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High-Tech seit 1912: Die Traunsteiner Sternwarte

Datum: 28. April 2016 . Autor: Raphaela Jakob . Kategorie: Kultur . Museen . Orte . Region . Tradition & Handwerk . Traunstein
Science-Fiction in Traunstein seit 1912
Raphaela Jakob

Die Sternwarte in Traunstein ist trotz ihres auffälligen, kuppelförmigen Aufbaus nicht vielen Menschen ein Begriff. Dabei ist es Dank der Jugendstil-Villa in Traunstein seit über 100 Jahren möglich, mit einem Linsenteleskop einen Blick in ferne Galaxien zu werfen. Harald Eckstein und Christian Wagner sind Hobby-Astronomen und bieten Kleingruppen exklusiv einen Blick hinter die Kulissen der Traunsteiner Sternwarte.

Blick in fremde Galaxien

Science-Fiction in Traunstein seit 1912

Besucher können einen Blick durch das Linsenfernrohr werfen

Auch wenn man es sich noch schwer vorstellen kann, geht die Wissenschaft heute davon aus, dass in unserem Universum fremdes Leben existiert. Besucht man die Sternwarte Traunstein im Haus St. Rupert, ist diese Vorstellung gar nicht mehr so abwägig.

Ein Blick durch das Fernrohr zeigt, wie aktiv unsere Galaxie tatsächlich ist. Plötzlich bietet sich einem die Möglichkeit, die interessanten Schattenspiele der Mondkrater oder die Äquatorstreifen des Jupiters vor Augen zu haben. Und auch über die vorbeischwebende ISS haben Eckstein und Wagner einige Informationen für die Besucher. Dass die beiden Hobby-Astronomen handfestes Wissen über unser Sonnensystem haben, lässt sich nicht leugnen. Umso erfreulicher, dass sie auf ehrenamtlicher Basis regelmäßige Führungen durch die Traunsteiner Sternwarte ermöglichen und den einzigartigen Blick in den Sternenhimmel und über die Dächer der Stadt teilen.

Ehrensberger Sternwarte

Science-Fiction in Traunstein seit 1912

Die Kuppel der Sternwarte im Haus St. Rupert

Als Dr. Dr. Emil Ehrensberger 1912 bis 1915 seine Villa im Jugendstil erbauen lies, ahnte er noch nicht, wie teuer ihm sein Hobby, die Astronomie, zu stehen kommen würde„, so Eckstein.

Um das unter der Kuppel verankerten Teleskop von jeglichen Erschütterungen fernzuhalten, wurde das Gebäude aus Beton gegossen. Anschließend folgte die 4,5 Meter hohe Holzkuppel mit Kupferverkleidung, unter der sich das dreilinsige Fernrohr befindet. Bereits zu Ehrensbergers Zeiten verfügte es über eine Brennweite von 261 Zentimetern und ermöglichte bis zu 350-fache Vergrößerungen. „Es ist unglaublich, wenn man sich überlegt, was bereits während des ersten Weltkriegs im High-Tech Bereich möglich gewesen ist!

Heute ist die Ehrensberger Villa in der Hand der Erzdiözese München und Freising und dient als Bildungseinrichtung.

Zeiss-Refraktor

Der Refraktor, der sich in der Kuppel des Hauses St. Rupert befindet, stammt von der Firma Zeiss aus dem Jahr 1913. Dieses Linsenfernrohr verfügt über drei Silikatlinsen, die jeweils einen Durchmesser von 175 mm haben. Für das Jahr 1913 revolutionär! Und auch heute erreicht der Refraktor noch seine volle optische Leistung – so konnten, laut Eckstein, im Jahr 2007 dank einer Spezialfirma das gesamte Fernrohr überholt und die Linsen neu justiert werden.

Sternwarte Traunstein

Treppenaufgang des Haus St. Rupert in die Kuppel

Haus St. Rupert

Doch nicht nur wegen der Sternwarte ist das Haus St. Rupert einen Besuch wert: Die prunkvolle Innenneinrichtung der Jugenstil-Villa ist zum Großteil noch original erhalten beziehungsweise konnte originalgetreu Wiederhergestellt werden. Dank der jahrelangen Nutzung der Villa als Privathaus und den Verkauf an die Erzdiözese München und Freising konnten Schäden, die an der Inneneinrichtung zur Zeit der Alliierten entstanden sind, behoben werden.

So erhebt sich das Gesamtensemble der Ehrensberger Villa weiterhin ehrfürchtig vor der Weite des Universums und wirkt auf Besucher wie aus einer anderen Welt.

Die Führung in der Sternwarte Traunstein bietet einen faszinierenden Ausflug zu den Sternen. Mitten in Traunstein – dem Herzen des Chiemgaus.

 

 

 

Tipp

Neben der Sternwarte Traunstein bietet das Chiemgau noch zahlreiche weitere Führungen in ausgewählten Museen. Neben der Maxhütte in Bergen versetzt einen zum Beispiel auch das Naturkundemuseum in Siegsdorf in eine andere Zeit.


Datum: 28. April 2016 . Autor: Raphaela Jakob . Kategorie: Kultur . Museen . Orte . Region . Tradition & Handwerk . Traunstein
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