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Polizist auf dem Chiemsee

Anja Eder

Mit dem Boot auf dem Chiemsee, das ist im Sommer für viele das schönste Hobby.  Für Roland Kempf gehört es zum Beruf. Er ist Wasserschutzpolizist und mit dem Motorboot auf Streife.

Die WSP4, das Flaggschiff der Priener Polizei

Die WSP4, das Flaggschiff der Priener Polizei

Sommerferien in Deutschland, fast 40 Grad. Es ist Hauptsaison am Chiemsee. Als das Boot der Wasserschutzpolizei in Übersee anlegt, stehen auch gleich einige Touristen da, die zu den Inseln möchten. Doch sie müssen auf den nächsten Dampfer warten, dieses Boot hat ein anderes Ziel.  Polizeioberkommissar Roland Kempf und seine Kollegin am Steuer, Hauptmeisterin Alexandra Rieger, nehmen neben mir noch zwei Gäste mit an Bord: Oberkommissar Thomas Färbiger von der Grassauer Polizei und Carsten Voigt von der Naturschutzwacht Bayern. Gemeinsam geht es auf Naturschutzstreife. Die Überwachung der Naturschutzgebiete ist eine der Aufgaben der Wasserschutzpolizei, bei der sie heute von den Kollegen unterstützt wird.

 Polizist mit besonderen Aufgaben

Ein Wasserschutzpolizist unterscheidet sich auch optisch von den Kollegen an Land

Ein Wasserschutzpolizist unterscheidet sich auch optisch von den Kollegen an Land

Am Steuer ist heute eine Frau, Polizeihauptmeisterin Alexandra Rieger

Am Steuer ist heute eine Frau, Polizeihauptmeisterin Alexandra Rieger

Seit elf Jahren ist der Chiemsee das Revier von Roland Kempf. Er ist einer von drei hauptamtlichen Wasserschutzpolizisten der Inspektion Prien, die für den gesamten Chiemsee zuständig ist. Dass er kein „normaler“ Polizist ist erkenne ich bereits an der Uniform. Anders als die seiner Kollegin, die wie noch acht weitere Priener Polizisten, auch die entsprechende Schiffs- und Radarpatente hat und bei Bedarf unterstützt, ist die Uniform von Roland Kempf blau statt grün-beige. Außerdem zieren seine Schultern keine Sterne sondern Streifen.

Zu schnelles Fahren und falsches Parken sind auf dem Wasser nicht die Hauptvergehen. Doch wie an Land, müssen auch hier Unfälle und Diebstähle aufgenommen werden. Trotz Hinweisschildern und Warnbojen werden auch immer wieder die Verbote missachtet Schutzzonen zu betreten oder zu befahren.

Nicht jeder hält sich an Verbote

Selbst die Halt-Bojen halten manchen nicht ab

Bojen halten nicht jeden ab

Die Polizisten haben die Schutzzonen heute genau im Blick. „Halt, Naturschutzgebiet. Durchfahren verboten“ kann ich auf den Bojen lesen, die den Beginn der Schutzzone markieren. Doch nicht jeder hält sich daran, zu verlockend sind die abgelegenen Plätzchen, wo eigentlich nur die vielen Wasservögel ihre Ruhe finden sollen.  Doch jetzt müssen auch Thomas Färbiger und Carsten Voigt in die Zone, denn sie haben etwas entdeckt. Was es genau ist, lässt sich auf die Entfernung noch nicht feststellen. Kein Problem, denn schnell ist das kleine Beiboot ins Wasser gelassen und die beiden rudern zur verdächtigen Stelle. Während sie noch unterwegs sind, erhalten Roland Kempf und Alexandra Rieger per Funk bereits einen neuen Auftrag, eine Vermissten-Suche. Auch bei solchen Ereignissen ist die Wasserschutzpolizei mit im Einsatz.

 

Das Beiboot ist zurück. Schnell wird es an Bord geholt und wieder an seinen alten Platz gehoben. Ein Paar hatte sich verbotenerweise im Schilf aufgehalten und war wohl recht überrascht, ob der Störung am lauschigen Plätzchen.

Von Einsatz zu Einsatz

Bis zu 40 km/h schafft das Polizeiboot im Chiemgau

Bis zu 40 km/h schafft das Polizeiboot

Jetzt muss es schnell gehen, denn vor dem nächsten Einsatz müssen wir Gäste von Bord. Alexandra Rieger, die Frau am Steuer, gibt Gas. 800 PS hat das Flaggschiff der Wasserpolizei, das 2001 für 1, 3 Millionen angeschafft wurde. Das 14,5 Meter lange Boot bewährt sich auch immer wieder bei Sturm- und Rettungseinsätzen. Trotz des super Sommers gab es in diesem Jahr glücklicherweise noch keine schweren Unfälle mit Personenschäden am Chiemsee. Mit etwas Glück wird das auch die Bilanz für 2015 bleiben, denn schon Ende August ist die Hauptsaison vorbei. Dann zieht Roland Kempf die blaue Uniform aus und die grün-beige an. Auch wenn das Boot das ganze Jahr über Einsatzbereit ist, hat er dann noch mehr an Land zu tun. Selbst im Sommer ist er übrigens nicht den ganzen Tag auf dem See, auch wenn das viele Menschen glauben. Die Verwaltung und Einsätze an Land sind dafür verantwortlich, dass die Einsätze „auf hoher See“ überschaubar sind. Doch Einsatzbereit sind sie immer: Von den drei hauptamtlichen Wasserschutzpolizisten ist möglichst stets einer im Dienst.

 

Ein Boot der Chiemsee Schifffahrt im Chiemgau
Tipp

Wer selbst den Chiemsee vom Wasser aus erleben will, kann bei einer Fahrt mit der Chiemsee Schifffahrt die herrliche Aussicht genießen. Mit viel Glück können Sie vielleicht Roland Kempf oder einen seiner Kollegen live und in voller Fahrt erspähen.


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