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Das Naturschneeparadies Hochfelln ist eine echte Wundertüte

Datum: 1. Januar 2018 . Autor: Axel Effner . Kategorie: Almen . Bergen . Wandern . Winter
Axel Effner

Geschichten und Begegnungen im Naturschneeparadies mit Chiemseeblick

Freerider Tom Leitner am Hochfelln

Mit seiner wilden Ursprünglichkeit, dem malerischen Ausblick und gut präparierten Naturschneepisten steht der Bergener Hochfelln für Wintersporterlebnisse der besonderen Art. Als geschichtsträchtiger  Hausberg der Chiemgauer hat die markante Spitze immer schon Brettlfans aller Altersklassen und Originale angezogen.  Und ist immer wieder auch Schauplatz spektakulärer Events gewesen.

Bereits mit vier Jahren ist Tom Leitner hier das erste Mal auf Abfahrtsskiern gestanden. Der 34-Jährige ist über ein Jahrzehnt lang als Skirennläufer die Pisten runtergejagt, bevor er mit 17 das Freeskiing für sich entdeckt hat.  Heute gehört der Chiemgauer zu Deutschlands erfolgreichsten Freeride-Profis und ist weltweit für Filmaufnahmen und Projekte im Einsatz.

Hochfelln hat viele Überraschungen parat

Trotz atemberaubender Tiefschnee-Jagden auf Steilhängen in Alaska, Kanada, im Iran oder in den Zentralalpen ist der Hochfellnder Berg, zu dem ich nach wie vor die intensivste Beziehung habe“, sagt Leitner. „Er hat meine Erinnerungen und die Einstellung zum Skifahren geprägt und hat mit seinen Steilhängen und Rinnen auch heute noch immer wieder Überraschungen parat“. So oft es eben geht, düst der Familienvater von seinem Domizil in Chiemseenähe mit Touren- oder Freeride-Skiern zum Training auf den Hochfelln.

Unzählige Chiemgauer und Gäste haben auf dem Berg das Skifahren gelernt. Dank der 1970 eröffneten zweistufigen Seilbahn gelangt man in knapp 15 Minuten vom Tal aus in Bergen auf die Gipfelstation des 1.674 Meter hohen Hochfelln. Die aktuelle Schneesituation lässt sich vorher bequem per Webcam erkunden.

Prüfsiegel vom Deutschen Skiverband

Nach dem Skifahren gibt eine gesellige Brotzeit im Hochfellnhaus auf dem Gipfel oder den Almen wieder neue Kraft

Genussabfahrten auf der sonnigen Südseite ergänzen sich mit anspruchsvollen Steilabfahrten für Könner vom Feuerköpfl oder der schwarzen Piste am Großen Treffer bis hin zu den familientauglichen Schleppliften und Pisten an der Bründlingalm.  Dass sich Skifahrer, Snowboarder und die Vielzahl von Skitourengehern hier sicher fühlen können, dafür bürgt eine eigene Lawinenkommission und seit 2010 das vom Deutschen Skiverband verliehene Prädikat „Geprüftes Skigebiet“.

Die Ursprünglichkeit der bestens präparierten, griffigen Naturschneepisten ergänzt sich gut mit der herzlichen Gastlichkeit, die Gäste und Einheimische bei der Einkehr zu einer kräftigenden Brotzeit in den Almen und im Hochfellnhaus empfängt. Nicht selten greift einer der Einheimischen dabei auch mal zur Ziach und sorgt mit schwungvoller Musik für Stimmung.

Die Ursprünglichkeit der Pisten und die familiäre Atmosphäre abseits von betonharten Skiautobahnen und einem anonymen Ski-Event-Tourismus sind es auch, die für Heinz Siegl, 57, und Martin Laub, 47, die Faszination des Hochfelln ausmachen. Die beiden sportbegeisterten Bergener genießen seit Jugendtagen im Winter so oft es geht gemeinsame Abfahrten auf Ski und Snowboard durch unberührte Tiefschneelandschaften. „Der Hochfelln ist eine echte Wundertüte, wo man alles machen kann“, sagen beide.

Trickski-Szene und halbnackte Skiartisten

Bei den Trickski-Wettbewerben am Südhang des Hochfelln herrschte in den 70er- und 80er-Jahren großer Andrang

In den 70er-Jahren traf sich hier auf dem Hochfelln die Trickski-Szene zu halsbrecherischen Salto-Sprüngen, Buckelpistenabfahrten und Ski-Ballett. Alles, was Rang und Namen hatte, gab sich ein Stelldichein“, erinnert sich Siegl. Mitte der 80er-Jahre wurden auf der Aussichtsterrasse des Chiemgaus sogar zwei Deutsche Meisterschaften im Trickskifahren ausgetragen.

Um die Jahrtausendwende folgten rund um die Bründlingalm Aufsehen erregende Downhillrennen im Schneekanal auf dem Mountainbike und die legendären ,Snow-Happening‘- bzw. ,Waterslide‘-Wettbewerbe an der Mittelstation“, ergänzt Martin Laub. Hunderte aufgeheizter Besucher verfolgten dabei im Flutlicht, wie wild kostümierte oder halbnackte Skiartisten mit Siegerwillen und Anlauf ins präparierte Wasserbecken bretterten. „Unter anderem halfen diese Events dabei, den immer wieder zur Diskussion gestellten Winterbetrieb am Hochfelln vor dem finanziellen Aus zu retten“, erinnern sich Siegl und Laub. Beide gehörten lange zum Organisationsteam.

Erster Skiclub in den 30er-Jahren

Dass der Hochfelln bereits lange vor dem Bau der Seilbahn ein begehrter Berg zum Skifahren war, zeigt ein Blick ins Buch „Geschichten vom Hochfelln“ (2007) der beiden Bergexperten Hans Helmberger und Willi Schwenkmeier. So gab es bereits in den 30er-Jahren  in Bergen einen ersten Skiclub. Eine solide Organisationsbasis erhielt der Skiclub Bergen aber erst mit der Neugründung 1965.  In den drei folgenden Jahrzehnten herrschte Hochbetrieb auf einer Vielzahl von Abfahrten und bei hochrangigen Wettbewerben bis hin zum abgesetzten Weltcupslalom der Damen 1991. Doch das ist eine andere Geschichte.

Helmut Schiessl beim internationalen Hochfelln-Berglauf im Chiemgau
Tipp

Eine Herausforderung der anderen Art ist der Hochfelln-Berglauf, der jedes Jahr im Herbst stattfindet. Spitzensportler schaffen es sogar in 40 Minuten auf den Gipfel des Hausbergs!


Datum: 1. Januar 2018 . Autor: Axel Effner . Kategorie: Almen . Bergen . Wandern . Winter
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