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Kunst-Multitalent beim Weihnachtsmarkt Kloster Seeon

Künstlerin und Kaffeemalerein im Chiemgau
Manuela Jaud

Bereits zum vierten Mal stellt sie beim Adventsmarkt Kloster Seeon aus. Sie malt mit Kaffee, stellt Schmuck aus Silber, Porzellan oder Bronze her und kreiert nebenbei auch noch seltene afrikanische Musikinstrumente. Johanna Wagner ist Künstlerin aus Leidenschaft. Ich habe mich auf den Weg gemacht, die Kunstwerke der talentierten Chiemgauerin zu betrachten.

Details so weit das Auge reicht

Atelier voller Kunst im Chiemgau

Das ganze Haus strotzt nur so von Kaffeebildern, selbstgemachten Gegenständen und Schmuck

Freundlich empfängt mich Johanna an der Haustür. Schon beim Reingehen fallen die vielen dekorativen und künstlerischen Kleinigkeiten auf: handbemalte und selbst gemachte Schüsseln, Kaffeemalerei an den Wänden und ein Gefäß, das wie eine Vase aussieht. Es ist aber ein afrikanisches Musikinstrument – und natürlich selbst gemacht. Herzlich bitten mich Johanna und ihr Mann – die täglich die Mittagspause gemeinsam verbringen – an den Tisch zu Kaffee und Kuchen. 

Vom 17. Jahrhundert auf den Weihnachtsmarkt Seeon

Kaffeemalerei im Chiemgau

Kaffeemalerei im Atelier von Johanna Wagner

Während der Kaffeerunde wird schnell klar, dass Johanna sehr gut über die Geschichte der Kaffeemalerei Bescheid weiß. Sie erzählt, dass es sich um eine sehr alte Technik handelt: Im 17. Jahrhundert verwendeten Pariser Aquarellmaler Kaffee, weil sie sich die teuren Pigmente nicht leisten konnten. Johanna brachte sich die Kaffeemalerei und vieles andere selbst bei und stellt seit einiger Zeit am Adventsmarkt Kloster Seeon aus. „Vor ein paar Jahren nahm ich an der Sommerakademie von dem berühmten Chiemgauer Künstler Angerer dem Jüngeren teil. Und zum Geburtstag habe ich einmal einen Silberschmiedekurs geschenkt bekommen. Ab da entfachte in mir ein Feuer für das Herstellen von Schmuck.“, schmunzelt Johanna. 

Eine Bekanntschaft und ihre Folgen

Kaffeemalerei am Adventsmarkt Kloster Seeon

Seit einigen Jahren stellt Johanna Wagner ihre Kunstwerke auf den verschiedensten Märkten im Chiemgau und Umgebung aus – mit Erfolg.

Lange blieb ihr Talent nicht unentdeckt. Die Geschichte, wie Johanna ihre selbstgefertigten Kunststücke an den Mann bzw. an die Frau brachte, begann im Jahr 2008. Nach einem Arztbesuch traf sie einen Mann, der afrikanische Kunstschätze verwaltet. Die beiden kamen ins Reden und beschlossen gemeinsam eine Vernissage zu veranstalten. „Ein viertel Jahr später war es dann soweit. Im Rathaus Traunstein stellten wir gemeinsam aus und ich muss sagen, unsere Kreationen sind sehr gut angekommen. Das war der Beginn.“, lacht Johanna. Dieses Jahr präsentierte die Künstlerin ihre Werke auf den Traunsteiner Rosentagen, auf einem Kunsthandwerkermarkt in Bergen und zu guter letzt an zwei Weihnachtsmärkten: Den Adventsmarkt Kloster Seeon und dem 6-Sinne-Markt in der Mühle St. Johann.

Von der Büroangestellten zur Ausstellerin 

Portrait von Johanna Wagner am Weihnachtsmarkt im Chiemgau

Das besondere Flair zieht Johanna seit vier Jahren zum Adventsmarkt Kloster Seeon

Den Hang zum Kreativen wurde der sympathischen Chiemgauerin praktisch in die Wiege gelegt. Ihr Vater war Bildhauer und stellte für die Kinder ihre ersten Holzski her. Ihre Mutter schneiderte für Johanna und ihre Geschwister viele Kleidungsstücke. Nach einigen zeitverschlingenden Jobs hat Johanna nun endlich mehr Zeit für ihre Leidenschaft: kreativ sein. Die ehemalige Büroangestellte zaubert neben Kaffeemalereien viele außergewöhnliche Schmuckstücke in ihrem Atelier für den heurigen Weihnachtsmarkt beim Kloster Seeon

