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Die Hochfelln-Seilbahn: Wolfgang Helldobler erzählt faszinierende Geschichten

Datum: 15. September 2014 . Autor: Cornelia Schierl . Kategorie: Ausflugsziele . Bergen . Orte . Region . Ruhpolding . Siegsdorf . Wandern
Cornelia Schierl

Der Chiemgau mit seinen majestätischen Bergen, den glitzernden Seen und den saftig grünen Wiesen hat viele Gesichter. Doch dieses Mal habe ich mich auf den Weg gemacht um seine „Schokoladenseite“ kennen zu lernen – und die präsentiert sich einzig und allein von oben.

Über tausend Höhenmeter sind zurückzulegen, um die Naturschönheiten des Chiemgaus im Panoramablick vom Hochfelln aus zu betrachten. Damit dieses Vergnügen nicht nur den sportlichen Wanderern vorbehalten bleibt, begann man 1968 mit dem Bau der Hochfelln-Seilbahn. Wolfgang Helldobler, Marketingleiter der Seilbahn, erzählt bei unserer gemeinsamen Auffahrt, was viele Besucher nicht wissen.

Die Sparbüchse Hochfelln-Seilbahn

Der Bau der Seilbahn sei einigen hartnäckigen Gemeinderats-Mitgliedern zu verdanken, die alles daran setzten die Bevölkerung für den Drahtseilbahnbau zu begeistern, erzählt mir Wolfgang Helldobler. „Doch was sie damals noch nicht wussten: Der Traum wurde zum Albtraum und die Seilbahn zur bodenlosen Sparbüchse. Immer wieder stieß man während der Bauphase auf Schwierigkeiten, die das Budget in die Höhe trieben. Letztendlich wurde aus den ursprünglichen Baukosten von 6,5 Millionen DM dann ein Gesamtbetrag von 14 Millionen DM. Das Ganze gipfelte in einem Konkurs 1976.“


Doch anscheinend ließen sich die Bayern nicht unterkriegen, denn wir passieren bereits die erste Liftstütze. Und während wir so dahin schweben erzählt Wolfgang wie die Bergbahn dank einer genialen Marketingidee im Jahre 1971 europaweit bekannt wurde.

Der Elefant in der Seilbahnkabine

Hochfelln Seilbahn Test durch Elefanten Radschah

Elefant Radschah testet als erster die Hochfelln Seilbahn

„Zur Eröffnung der Seilbahn stellten die Betreiber einen Elefanten in die Kabine und beförderten ihn bis zum Gipfel.“, schmunzelt er. „Sie wollten damit die Kapazität und Sicherheit der Bahn demonstrieren.“ Tatsächlich transportiert die Bahn in Sektion I 70 Personen und die Bahn in Sektion II 45 Personen nach oben. Ja, das kommt schon auf ein durchschnittliches Gewicht eines afrikanischen Elefanten hin. Bei dem „Test-Elefanten“ handelte es sich um den ersten Gast der Seilbahn. Sein Name war „Radschah“ und er gehörte dem Zirkus Brumbach.

Magie am Berg

Doch das war noch längst nicht alles. Mit großem Werbeaufwand versuchten die Betreiber immer wieder neue Gäste zu gewinnen. So kam es, dass der weltbekannte Magier Uri Geller der Seilbahn im Chiemgau einen Besuch abstattete. Gemeinsam mit den beiden Bediensteten der Bahn begab er sich auf den Weg nach oben und ließ die Hochfelln-Seilbahn ganz plötzlich auf geheimnisvolle Weise anhalten. „Noch Jahre später rätselten die Leute, wie er das gemacht haben könnte. Die beiden Bediensteten mutmaßten zum Beispiel, dass er vielleicht einen Magneten unter die Haut gepflanzt hatte und damit die Stromzufuhr störte.“, erzählt Wolfgang lächelnd.

