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Naturheilkunde aus erster Hand in Schleching

Naturheilkräuter und Kräuterwanderung in Schleching
Raphaela Jakob

Seit nunmehr 50 Jahren gibt Fritz Irlacher – der mittlerweile pensionierte und ehemalige Bürgermeister Schlechings – Kräuter- und Heilpflanzen-Führungen rund um seinen Heimatort. Seine Hausberge und die darin wachsende Pflanzenwelt kennt er wie kein Zweiter. Als in den letzten Jahren das Wissen von Pfarrer Kneipp und Hildegard von Bingen erst richtig Trend in den deutschen Küchen wurden, gab er seine Geheimtipps über die Naturheilkunde bereits lange Jahre an Einheimische und Touristen weiter.

Große Kräutervielfalt

Vor allem bei genauerer Betrachtung ist die Kräutervielfalt in Schleching mehr als umfangreich. Neben klassischen Lieblingen wie Angelikawurzel, Brennesseln und Bärwurz, finden sich auch trendige, Gourmet-Zutaten wie Giersch, junge Löwenzahnwurzeln und Bärlauch – also perfekte Salat-Ergänzungen. Dabei ist der Geschmack der Pflanzen nicht das einzige, was Fritz Irlacher regelmäßig in seine Bergwelt lockt: Die meisten Sträucher verfügen zudem noch über langerforschte Wirkstoffe, mit denen Krankheiten und sonstige Beschwerden gelindert werden sollen.

Regelmäßige Treffen von Freunden der Naturheilkunde

Naturheilkräuter und Kräuterwanderung in Schleching

Leuchtende Teufelskralle

Wisst’s ihr, was ihr mochen kinnts, wenn oana recht gstingade Fias hod?“ [Wisst ihr, was ihr machen könnt wenn jemand stinkende Füße hat?] fragt Irlacher in die recht verwirrt blickende Runde, die sich an diesem Donnerstag zu seiner Kräuterwanderung in den Schlechinger Hausbergen versammelt hat. Dass hier neben seinem Dialekt auch die Antwort seiner Frage für Verzögerung sorgt, nimmt er mit Humor. „Ah, ihr kimmts ja ned vo do.“ lacht er. Und tatsächlich: Aus Bayern scheinen hier nur zwei der insgesamt neun Teilnehmer zu kommen.

Und er ergänzt: „Es gibt kein besseres Mittel gegen Fußschweiß als die Weidenrinde. Man setzt einfach ein Fußbad an, hängt regelmäßig die Füße rein und schon nach zwei Wochen ist wieder alles in Ordnung. Eine Bekannte von mir aus Waging hat das mal bei ihrem Ehemann ausprobiert – seit dem darf er auch wieder bei ihr im Bett schlafen.“

Irlachers lange Leidenschaft mit Naturheilkunde

„Vor allem Pfarrer Kneipp und Pfarrer Grimsli sind meine großen Vorbilder, nach denen ich stehts gelebt habe. Aus dem einfach Grund, weil sie nicht so Globoli-Versessen waren, sondern etwas rauer. In dieser Branche wird viel zu viel Geschäftmacherei betrieben. Sobald auf einem Präparat „nach Art Hildegard von Bingen“ steht, wird deutlich mehr Geld verlangt. Auch wenn Hildegard von Bingen anders dachte, also beispielsweise Kneipp oder Grimsli, aber das ist schon wirklich eine Schweinerei. Und so viele Kräuter und Heilpflanzen finden sich direkt vor unserer Haustür. Das ist vielen Menschen überhaupt nicht bewusst.“ Das Wissen rund um die Kräuter möchte Irlacher teilen. Deshalb führt er bereits seit 50 Jahren Gruppen durch die Region – an Aufhören denkt er dabei noch lange nicht.

Überraschungen sind vorprogrammiert

Bei den Führungen kann in jedem Fall jeder Teilnehmer ordentlich dazulernen. Ob es allgemein um leckere Salatzutaten, den hohen Bestand an Alltagskräutern wie Giersch und Oregano in den Schlechinger Wäldern oder um konkrete Rezepte gegen Nierenblasen (Labkraut-Tee) oder Kopfweh (Weide wird auch heute noch bei der Herstellung von Aspirin verwendet) geht. Über die Schlechinger Touristinformationen sind genaue Informationen und Termine erhältlich.

Naturheilkräuter und Kräuterwanderung in Schleching

Überall in den Schlechinger Wäldern sprießt und gedeiht es – und ein näherer Blick lohnt sich

 

Elisabeth Siglreitmeier - Kräutergelehrte Buchhalterin
Tipp

Auch Elisabeth Siglreitmeier aus Übersee gibt einen Einblick in die vielseitige Welt der Kräuter. Die „Kräuterhex” erkannte einst: „Wenn ich auf die Wiesen des Bauernhofs meiner Eltern gegangen bin, habe ich beim Anblick der Pflanzen gedacht: Dich kenn ich zwar, aber ich weiß nicht, wie du heißt und was du kannst.“ Es war der Beginn einer Leidenschaft.


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