Spiritualität und Kunst

Johanna im Atelier beim KaffeemalenJohanna gönnt sich genügend Zeit und viel Ruhe um sich ihrem Handwerk zu widmen. Im eigenen Atelier bei sich zu Hause fertigt sie in mühevoller Kleinarbeit jedes einzelne Stück. Innen hängen Postkarten von Johanna auf denen verschiedene Kaffeemalereien abgebildet sind. Auf einer Ablage stehen ihre „Modelle“, an denen Schmuck angebracht ist und auf dem Tisch liegen die fertigen Schmuckstücke für den Adventsmarkt schon bereit. Vor der Tür des Ateliers steht eine große, sitzende Buddha Statue. Johanna ist sehr spirituell. Zusammen mit ihrem Mann praktiziert sie Buddhismus. Hae Jin, ihren buddhistischen Namen, hat die Mutter eines Sohnes von ihrer koreanischen Meisterin bekommen. „Er bedeutet: Ozean und Wahrheit.“ Die gebürtige Siegsdorferin erläutert weiter: „Meine Spezialität sind von Hand gefertigter Unikatschmuck, wie Anhänger, Ringe oder Talismane.“

Inspirationsquelle Natur

Ihr Glaube ist eine große Inspirationsquelle, genauso wie ihre Heimat der Chiemgau. „Am allermeisten inspiriert mich die Liebe zur Natur. Ich erlebe so viel auf dieser Welt, dass ich gar nicht alles einfangen kann.“, sagt die lebensfrohe Traunsteinerin. Am glücklichsten ist Johanna, wenn sie Leuten mit ihrer Kunst Freude bereitet. Johanna erzählt: „Auf einem Markt kam einmal eine junge Frau auf mich zu. Sie sagte mir, dass sie mich schon von den Rosentagen kennt und sie findet, dass ich den schönsten Stand auf dem ganzen Markt hätte. Klar ist das subjektiv, aber das hat mich natürlich extrem gefreut.“ Die Kaffeemalerin hat ihr Ventil gefunden um sich auszudrücken und sagt weiter: „Wir alle haben so viel Potenzial mit auf den Weg bekommen und das sollten wir miteinander teilen. Wir sind schließlich alle eins mit der Welt.“ 

Tolle Aussicht beim Weihnachtsmarkt in Seeon

Blick auf das Kloster SeeonDeshalb kann Johanna den Weihnachtsmarkt in Seeon kaum mehr erwarten. „Dazu kommt noch, dass es einfach ein unheimlich malerischer Ort ist: ein kleiner idyllischer See, daneben das Kloster Seeon – die Stimmung könnte nicht besonderer sein.“, schwärmt Johanna. Ein weiterer Vorteil: ihre beheizte Hütte mit Blick auf das Gewässer. Johanna schwelgt in Erinnerungen und meint: „Von meinem Stand aus sehe ich nicht nur den See, sondern das hohe Schilf, viele Pflanzen und Vögel. Da hole ich mir meine nächsten Ideen.“ Auch ihr Mann Paul unterstützt sie bei Märkten. Johanna lächelt und erzählt: „Er hält mir den Rücken frei. Einmal, beim Adventsmarkt Seeon bekam ich einen Hexenschuss. Natürlich konnte ich mich kaum bewegen. Da sprang Paul ein: Er brachte die Tische rüber und dekorierte meinen Stand.“

Erfolgsrezept Zeit und Ruhe 

Portrait am Weihnachtsmarkt im ChiemgauDie praktizierende Buddhistin plant ihre Kunst nicht. Sie entsteht aus dem Augenblick heraus. Sie setzt sich hin, ohne Musik, ohne Ablenkung und fängt an. „Ich finde es schön, die eigenen Formen und Gedanken umzusetzen – egal wie. Jedes Material reizt mich.“, erklärt Johanna. Das ist der Grund weshalb sie viele verschiedene Werkstoffe besitzt. Die Vollblut-Künstlerin benötig für ihre Werke unter anderem:

  • Sägen
  • Hammer
  • Lötwerkzeuge
  • Feilen
  • feuerfeste Eisenplatten
  • Drähte
  • Pinsel
  • Leinwände

Wenn sich jemand dafür interessiert es auch einmal mit der Kaffeemalerei oder dem Schmuckschmieden zu versuchen, für den hat die erfahrene Handwerkerin noch einen Tipp: klein anfangen, ausprobieren und sich trauen mit verschiedenen Materialien zu spielen. Wichtig sind vor allem gute Pinsel. Wer Lust bekommen hat Johannas Arbeiten zu bestaunen, hat beim Adventsmarkt Kloster Seeon die Gelegenheit. Dort warten noch viele weitere weihnachtliche Höhepunkte auf die Besucher.

Kunststücke am Weihnachtsmarkt
Tipp

Johanna Wagners Kunstwerke können Interessierte auf ihren beiden Websites bestaunen: www.kreativ-johanna.dewww.hae-jin-arts.de


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