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Spezialfahrräder: Porsche auf drei Rädern

Datum: 31. März 2015 . Autor: Anja Eder . Kategorie: Aktiv . Chieming . Orte . Radeln . Radfahren . Region . Tradition & Handwerk
Anja Eder

Radfahrer finden im Chiemgau unendlich viele Möglichkeiten. Sportliche Fahrer und Genussradler, Jung und Alt – für jeden gibt es die richtige Tour. Auch Menschen mit Handicap und Senioren, die sich auf Zweirädern nicht mehr so sicher fühlen, sind nicht ausgenommen: Spezialfahrräder sind eine tolle Möglichkeit auf Tour zu gehen. 

Mit neuer Energie in die Saison 2015

Gunda Krauss und ihr "Easy Rider" sind startklar.

Gunda Krauss und ihr „Easy Rider“ sind startklar.

Dass Gunda Krauss Herrn Schuster vertraut, hätte sie mir gar nicht sagen müssen. Wie die beiden miteinander umgehen, das ist keine typisches Geschäftsverhalten, der Ton ist sehr freundschaftlich. An diesem noch kühlen Frühlingstag ist Gunda Krauss extra aus München nach Chieming gekommen, um sich ihr Spezialfahrrad wieder bei ihm abzuholen. Einen neuen stärkeren Motor hat sie sich in das Dreirad-E-Bike einbauen lassen, den wird sie brauchen. Für die Radbeauftrage im Bezirksausschuss ist ihr Radl Autoersatz. 6000 Kilometer sind es im Jahr – alleine die Alltagsfahrten. Dazu kommt in diesem Jahr noch mindestens eine große Tour. Vor sechs Jahren ist Krauss von München nach Rügen geradelt, dieses Jahr will sie von den Alpen an die Nordsee, auf die Route 76 . Die genau Strecke kennt sie noch nicht, denn die bestimmen ihre Fans auf Facebook und Twitter.  Für dieses Projekt wurde sie bereits im vergangenen Jahr mit dem Alterspreis der Robert-Bosch-Stiftung ausgezeichnet.

Easy Rider auf drei Rädern

Radmechaniker Schuster: Fast 40 Jahre Berufserfahrung

Radmechaniker Schuster: Fast 40 Jahre Berufserfahrung

Fahren wird sie mit ihrem „Easy Rider“, dem Porsche unter den Drei-Rädern, wie sie sagt. Doch auch mit dem wird sie einige Zeit unterwegs sein: Ihr „Porsche“ bringt es auf gerade einmal 17 bis 20 km/h. Und etwa alle zwei Stunden muss sie ein Tankpäuschen einlegen, denn der Elektrosprit reicht für maximal 40 Kilometer.

Die 76-jährige liebt ihr Dreirad, das merkt man. Ohne es wäre sie schließlich auch nicht mehr so mobil. In München, wo sie wohnt, würde sie sich mit einem normalen Fahrrad schon lange nicht mehr auf die Straße trauen. Mit dem Dreirad hat sie da keine Probleme. Und so empfiehlt sie auch allen, die sich auf dem Zweirad nicht mehr wohl fühlen, eines mit einem Rad mehr zu nehmen.

 Spezialfahrräder für unterschiedlichste Ansprüche

Auch für Herrn Schuster ist klar: Alter oder Krankheit sind noch lange kein Grund aufs Radfahren zu verzichten. Argumente, die diese Aussage unterstützen hat er viele, z. B. Kunden, die bis aus Wiener Neustadt in seinen Laden „Tour Me“ nach Chieming kommen. Oder auch Frau Krauss, die trotz der mehr als 100 Fahrradläden in München lieber zum Fachmann an den Chiemsee fährt. Neben „normalen Fahrrädern“ bietet Schuster verschiedenste Spezialfahrräder an. Das Dreirad, ob mit oder ohne Motor, mit zwei Rädern hinten oder vorne, gehört dabei eher noch zu den gewöhnlicheren Gefährten. Und auch Tandems sieht man hin und wieder auch anderswo. Aber ein Parallel-Tandem, ein Dreirad auf dem man zu Zweit nebeneinander sitzen kann, das habe ich vorher noch nie gesehen. Und ich wusste auch nicht, dass es Dreiräder gibt bei denen man Rollstuhlfahrer mitnehmen kann – sogar mit ihrem eigenen Rollstuhl.

„Von der Stange“ gibt es diese Spezialfahrräder nicht, jedes ist ein Unikat, denn jeder Käufer hat andere Bedürfnisse. Und: Kaufen, rauf setzen und losfahren – so einfach ist es nicht. Neben einer Probefahrt bietet Herr Schuster auch eine „Dreirad-Fahrstunde“ an: „Man muss immer gerade sitzen bleiben. Sobald man sich in eine Kurve legt, fährt man genau in die entgegengesetzte Richtung von der, in die man will“, sagt er. Bei den ersten Fahrversuchen hat er deswegen immer eine Hand mit am Lenker.

Freude am Abzischen

„Ein Dreirad findet immer ein Schlagloch“ sagt Gunda Krauss, aber sonst falle ihr kein Nachteil ein. Dass Radfahren nicht nur etwas für junge, dynamische Menschen ist, sonder auch für ältere mit Behinderungen, das wolle sie publik machen. Und man merkt ihr die Freude an, wenn sie von ihren Erfahrungen als Radlerin in München erzählt. Öfter blicken sie Leute an einer roten Ampel an, als wollten sie sagen „Mensch, die Alte, die kommt nicht so schnell über die Kreuzung.“ Dann wird die Ampel grün und sie zischt davon.

Chiemgau Erlebnisradtour Klosterweg
Tipp

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Datum: 31. März 2015 . Autor: Anja Eder . Kategorie: Aktiv . Chieming . Orte . Radeln . Radfahren . Region . Tradition & Handwerk
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