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Rasante Abfahrt von der Rodelbahn Marquartstein

Datum: 25. Februar 2018 . Autor: Kaiman . Kategorie: Ausflugsziele . Marquartstein . Winter
Kaiman

Mit dem Sessellift oder auf dem Wanderweg gehts rauf zur Naturrodelbahn Marquartstein: Die Hochplatte und ihre umliegenden Almen bieten einige der schönsten Ausblicke über die Chiemgauer Alpenkette und weit hinein ins Alpenvorland. Im Winter liegen hier Bergwald und Almwiesen zauberhaft tief verschneit. Das Terrain bietet uns vielfältige Möglichkeiten, im Schnee voll auf unsere Kosten zu kommen: Winterwanderung, Sesselliftfahrt, Höhenweg und – nicht zuletzt – eine lange und fetzige Schlittenabfahrt hinunter ins Tal. Das wollen meine Begleiterin und ich uns an diesem sonnigen Samstag nicht entgehen lassen!

Hier geht es zu Fuß zur Rodelbahn

Hier geht es zu Fuß zur Rodelbahn

Nachdem wir von der Marquartsteiner Hauptstraße aus den Wegweisern Richtung „Hochplattenbahn“ folgen und den malerischen Ortsteil „Piesenhausen“ durchfahren, sind wir schon am Parkplatz der Liftstation. Wir haben einen eigenen Rodel dabei und leihen uns einen zweiten an der Liftstation aus. Regine entschwebt per Sessellift mit den beiden Holzschlitten, um oben auf der Sonnenterrasse der „Staffnalm“ auf mich zu warten. „Servus und bis gleich, Spatzl!“

Zur Rodelbahn geht’s entweder mit dem Sessellift oder zu Fuß hoch

Ich wähle die sportliche Variante und steige durch den oft steilen, jedoch bestens präparierten und wunderschönen Waldweg nach oben. Mit der steigenden Sonne rieselt der Schnee von den Ästen der hohen Tannen, Fichten, Buchen, Eschen und Bergahorne, während mich der Bergbach mit Plätschern in vereisten Rinnen und eiszapfigen Wasserfällen begleitet. Vereinzelt treffe ich auf andere Berggeher, doch insgesamt ist es schön ruhig und ich kann beim Aufstieg das Glitzern, die Sonne und die schneeige Luft des Bergwaldes in vollen Zügen genießen.

Nach einer guten Stunde öffnet sich eine große Waldlichtung und eine großartige Aussicht auf die Bergkette der östlichen Chiemgauer Alpen wird frei: Die Gipfel von Hochgern und Hochfelln stehen hintereinander, davor im Achental liegt Marquartstein. Ab hier wechseln die Ausblicke, je höher ich steige, auch auf die umliegenden Almen und ins Alpenvorland, so dass ich immer wieder stehen bleiben muss, um zu schauen.

Nach dem Aufstieg: eine kleine Pause

Eine kleine Rast auf der Sonnenterasse der Staffn-Alm

Eine kleine Rast auf der Sonnenterasse der Staffn-Alm

Nach einer weiteren halben Stunde bin ich oben bei der Berstation des Sesselliftes und habe mir eine kleine Rast verdient. Regine erzählt mir von Ihrer gemächlichen Liftfahrt, schnurgerade durch den Winterwald, hinein in die Sonne. „Um die Schlitten und alles kümmert sich komplett das Liftpersonal und sogar eine Decke über die Haxen habe ich bekommen – echt super komfortabel!“

Bevor wir uns auf die Rodelbahn begeben, wollen wir noch ein wenig den „Höhenwanderweg“ erkunden. Ab der Staffnalm steigen wir einen sonnigen sanften Pfad im Tiefschnee hinauf. Einzelne Baumriesen und Felsen ragen aus dem Schnee. Wir sprechen mit Tourengehern (u. a. auch über die kritische Lawinenlage am Nordhang) und erkennen, dass es mit unseren Kufenschlitten hier keine Abfahrt geben wird, da diese im weichen Schnee einsinken. Die Aussichten weiter oben locken, doch wir brennen nun auf die tolle Rodelabfahrt und entscheiden uns für Zweitere; deswegen sind wir ja schließlich hier!

Los geht’s!

Spaß muss sein! Auf dem Höhenwanderweg kann man allerdings nicht rodeln

Spaß muss sein! Auf dem Höhenwanderweg kann man allerdings nicht rodeln

Schon ungeduldig finden wir nahe der oberen Liftstation den Einstieg in die bestens vorbereitete Schlittenabfahrt. Über drei Kilometer Rodelfahrt von hier bis ins Tal erwarten uns! Der Bergwald umschließt uns wieder, der Schnee ist griffig und wir sind flott unterwegs. Ja, diese Abfahrt ist nicht ohne Anspruch: Kurvenreich schlängelt sie sich durch den Wald, über Bachläufe und zwischen Felsen. Doch nein, gefährlich ist es nicht, wenn man ein bisserl bremst und lenkt. Alle Kurven, Brückerl und kritischen Stellen sind zudem gut gesichert. Mit einem Rodel sollte man aber schon ein bisserl Erfahrung haben und die Fahrweise dem eigenen Können anpassen. Auch vorausschauend und defensiv sollte man sich bewegen, vor allem, wenn man die Strecke noch nicht so gut kennt.

Die Rodelbahn setzt ein wenig Erfahrung voraus

Regine saust voraus, ich mit der Kamera hinterher (was gar nicht so einfach ist!) Plötzlich steht sie vor mir quer – hat sich beim Bremsen gedreht. Sie lacht und juchzt vor Vergnügen. Was für eine rasante Rodelpartie! Erst das letzte Stück ganz unten wird etwas flacher, doch hat man noch immer soviel Speed, dass man vor dem Parkplatz bremsen muss.

Dann ein Aufschnaufen: Ha! Schade, dass es schon wieder vorbei ist! Doch wer Lust hat, der kann hier an einem Tag auch mehrere Male die Naturrodelbahn voll auskosten und sein Rodelkönnen dabei mit Sicherheit weiter verbessern. Für ungetrübten Rodelspaß dabei aber nicht zu übermütig werden – das rät Euch Euer Kaiman 😉

Tipp

Öffnungszeiten der Hochplattenbahn beachten, die aktuell nur am Wochenende in Betrieb ist. (Hochplattenbahn Info-Telefon: 08641/7216 oder 699558)

Öffnungszeiten der Staffn-Alm beachten, die auch unter der Woche für Schneewanderer und Tourengeher geöffnet hat, aktuell aber montags und dienstags Ruhetag.

Diese Tour bietet auch Verbindungsmöglichkeiten zu anderen Almen und Touren.


Datum: 25. Februar 2018 . Autor: Kaiman . Kategorie: Ausflugsziele . Marquartstein . Winter
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1 Kommentar
  1. Susanne Pfliegl sagt:

    Grüß Gott, Kaiman,

    Danke für den tollen Bericht! Super ge- und beschrieben!

    Herzliche Grüße

    Susanne Pfliegl

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