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Die Chiemgauer Weihnachtsbäckerei: Plätzchen

Datum: 3. Dezember 2017 . Autor: Judith Schmidhuber . Kategorie: Genuss . Grabenstätt . Tradition & Handwerk . Weihnachten & Adventszeit
Judith Schmidhuber

Jetzt ist es an der Zeit für Vanillekipferl, Spitzbuben und Co. Die Plätzchen-Expertin bäckt mit System.

Advent: Das sind die besinnlichen Wochen, in denen man sich Zeit für sich selbst nimmt. Und für Plätzchen. Christl Stefanutti hat bei der Weihnachtsbäckerei ihre Prinzipien. Klein müssen sie sein. Klein und filigran. „Ich mag keine großen Plätzchen. Dann kann ich ja gleich einen Kuchen backen.“ 15 bis 20 Sorten stellt sie jedes Jahr auf dem Stefanutti Hof in Grabenstätt her. Dafür steht die Bäuerin mehrere Tage in der Küche. Zum Nikolaustag möchte sie fertig sein. „Früher hat es vor Weihnachten gar keine Plätzchen gegeben. Da war es Tradition, sie erst an Heiligabend zu essen.“ Ein ganz besonderer Moment sei es immer gewesen, wenn die Oma den Teller mit den Plätzchen hervor holte.

Früher wurden die Plätzchen erst zu Heiligabend fertig

Im alten Büchlein ihrer Oma sind die Rezepte für Plätzchen

Von ihrem uralten, schon recht zerfledderten Rezeptheft profitiert ihre Enkelin heute noch. Nur die Mengenangaben hat Christl Stefanutti korrigiert. „Meine Oma hat kiloweise Plätzchen gebacken, das war ja Wahnsinn.“ Größere Mengen stellt sie zwar schon noch her, aber hauptsächlich, um die Plätzchen vor den Feiertagen verschenken zu können. Außerdem bäckt sie jedes Jahr für den Christkindlmarkt der Bulldogfreunde Grabenstätt. Der findet stets am dritten Adventssonntag im Schlosshof statt.

Hauptsache mit Marzipan

Auf dem Stefanutti Hof stehen Marzipan-Plätzchen hoch im Kurs. „Die mögen die Männer am liebsten. Und da bräuchte ich eigentlich keine anderen backen.“ Tut sie freilich nicht, es soll ja Auswahl geben. Vanillekipferl, Buttergebäck, Spitzbuben, Heidesand, Nuss-Marzipan-Taler, Orangenzungen und Schokokränzchen gehören zu den Sorten, die sie von Haus aus jedes Jahr bäckt. „Ich fange immer mit den einfachen an und steigere mich dann. Das System hat sich bewährt. So habe ich alle wichtigen beisammen und zum Schluss backe ich noch neue Sorten, auf die ich Lust habe oder schaue, dass ich alle übrig gebliebenen Zutaten verbrauche.Pfauenaugen sind heuer die aufwändigsten Plätzchen. Mürbteig mit einem Kranz aus Nussmasse, mit Marmelade und Puderzucker.

Heuer gibt es erstmals Gewürzschnitten, also klein geschnittene Lebkuchen. Zimtsterne lässt sie übrigens komplett weg. „Mit denen stehe ich auf Kriegsfuß, die werden bei mir einfach nichts.“ Wert legt Christl Stefanutti auf selbstgemachten Vanillezucker. Überhaupt muss es bei ihr süß zugehen. „Plätzchen mit Haferflocken mache ich zum Beispiel gar nicht. Und die, für die ich x-tausend Zutaten brauche.

Fein säuberlich listet sie in jedem Advent die hergestellten Sorten auf und notiert sich, welche ihrer Familie besonders gut geschmeckt haben. „So behalte ich den Überblick. Meist bleibe ich aber bei den traditionellen Plätzchen. Die schmecken einfach am besten.

Stefanuttis Nuss-Marzipan-Taler

  • 150g Mehl
  • ½ TL Backpulver
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 75g Zucker
  • 2 EL Wasser
  • 125g Butter
  • 150g gemahlene Nüsse

Einen Mürbteig herstellen, ausrollen, runde Plätzchen ausstechen und bei 150 Grad etwa 8 Minuten backen. 250g Marzipan mit 150g Puderzucker verkneten, ausrollen und ebenfalls runde Plätzchen ausstechen. Mürbteig und Marzipan mit Johannisbeergelee zusammensetzen und mit einem Guß aus 75g Puderzucker und 2 EL Rum bestreichen.

Tipp

Christl Stefanutti ist auch unter den Gesichtern der Gastfreundschaft erschienen, wo sie ihren Hof präsentiert und von den Vorteilen des Vermietens spricht.


Datum: 3. Dezember 2017 . Autor: Judith Schmidhuber . Kategorie: Genuss . Grabenstätt . Tradition & Handwerk . Weihnachten & Adventszeit
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