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Seebruck: Die Römer sind los

Anja Eder

Seebruck ist einer der besterforschten Römerorte Bayerns. Immer wieder stieß man bei Ausgrabungen dort auf Fundstücke. Ob auf dem Archäologischen Rundweg oder im Museum, hunderte große und kleine Funde aus dieser Zeit sind Zeugen einer faszinierenden, vergangenen Epoche.

Damit ist Seebruck älter als München

Das Römermuseum in Seebruck hat viele original Funstücke aus der damailigen Zeit zu bieten

Das Römermuseum in Seebruck hat viele original Funstücke aus der damailigen Zeit zu bieten

„Bedaium“ heißt das Römermuseum in Seebruck, der alte Name für Seebruck, den die Römer dem Ort einst gaben. Wir haben uns dort zu einer Erlebnisführung angemeldet. Gäste und Einheimische sind dazu gekommen, Erwachsene und auch viele Kinder. Im ersten Teil der Führung geht es mit der Archäologin Andrea Krammer durchs Museum. Die Kelten waren schon in unserer Region, bevor die Römer kamen, erzählt sie. Konflikte habe es aber keine gegeben, denn man kannte sich:  schon vor ihrer Ansiedlung waren die Römer zum Eisenerz-Einkauf in die Region gekommen. Vor fast 2000 Jahren haben sie sich dann in Seebruck niedergelassen. Damit sei Seebruck älter als München, erzählt sie. Die Siedlung entstand, weil die Menschen in Seebruck die Alz überqueren mussten und hier deswegen längeren Aufenthalt hatten.

Die Spuren der Römer sind noch heute zu finden

Mit den Römern kamen die ersten richtigen Straßen in die damals schon recht dicht besiedelte Region. Die heutige Autobahn A8, die von Salzburg nach München führt, folgt noch immer ihrer alten Route. Andere Dinge aus ihrer Zeit haben sich nicht so lange gehalten. So hätten die Römer in Wachstafeln geschrieben, weil Papier so teuer war. Römische Wattestäbchen waren aus Bronze und sahen aus wie Nägel, und ihr Make Up wurde tatsächlich ins Gesicht gespachtelt. Olivenöl und (süßen) Rotwein wussten sie ebenso zu schätzen, wie viele heute noch. Genauso wie die von ihnen bevorzugte Fischsoße, wurden diese Lebensmittel aus dem Süden importiert.

„Geschichte zum Anfassen“

Fußboden- und Wandheizungen waren zur Römerzeit kein Luxus, sie gehörten in jedes Haus. Das erzählt Matthias Ziereis als römischer Legionär Quintus Tiberius Octavius im zweiten Teil der Führung. Er führt die Besucher in die ein paar hundert Meter vom Museum entfernte Darre, wo einst Fisch und Fleisch geräuchert wurden. Nach diesem kurzen Ausflug zurück im Museum, beginnt für viele Kinder das eigentliche Spektakel: sie dürfen in die unterschiedlichen Römer-Unifomen aus verschiedenen Jahrhunderten und unterschiedlicher Standesvertreter schlüpfen. Eines wird dabei schnell klar: Ob Muskelpanzer oder Kettenhemd, Helm mit Wangenklappen und Nackenschutz oder Holzschild – wer sich schützen wollte, hatte schwer zu tragen. Das konnten die Kinder am eigenen Leib erfahren und hatten ihrer Spaß daran. Genauso wie beim Drehen der römischen Kornmühle. „Geschichte zum Anfassen“, die bei allen Besuchern gut ankam.

 

 

 

 

Tipp

Weitere Termine und Informationen zu Anmeldung unter http://www.seeon-seebruck.de/roemisches-leben-in-bedaium


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