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Naturschutzgebiet Kendlmühlfilz – Mal anders wandern

Naturschutzgebiet Kendlmühlfilzn
Sepp Späth

Für diese besondere Art der Wanderung durch ein Naturschutzgebiet bin ich bei einer geführten Tour mitgegangen. Der Biologe Stefan Kattari geht im zwei Wochen Turnus, immer dienstags, bis Oktober, in die Kendlmühlfilzn bei Grassau. Die nächste Tour findet am 12. August 2014 statt. Treffpunkt ist um 10.00 Uhr am Parkplatz am Ende der Moosbacher Str. in Grassau, unmittelbar am Rand des Naturschutzgebiets.

Eine Wanderung auf historischem Boden

Der Guide und Biologe Stefan Kattari

Der Guide und Biologe Stefan Kattari

Gleich an der ersten Station der Wanderung, an der Informationstafel am Eingang zum Filz, merke ich, dass Stefan mit viel Begeisterung dabei ist. Er erklärt uns warum es wichtig ist dieses Hochmoor zu schützen. Mit dem ersten Schritt in den Filz begibt man sich auf historischen Boden. Nicht weil hier etwas Bedeutendes passiert wäre. Nein, der Boden unter unseren Füßen ist 10.000 Jahre alt. So lange hat es gedauert bis die Kendlmühlfilzn, so wie wir sie heute kennen, entstanden.

Es geht immer geradeaus in das Moor hinein. Neben uns fließt ganz ruhig das Bächlein im Entwässerungsgraben. Immer wieder bleiben wir stehen und Stefan erklärt die Besonderheiten der Pflanzen links und rechts des Wegs. Hierbei zeigte er auch vollen Körpereinsatz, wie er erzählt. „Bis zur Hüfte bin ich im Wasser gestanden“. ABER ich will darauf hinweisen, dass jeder unbedingt auf dem Weg bleiben muss. Die Pflanzenwelt ist sehr sensibel. Und wie gesagt es hat 10.000 Jahre gedauert bis es so wird wie es heute ist.

Wandern durch eine Allee aus Birken im Naturschutzgebiet

Eine Rauschbeere

Eine Rauschbeere

So etwa zur Hälfte der Tour biegen wir in einen kleineren Weg ab. Es kommt einem so vor als würde man dadurch vom Chiemgau in die Landschaft Skandinaviens reisen. Der schmale Weg wird eingerahmt von Birken. Die weißen Stämme zeigen den Weg. Und Stefan erklärt uns, dass die Rauschbeere nichts mit Rausch zu tun hat. Auch das gibt es in den Kendlmühlfilzn: Beeren. Die dürfen auch gerne gepflügt werden. Aber auch hier gilt es das Wegegebot zu beachten. „Menschen mit langen Armen sind hier klar im Vorteil“, kommentiert Stefan und lacht. Nach der Allee aus Birken öffnet sich der Blick und man sieht die Weite des Hochmoors. Wir drehen um und gehen zum eigentlichen Ziel der Wanderung, dem Aussichtsturm mitten im Filz mit einem herrlichen Blick über das Naturschutzgebiet.

Alte Schienen und ganz viel Stille

Auf dem Weg zum Aussichtsturm, gehen wir ein Stück entlang der alten Schienen der Torfbahn. Sie war das Transportmittel für den bis in die 1970er Jahre abgebauten Torf.

Das Besondere, auf der ganzen Wanderung, ist die Stille im Naturschutzgebiet Kendlmühlfilzn. Man hört nur seine Schritte auf dem Boden. Bleibt man stehen hört man fast nichts. Besonders erlebt man das auf dem Turm. Von hier oben hat man einen sehr guten Überblick über das Naturschutzgebiet. Man bekommt einen Eindruck wie groß es tatsächlich ist. Aber nicht nur das Hochmoor sieht man. Man hat auch einen sehr guten Blick auf den Gipfel der Hochplatte.

Stefan erklärt uns noch, dass man anhand der Farben des Bodens sehen kann wie der Zustand des Moors ist. Dann beweist er uns auch noch eindrucksvoll, dass Torf zwar ein stabiler aber sehr elastischer Untergrund ist.

 Mein Fazit

Eine empfehlenswerte Wanderung ins Naturschutzgebiet. Sie dauert ca. zwei Stunden und ist für alle machbar. Turnschuhe an und einfach mitgehen. Stefan erklärt alles, im wahrsten Sinne des Wortes, sehr anschaulich. Auch ohne Führung sind die Kendlmühlfilzn einen Ausflug wert. Man findet hier sehr viel Ruhe und kann auf einer der Bänke sehr gut entspannen. Es lohnt sich!

Tipp

Ein Besuch im Museum Salz & Moor Grassau in der ehemaligen Solepumpstation „Klaushäusl“ an der B305 zwischen Grassau und Rottau. Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Salz und Moor.

Ein Tourenvorschlag durch das Hochmoor: Wandern im Naturschutzgebiet Kendlmühlfilzn


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