Eric Toft erklärt im Braukeller seine Arbeit

Eric Toft erklärt im Braukeller seine Arbeit

Nach seinem Geologie-Geophysik Studium arbeitete der gebürtige US- Amerikaner drei Jahre lang als Hobby-Brauer in seiner Heimat Cheyenne, Wyoming. Aufgrund der Tatsache, dass er lieber Bier braute als Steine zu klopfen, beschloss er vor ungefähr 17 Jahren nach Bayern zu gehen, um die Kunst des Bier Brauens von Grund auf zu erlernen. Anstatt nach seinem Studium an der Hochschule Weihenstephan eine Brauerei in Wyoming zu eröffnen, blieb Eric Bayern erhalten. Heute ist der Quereinsteiger  Pionier von handwerklich gebrautem Bier und Hopfen Verehrer. Wenn es darum geht, die richtige Bodenbeschaffenheit und Hanglage für eine bestimmt Hopfenart auszuwählen, ist Eric die richtige Ansprechperson. „Der Hopfenanbau wird dem Weinanbau in seiner Professionaliät immer ähnlicher “, meint Geschäftsführer Oberlindober. Es ist auch kein Wunder, dass Eric mit seinem Wissen und Begeisterung in der Hopfenkommission vertreten ist, welche für die Zulassung von neuen Hopfenarten verantwortlich ist.

Braukunst garantiert Qualität

Aufgrund seiner Liebe zum Hopfen ist Eric auch oftmaliger Besucher in der Hallertau, einem bekannten Hopfenanbaugebiet in Bayern. Vor allem in der Erntezeit ist er stets vor Ort und überprüft die Hopfenqualität persönlich. Schlussendlich ist er bei jedem Arbeitsprozess dabei und braut noch am Tag der Ernte das Bier, damit die Frische erhalten bleibt. Herr Oberlindober garantiert daher, dass seine Biere frisch wie ein Hopfengarten riechen.
Ein weiterer Qualitätsfaktor ist die offene Gärung. „Dadurch hat das Bier die Möglichkeit zum Ausstinken“, meint Oberlindober. Außerdem kann man unedle Bitterstoffe abschöpfen, welche sich während der Gärung an der Oberfläche absetzen. Im Vergleich zur weit verbreiteten, geschlossenen Gärung  braucht man jedoch 10-15% mehr Hopfen. Ein Teil der Hopfenpartikel wird wieder abgeschöpft, diese würden im Bier als Geschmackträger fehlen.

Große Vielfalt, starke Biere

Offene Gärung: Schönramer Spezialität

Offene Gärung: Schönramer Spezialität

Die Hauptsorte stellt das Schönramer Hell dar und trägt den Beinamen „das Greane“ (das Grüne). Braumeister Eric Toft ist auf sein Greanes besonders stolz, da eine konstante, gleichmäßig hohe Qualität bei einem „Hellen“ schwer herstellbar ist. „Das ist auf die feine Charaktereigenschaft des Bieres und dem Zusammenspiel von Hopfen, Malz und Wasser zurückzuführen“, berichtet Oberlindober. Während das Schönramer Hell das Lieblingsbier der Oberbayern ist , lässt sich das Schönramer Pils überregional besser vermarkten. „Verglichen mit dem Pils aus Norddeutschland wird unseres stärker gehopft. Dank des verwendeten Aromahopfens empfindet man die Bitterkeit angenehm und harmonisch“, versichert Oberlindober. 2014 konnte Schönramer mit dem Pils den World Beer Cup gewinnen, welcher alle zwei Jahre in den USA veranstaltet wird.  Somit ist man amtierender Weltmeister in der Kategorie German Style Pils. Der Veranstalter des Word Beer Cups hat sich das Ziel gesetzt, Kundenbewusstsein über Qualität und Vielfalt der Bierstile weltweit zu stärken. Dabei sollen Innovation und Tradition beachtet werden. Somit wird Klein- und Mittelbetriebe die Möglichkeit geboten sich mit ihren Qualiätsprodukte besser zu profilieren.

Ebenfalls bietet die Brauerei Schönramer ein Sortiment an internationalen Bierstilen an. Dabei braut man mit Spezialhopfensorten, welche teilweise ihren Ursprung in England und Amerika haben, jedoch in Bayern angebaut werden. Diese Biere reifen mindestens 14 Monate im Holzfass, wobei das Imperial Stout sogar eine Lagerzeit von 15 Jahren aufweist. Obwohl diese Biere der Craft Beer Szene zuzuordnen sind, verzichtet Schönramer auf die englische Bezeichnung. „Craft Beer bedeutet nichts anderes als handwerklich hergestelltes Bier. Im Chiemgau und in ganz Bayern stellt man seit der Gründung des deutschen Reinheitsgebotes handwerklich Bier her. Daher vermarkten wir unsere Schönramer Biere seit Jahren unter den Slogan: handwerklich gebraut, garantiert Geschäftsführer Alfred Oberlindober und macht sich für damit bayrische regionale Zutaten stark. Lebenslust, Gaudi und Fröhlichkeit wird mit dem Mischgetränk „Gwasch“ vermittelt. Gwasch ist bayrisch und heißt frei übersetzt Mischung. Ein passender Name für die spritzige Bier Erfrischung mit natürlichem Zitronensaft.

Moos Lehrpfad im Schönramer Filz im Chiemgau
Tipp

In unmittelbarer Nachbarschaft zur Brauerei befindet sich das Schönramer Filz. Aufgrund der Nähe zum Moorgebiet Petting, wird das Schönramer Bier von der Fangemeinde liebevoll „Mooswasser“ oder „Moospiepn“ genannt wird. Der Moorlehrpfad Schönramer Filz ist ein beliebtes Reiseziel für Einheimische und Touristen. Nach der Genusswanderung stärkt man sich  gerne mit bayrischen Schmankerln und Bier im Bräustüberl Schönram.


Datum: 3. August 2015 . Autor: Mattias Gepp . Kategorie: Ausflugsziele . Brauereien . Genuss . Orte . Petting . Region . Regionale Spezialitäten
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