Sir Edward und die Sonnenfinsternis

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als am 11. August 1999 die totale Sonnenfinsternis über Mitteleuropa stattfand. Und genau an diesem ganz speziellen Tag durfte die Hochfelln-Seilbahn ihren prominentesten Besucher des öffentlichen Lebens zum Gipfel transportieren. „Der ehemalige britische Premierminister Sir Edward Heath kam in Begleitung des britischen Generalkonsuls auf den Hochfelln und saß zur Sonnenfinsternis mit einer „Sofi“-Brille auf der Terrasse des Hochfellnhauses.“, erinnert sich Wolfgang.

Sonnenfinsternis am Hochfelln

Sir Edward und die Sonnenfinsternis am Hochfelln

Als die Sonne wieder erstrahlte fand auch das dunkle Kapitel der Hochfelln-Seilbahn und ihr finanzielles Fiasko ein Ende. Heute ist die Bahn Touristenmagnet und Geheimtipp zugleich.

Geheimtipp im Winter

Hochfelln Seilbahn Winter

Im Winter ein Geheimtipp für Skifahrer

Im Winter präsentiert sich der Hochfelln als Naturschneeparadies. Skifahrer und Snowboarder genießen hier ihre Sportart noch in natürlichster Form. Mit nur 5 Pistenkilometern sind die Abfahrten am Hochfelln echte „Schmankerl“ für Skifahrer. „Viele Wintersportler freuen sich, dass sie bei uns nicht auf harten Kunstschneepisten fahren müssen, sondern noch den Naturschnee erleben dürfen.“, berichtet Wolfgang. „Mit der schwarzen 2-km-Abfahrt im Bereich des ,Treffer‘ finden versierte Skifahrer ihre Herausforderung. Die restlichen 3 km im Skigebiet Bründling an der Mittelstation bieten ein Terrain für Familien.“

Von Freitag bis Sonntag ist die Bahn in Betrieb und eröffnet Wintersport- und Naturliebhabern eine Möglichkeit in Ruhe ihrer Leidenschaft nachzugehen.

Touristenmagnet im Sommer

Von Anfang Mai bis Anfang November fährt die Hochfelln-Bahn dann täglich im Halbstunden-Takt den Berg hinauf. Neben zahlreichen Gästen genießen auch Einheimische, Wanderer und Paragleiter den Service. Und auch heute bieten die Betreiber ihren Besuchern immer noch spezielle Highlights: zum Beispiel „Sonnwend am Hochfelln“ oder auch „Sonnenuntergänge am Berg“, zu denen spezielle Abendfahrten geboten werden.

Hochfelln Seilbahn Sommer

Auffahrt zu einem der schönsten Aussichtsberge im Chiemgau

 

 

Seilbahn Rauschberg
Tipp

Der Chiemgau bietet Ihnen viele weitere Bergbahnen, um problemlos auf den Gipfel zu gelangen. Eine Übersicht sowie Tipps und Informationen finden Sie bei uns auf der Webseite von Chiemgau-Tourismus.


Datum: 15. September 2014 . Autor: Cornelia Schierl . Kategorie: Ausflugsziele . Bergen . Orte . Region . Ruhpolding . Siegsdorf . Wandern
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3 Kommentare
  1. Sabine sagt:

    Ich begebe mich am Pfingswochenende mit meiner Familie auf Hochfelln-Bahn. Bin schon ein wenig gespannt, was für tolle Fotos dort entstehen werden! Im übrigen she interessante Geschichten, die hier geschrieben wurden!

    Viele Grüße
    Sabine

    • Hallo Sabine,
      wir sind auch ganz gespannt welche Bilder entstanden sind. Gerne kannst du die Besten mit uns über Facebook teilen.
      Danke für das Lob und wir hoffen du hattest ein schönes Pfingstwochenende.
      Herzliche Grüße aus dem Chiemgau
      Raphaela

  2. Stefanie sagt:

    Hallo zusammen,

    auch wir sind des Öfteren aufgrund des kurzen Anfahrtsweges oben auf der Hochfelln-Bahn. Ist klasse mit Kids.. macht jedes Mal riesigen Spass!

    LG
    Stef

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