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Schattenwald: Mystery – Made im Chiemgau

Datum: 13. April 2015 . Autor: Anja Eder . Kategorie: Ausflugsziele . Chieming . Kultur . Orte . Region . Seeon-Seebruck-Truchtlaching . Tradition & Handwerk
Mystery-Thriller Schattenwald im Chiemgau
Anja Eder

„Schattenwald“ ist der Titel eines Mystery-Thrillers, der im vergangenen Jahr im Chiemgau gedreht wurde. Große Teile des Films entstanden in und um Chieming. Da passt es, dass der Film die Kino-Open-Air-Saison 2015 in Chieming am 14. Mai eröffnet. Regisseurin des Streifens ist die Chiemgauerin Laura Thies.

Frau Thies, in Schattenwald geht es um eine junge Songtexterin, die nach einem Burnout in ein altes Landhaus fährt und dort eine mysteriöse Begegnung hat. Als Sie das Buch gelesen haben, hatten Sie da gleich den Chiemgau als Drehort im Kopf?

Ich hatte sofort das Haus von meinem Patenonkel im Kopf.

Gibt es Drehorte, die auf alle Fälle jeder Filmbesucher bei seinem nächsten Aufenthalt in Chieming leicht entdecken kann?

Die Aral Tankstelle in Chieming, die Aussichtsplattform beim Parkplatz bei der Frauenklinik und den Stötthamer Friedhof kann man sehr leicht wiedererkennen und dann natürlich besuchen!

Das Team gemeinsam am Chiemsee

Das Team gemeinsam am Chiemsee

Sie kommen aus Stöttham. Ist es ein besonderes Gefühl zuhause zu drehen? Macht es die Arbeit schwerer oder leichter?

Es war schon ein sehr besonderes und auch ein unwirkliches Gefühl dort zu drehen. Ich musste mit einem riesigen Team meine Heimat und die Orte, an denen ich aufgewachsen bin, teilen. Da hatte ich am Anfang schon auch Angst, ob es wohl allen gefällt. Ausserdem haben wir Chieming, Ising, Stöttham und Seebruck mit sehr vielen Menschen und Fahrzeugen überfallen. Dafür war ich natürlich auch verantwortlich und habe immer gehofft, dass wir niemand belästigen, nichts zerstören und sonst auch keine Probleme bereiten. Als dann am 11. März 2015 der ‚BR Kino Kino‘ Bericht  im Fernsehen lief und der Sprecher sagte: „Ihre Heimat rund um den Chiemsee hat Laura Thies auf der Leinwand verewigt“, ist mir dann das erste Mal richtig bewußt geworden, was ich da eigentlich gemacht hatte. Es ist ja mein erster deutscher Film und ich finde es unglaublich schön, dass ich damit die Landschaft meiner Kindheit zeigen darf.

In der Heimat zu drehen, hat schon einiges viel, viel leichter gemacht, da wir hier wahnsinnig viel Unterstützung bekommen haben. Wir durften in Chieming im Haus des Gastes unser Produktionsbüro aufschlagen, hatten keine Probleme mit Drehgenehmigungen, haben von den täglichen Backwaren, über Freilandeier bis hin zu Produktionsautos vom lokalen Autohändler zahlreiche Sponsoren, die uns ausgeholfen haben, und haben einen super Hoteldeal für die Unterkunft das gesamten Teams bekommen! Uns hat es dadurch an nichts gefehlt, trotz des sehr geringen Budgets.

Neben der Hauptdarstellerin Josephine Ehlert, die auch das Buch geschrieben hat, spielen bei Schattenwald eine ganze Reihe sehr bekannter Schauspieler mit, darunter Tim Bergmann, Daniel Friedrich und Lisa Kreuzer. Wie schwierig war es sie für dieses Projekt zu begeistern?

Es war nicht sonderlich schwierig. Tim Bergmann kam über Josephine. Die beiden hatten zusammen schon Theater gespielt und er fand das Buch, die Rolle und die Art und Weise, wie wir das Ganze von Null selber stemmten sehr spannend. Sharyhan Osman, die auch das Titellied schrieb, ist eine sehr gute Freundin von mir und die Nichte von Daniel Friedrich. Die restlichen bekannten Schauspieler wie Lisa Kreuzer, Heidrun Gärtner und Günter Clemens kamen dann über unsere Casterin Stefany Pohlmann. Auch sie fanden es toll, dass in Deutschland mal jemand den Mut hat, einen Kinofilm frei zu produzieren, also ohne Fernsehsender und ohne Verleih, und noch dazu einen Genre Film/Mystery Thriller.

Birgt es nicht auch ein Risiko mit sehr erfolgreichen Schauspielern zu arbeiten? Als Zuschauer verbindet man bekannte Gesichter doch auch oft mit einer bestimmten Erwartungshaltung an den Film?

