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Schneeschuhtour am Geigelstein

Datum: 5. Februar 2015 . Autor: Kaiman . Kategorie: Ausflugsziele . Orte . Region . Schleching . Winter . Winterwandern, Skitouren & Schneeschuh
Blick ins Chiemgauer Alpenland
Kaiman

Auch „Lifteln“ kann schön sein. Aber von einem Berg oder einer Alm zu blicken, den wir selbst erstiegen haben, ist auch im Winter etwas ganz Besonderes. Ob mit Berg- oder Skischuhen, Tourenski, Schneeschuhen, Softboots, Steigeisen, Snowboard, Schlitten – Varianten gibt es ja genügend, gut rauf und wieder runterzukommen. Wichtig ist aber in jedem Fall genügend Ortskenntnis, die richtige Schneesituation, ein lawinensicherer Untergrund und beständiges Wetter. Und freilich die Tageszeit, was sich bei uns am schwierigsten anging …

Geigelstein im Chiemgau

Blick auf den Geigelstein von Ettenhausen (Schleching)

Unser ursprünglicher Plan nämlich, den Geigelstein von Ettenhausen (Schleching) aus zu ersteigen, schien schon vormittags zu platzen. Eine durchgehende Wolkendecke hüllte die Berggipfel ein – ungemütliche Aussichten in den oberen Etagen. Doch hier, im Schlechinger Tal, kann es schnell sonnig werden und so lohnt sich oft ein bisserl Geduld.

Schneeschuhwandern im Chiemgau

Kaiman beim Schneeschuhwandern

Im Sportladen sehe ich ein paar Firngleiter, dank Schlussverkauf „für fast kein Geld“. Die kaufe ich mir als Trostversprechen, dass diesen Winter noch einige Touren gegangen werden. Und zwar mit diesen ultrakurzen Gleitskiern, die eigentlich speziell für Frühlings- und Sommerskifahrer gedacht sind, um damit nordseitige Altschneefelder und Firnrinnen zu fahren. Ich aber will sie bei meinen Schneeschuhtouren zur Talfahrt verwenden.

Erst einmal teste ich das Material an der nächsten Schlittenabfahrt (Niedernfels) und gewöhne mich an die Besonderheiten meiner neuen „Figl“. Zusätzlich zu den Seitenkanten bremse und lenke ich mit den Hinterkanten. Volle Fersenkraft! Ich entdecke dabei fast vergessene Muskelpartien neu und fahre mich gleich richtig ein.

Es ist Mittag, da reißen die Wolken auf … Ja wird es heute doch noch was?!

Wuhrsteinalm im Chiemgau

Einkehren in der Wuhrsteinalm

Unser Ausgangspunkt ist die Liftstation in Ettenhausen. Die alte Zweiersesselbahn ist ja leider auf Eis gelegt, doch die „Wuhrsteinalm“ am oberen Ende der früheren Skipiste ist bewirtschaftet. Das Geigelsteingebiet zwischen Prien- und Achental gelegen, steht unter Naturschutz. Es ist auf etlichen Routen teils zugänglich, es gibt etliche Hütten und Almen, liebevoll und mit viel Idealismus bewirtschaftet.

Nachmittags auf „die Wuhrstein“, durch den Bergwald und das heutige Skitourengebiet kann selbst an den kurzen Wintertagen noch gegangen werden. Damit bleiben wir zwar deutlich unterhalb der Gipfel von Breitenstein und Geigelstein, doch ist diese kürzere Tour aussichts- und abwechslungsreich und als weiterer Test für meine neuen Brettl perfekt.

Beim Aufstieg mit den Schneeschuhen begegnet uns der Wirt mit Motorschlitten auf seiner Heimfahrt. „In der Alm gibt es einen warmen Raum und einen Kühlschrank mit Getränken und Brotzeit, gegen Selbstbedienung und Vertrauenskasse“, auch wenn er selbst nicht droben sei, erfahren wir. Gute Hüttenbräuche!

Unterwegs treffen wir immer wieder auf Tourenskifahrer, Schlittenfahrer und „Geher“. Ein älterer Abfahrer erzählt uns, „ganz droben“ sei der Schnee ein Traum und er habe heute am Gipfel mit den Tourenskiern die zweite Spur gelegt. Er wolle ja am liebsten gleich wieder hinauf, habe aber mit seinen 75 Jahren dann doch schon genug geleistet für heute.

Skitourengelände im Chiemgau

Skitourengelände am Geigelstein

Der Mann ist fit – und kennt sich aus! Denn nicht nur ist der Weg länglich und „gach“ (steil), oben war früh am Tag noch Nebel. Im Kar aber, zwischen Breitenstein und Geigelstein, an dem man entlang muss, kann es in den steilen Lagen schnell Lawinen geben, die auch weiter runter kommen können. Also, nicht nur bei schlechter Sicht gilt hier: Oberhalb der Almen nur für Erfahrene bzw. in Begleitung solcher.

Uns juckt das heute nicht mehr, für uns tut es die Almterrasse. Wir genießen die letzten Sonnenstrahlen, machen Brotzeit und schauen weit übers Achental in die Chiemgauer Alpen nach Osten.

 

Rodelspaß im Chiemgau

Rodelspaß auf der Wuhrsteinalm

Das Lustigste ist unsere Abfahrt über die stillgelegte Skipiste bis ins Tal – Gine auf Holzschlitten, ich auf Firngleitern. Wo der Schlitten gut läuft, muss ich schon bremsen. Dafür macht mir der Tiefschnee richtig viel Spaß, wie auf Rahm streifen die „Figl“ unter dem dicken Schnee dahin.

Wenn sich das bewährt, habe ich für den Rest der Saison eine neue Leidenschaft: Schneeschuh-Firngleiter-Touren.

 

 

 

 

 

Schneeschuhausrüstung
Tipp

Bei allem Spaß im Tiefschnee und abseits der Pisten: Bitte nie vergessen, dass Tourengehen immer auch Gefahren in sich birgt. Deswegen sollten alle Touren vorab gut geplant und Informationen zur aktuellen Schnee- und Lawinensituation eingeholt werden. Und für alle, die sich alleine im Gelände nicht wohl fühlen, werden an vielen Orten im Chiemgau auch geführte Touren angeboten.


Datum: 5. Februar 2015 . Autor: Kaiman . Kategorie: Ausflugsziele . Orte . Region . Schleching . Winter . Winterwandern, Skitouren & Schneeschuh
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