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Moderne Musik aus Bayern

Cornelia Schierl

Die Region um den Chiemsee ist nicht nur unglaublich heimelig und wunderschön, sondern auch sehr vielseitig. Dass das auch auf die Menschen hier zutrifft, beweisen die Jungs von der Mundwerk Crew. Mit einem ganz eigenen Stil aus Jazz, Hip Hop, Reggae und Rock gehen die Chiemgauer ihren Weg. Tobi – Gründungsmitglied und Sänger/MC der Truppe – verriet mir im Interview, warum er nie aus dem Chiemgau wegziehen könnte und warum es ihn immer wieder hierher zurück verschlägt.

Bayern: Das Land zünftiger Klänge und Heimat des Oktoberfestes. Wie kommt man als junger Chiemgauer darauf, Hip Hop machen zu wollen?
Die Mundwerk Crew aus dem Chiemgau

Die Mundwerk Crew aus dem Chiemgau

Sebi und ich stammen aus Truchtlaching, einer kleinen Ortschaft an der Alz im Chiemgau. In dieser kleinen Gemeinde sind wir mit unserem Interesse für Musik aller Art schnell aufgefallen. Wir interessierten uns immer schon für verschiedene Stile, wie Jazz, Rock und auch Hip Hop. Besonders letzterer wurde dann in der Zeit unserer „aktiven“ Jugend richtig beliebt.

Wir haben dann selbst angefangen, Beats zu produzieren und Texte zu schreiben. Das Schöne daran war, dass diese Art der Musik relativ einfach zu realisieren war. Natürlich fielen wir in unserer Heimat dadurch noch mehr auf – auch, weil wir uns vielleicht etwas „anders“ kleideten (lacht).

Das war eigentlich der Anfang der Entstehung unseres Stils. Wir haben unsere Interessen, musikalischen Vorlieben und unsere Wurzeln in das reingepackt, was wir da angefangen haben zu machen. Die Arbeit an diesem ganz eigenen Mundwerk-Stil ist noch lange nicht abgeschlossen, unser gerade erschienenes Album ist aber ein wichtiger Schritt in dieser Entwicklung!

„Weiß-Blauer“ wird mittlerweile als Hymne für eure Heimat gefeiert – war das auch die Idee dahinter und was hat euch zum Schreiben des Songs bewogen?

Eigentlich wollten wir einfach mal eine Nummer machen, in der wir unserer Heimat Raum in unserer Musik geben. Wir sind ja gerne da, wo wir herkommen, wir reden gerne bayrisch und wir erinnern uns gerne an unsere Jugend hier. Natürlich kam schon während der Produktion der Witz auf, dass das die „neue Hymne“ werden könnte, die Intention war aber eine andere.

Der Song soll einfach sagen: Hier fühlen wir uns wohl. Das gilt aber nicht einfach nur für uns und Bayern oder den Chiemgau. Der Song hat in Russland oder in Wien genauso seine Gültigkeit. Es geht darum, sich dort wohl zu fühlen, wo man herkommt und um das positive Gefühl, das damit einhergeht.

Gibt es regionale Unterschiede, wie eure Songs ankommen – besonders das auf Mundart gesungene „Weiß-Blauer“?
Die Mundwerk Crew in Aktion

Die Mundwerk Crew in Aktion

Wir versuchen eigentlich gerade bei unseren Live-Auftritten besonders das Gefühl hinter unserer Musik zu vermitteln: Dieses lockere, den bayrischen Stil vermischt mit unserem ganz eigenen Ding. Ob jetzt bei „Weiß-Blauer“ in Mundart oder bei einem Song auf Hochdeutsch – das kommt eigentlich immer rüber. Es geht um das Lebensgefühl. Was manchmal zu Verwirrungen führt, sind Ansagen auf bayerisch (lacht).

Zu euren Videos: Wie habt ihr die Drehs erlebt und gab es besonders witzige Geschichten bei den Produktionen?

Witzig waren eigentlich alle Drehtage, die wir bisher hatten. Wir sind da eine Crew aus ca. zehn Leuten und machen alles selbst. Zu „Der Sommer ist da“ haben wir zum Beispiel einfach einen Griller an unseren Badeplatz am Chiemsee gestellt, haben unsere Freunde eingeladen und angefangen zu filmen. Die restlichen Szenen wurden später nachgedreht und reingeschnitten.

Bei Weiß-Blauer waren wir einfach viel unterwegs, das waren aufwändige Produktionen. Manchmal wars halt nicht so lustig, wenn man erst um 3 ins Bett kommt und um 5 wieder raus muss, um die Kameraausrüstung auf den Berg zu schleppen. Für die Aufnahmen mit der Band und dem Dettl haben wir einen ganzen Heuboden ausgeräumt – und dann am Abend einfach gemütlich gegrillt und uns gefreut, dass wir machen können, was wir tun.

Generell kommen Landschaften aus dem Chiemgau und der Chiemsee in euren Videos immer wieder vor – legt ihr darauf besonderen Wert?

Das ergibt sich eigentlich. Man könnte an vielen Orten drehen, aber wir tun das einfach gerne hier, weil wir von hier sind, uns auskennen und wissen was wir machen können. Die Region bietet so viele Möglichkeiten und das hat bisher einfach immer perfekt gepasst.

Dadurch, dass wir alles selbst machen und gerne mit Freunden arbeiten ist das nicht unwesentlich. Wir legen einfach Wert darauf, in unseren Videos wir selbst sein zu können und dass wir einfach Spaß dabei haben. Dadurch, dass wir das so machen, kommen dann automatisch Dinge rein, die wohl auch typisch für unsere Heimat sind.

Auch das Bandlogo ist Blau-Weiß

Auch das Bandlogo ist Blau-Weiß

Könnt ihr euch vorstellen, irgendwann aus dem Chiemgau weg zu ziehen?

Das war natürlich schon oft ein Thema in der Band, aber so richtig vorstellen kann sich das keiner. Wir haben jetzt alle unseren Mittelpunkt nach Traunstein verlegt und lieben es einfach hier. Natürlich würde es vielleicht den musikalischen Horizont erweitern, zum Beispiel in Berlin zu leben. Aber dadurch, dass ich dann im Sommer nicht einfach mal an den See gehen, oder mich mit Freunden auf ein Bier an der Alz treffen könnte, würde mir so viel fehlen, dass sich das wohl eher negativ auswirken würde.

Hast du einen persönlichen Lieblingsplatz in deiner Heimat, vielleicht einen Badeplatz am Chiemsee oder ähnliches, den du unseren Lesern verraten kannst?

Was ich schon als Kind immer sehr gerne mochte sind die Badeplätze an der Alz in Truchtlaching. Da kann man sich im fließenden Wasser treiben lassen, es gibt Boote, Stege und eine Brücke, von der man natürlich NICHT hineinspringen darf (lacht). Am Abend kann man dann in der Beachbar oder im Sundowner einfach ein Bier genießen und den Tag ausklingen lassen – und schon deshalb möchte ich von hier nicht weg!


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1 Kommentar
  1. semmelmayr sagt:

    bin fan! geniale truppe! und: echt, bayrisch, weiss-blau!

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