Ich denke nicht, dass es ein Risiko ist. Eher ein Qualitätssiegel, dass solche Schauspieler mit dem Nachwuchs arbeiten.

Hauptdarstellerin Josephine Ehlert im Chiemgau

Hauptdarstellerin Josephine Ehlert

Seit 12. März ist „Schattenwald“ in den Kinos. Wie zufrieden sind sie mit den Besucherzahlen?

Die Besucherzahlen sind recht gering. Aber da haben wir es auch schwierig. Nicht zu unrecht traut sich kein deutscher Verleiher an einen Mystery Thriller. Wenn die Deutschen für einen deutschen Film ins Kino gehen, dann eher in eine Komödie, einen Till Schweiger- oder Schweighöfer Film. Alles andere hat es im Kino schon schwer. Noch dazu kommt, dass wir ein Ultra-Low-Budget und ein Nachwuchsprojekt sind. Da erwarten die Leute auch nicht viel davon. Und ohne Verleiher und ohne Marketing Budget, dann die Aufmerksamkeit der breiten Masse zu bekommen, ist schwierig, sogar in der Heimat! Da hatte es ‚Hinterdupfing‘ letztes Jahr viel einfacher.

Aber ich möchte mich auf keinen Fall beklagen! Die Resonanz der Zuschauer war bis jetzt immer ausserordentlich positiv. Vom Lachen über Gruseln bis hin zum Weinen, gab es jede Emotion. Der Film berührt. Was will ich da mehr!

Haben Sie schon Feedback von Chiemingern zum Film bekommen?
Regisseurin Laura Thies während der Dreharbeiten im Chiemgau

Regisseurin Laura Thies während der Dreharbeiten

Ja. Die meisten sind sehr beeindruckt, wie hoch die Qulität und wie tiefgründig der Film geworden ist. Es ist kein wirklicher Mystery-Thriller, wie wir ihn aus Amerika kennen, sondern ein poetisches Mystery Drama mit sehr vielen Schichten und einem tieferen Sinn. Das hat niemand erwartet.

 Am 27. Mai eröffnet „Schattenwald“ die Kino-Open-Air-Saison in Chieming. Werden Sie sich bei der Vorstellung unter das Volk mischen?

Ja natürlich! Das lasse ich mir auf keinen Fall entgehen! Wir werden mit Team anreisen, bringen ein paar Clips vom Making-Of von dem Chieminger Filmemacher Wolfgang Spring mit und werden auch das ein oder andere erzählen!

 Nach „Schattenwald“, gibt es schon ein neues Projekt? Vielleicht wieder in der Heimat?

Ich habe schon zwei, drei neue Ideen. Da ich im Moment aber als One-Woman-Show agiere und von der Pressearbeit bis zum Filmverleih für die Kinos alles alleine mache, bleibt dafür im Moment leider keine Zeit! In der Heimat werde ich bestimmt mal wieder drehen!

Alpen Kulinarik im Chiemgau
Tipp

Nach einer kleinen Entdeckungstour der Drehorte in Chieming, lädt der Alpen-Kulinarik zertifizierte Gasthof Kupferschmiede zu einer vierdienten Stärkung ein.


Datum: 13. April 2015 . Autor: Anja Eder . Kategorie: Ausflugsziele . Chieming . Kultur . Orte . Region . Seeon-Seebruck-Truchtlaching . Tradition & Handwerk
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4 Kommentare
  1. Elisabeth Stadler sagt:

    Ich habe den Film jetzt im Traunsteiner Kino gesehen und war beeindruckt von den schönen Bildern und so gut eingefangenen Stimmungen. Kompliment an die Kameraführung! Für mich als ehemalige Stötthamerin, die Laura Thies von Kindheit an kennt, war es ein besonderes Erlebnis, zumal sie an diesem Abend selbst anwesend war. Ich werde mir den Film auch nochmal bei der Open-Air-Aufführung in Chieming anschauen.

  2. edith schäfer sagt:

    Ein sehenswerter Film! Gefühlvoll,leise,mit herrlichen Fotos vom Chiemsee.
    Man ist an Aktionfilmen ,laut ,wild ,gewöhnt.worden..
    Mit diesem Film kann man entspannen…muß sich aber erst umgewöhnen..nichts für „Kopf-menschen..
    die Geschichte , ist geheimnisvoll..spannend…..
    sehr gute Schauspieler ..Regie und Kamera super!
    Ich schaue ihn mir gerne noch 2-3mal an.
    großen respekt vor der unglaublichen Leistung .der „Mädels“Laura Thies und Joseph.Ehlert ,was sie ganz alleine auf die Beine „gestellt haben.
    Ich wünsche ,das ihre Arbeit belohnt wird..
    also ab ins Kino zum Schattenwald..

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