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Die Chiemgauer Weihnachtsbäckerei: Stollen

Judith Schmidhuber

Stollen war einst eine vorweihnachtliche Fastenspeise. Elisabeth Randlinger stellt eine gehaltvolle Variante her – mit ganz viel Rum.

Auf dem Huberhof in Frühling bei Altenmarkt duftet es regelmäßig nach Frischgebackenem. Elisabeth Randlinger ist für ihr knuspriges Bauernbrot bekannt.  Im Advent hat sie eine süße Variante im Ofen: Dann gibt es Stollen. „Das Rezept stammt noch von meiner Mama, ein Butter-Mandel-Stollen mit Rumrosinen.Rum ist ihr ganz wichtig, der mache den guten Geschmack aus.Dreifache Menge“ hat sie handschriftlich neben das Rezept geschrieben. „Bei mir ist eine ganze Flasche drin“, erklärt sie und muss lachen: „Aber ich backe ja auch größere Mengen.Sechs Stollen wird es heuer geben. Da essen die Randlingers schon eine Weile hin. „Den mag die ganze Familie gern. Stollen gibt’s bei uns in der Vorweihnachtszeit jeden Nachmittag zum Kaffee.

Aus ihrer Kindheit kennt sie noch die magerer Version des Stollens. Die erinnert noch daran, dass Stollen einst eine vorweihnachtliche Fastenspeise war. Bis ins 15. Jahrhundert hinein erlaubte die Kirche kaum mehr als Wasser, Hefe und Mehl als Zutaten. Urprünglicher Gedanke war es, ein Gebäck zu haben, das vom Michaelitag bis Weihnachten haltbar ist.

Das Familienrezept auf dem Huberhof

Elisabeth Randlingers Rezept ergibt einen Stollen:

  • 1 Päckchen Hefe
  • 1 TL Zucker
  • 100 ml lauwarme Milch
  • 375 g Mehl
  • 75g Zucker
  • ein Päckchen Vanillezucker
  • 4 Tropfen Bittermandelöl
  • je zwei Messerspitzen Kardamom, Nelken und Muskatblüte (alles gemahlen)
  • 3 Eigelb
  • 125 g Butter
  • je 300 g Orangeat, Zitronat und gemahlene Mandeln
  • 375 g Rosinen in 100 ml Rum eingelegt

Fertige Butter-Mandel-Stollen mit Rumrosinen

Am Vortag legt Elisabeth Randlinger die Rosinen in Rum ein. Sie müssen vollständig aufgesaugt sein. Dann setzt sie mit Hefe, Zucker und Milch ein „Dampferl“ an. „Damit die Hefe zu gehen anfängt.“ Nach 15 Minuten kommen die restlichen Grundzutaten dazu. Erst  wenn sich der Teig sichtbar vergrößert hat, mischt sie Rosinen, Mandeln, Orangeat und Zitronat in den Teig.

Stollen wird wie Jesuskind gewickelt

Stollen wird gewickelt, erklärt die Bäuerin. „Man rollt ihn viereckig aus, macht in der Mitte eine Delle und schlägt in einmal ein. Er wird gewickelt wie das Jesukind.“ Dann darf er nochmal gehen und kommt bei 175 Grad 50 Minuten in den Ofen.Noch heiß muss man ihn mit warmer Butter bestreichen und mit Puderzucker bestreuen. Ruhig öfters wiederholen. Das macht den Stollen aus.“ Gut ausgekühlt, verpackt Elisabeth Randlinger den Stollen in Zellophan und stellt ihn kühl. So hält er bis zu den Feiertagen. Wenn ihn die Randlingers nicht schon davor verputzt haben.

Tipp

In der letzten Ausgabe der Chiemgauer Weihnachtsbäckerei gibt es das Rezept für Kartoffellebkuchen.


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