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Als würde ich über dem Wasser schweben

Datum: 27.04.2021
Von: Claudia Kreier

Lukas Reim ist ein junger Ruderprofi aus dem Chiemgau. Sein Trainingsgebiet: der Waginger See. Am schönsten ist es, wenn er allein auf dem Wasser ist – zum Beispiel bei Regen.

Tägliches Training

Nur mal angenommen: Lukas Reim erreicht sein Ziel, nämlich 2024 bei der Olympiade in Paris am Ruder zu sitzen. Und dann auch noch sein nächstes Ziel, nämlich vielleicht sogar auf dem Podest zu stehen. Dann könnten die Zeitungen schreiben – so wie bei dem Biathleten Andi Birnbacher aus Schleching oder beim Skispringer Markus Eisenbichler aus Siegsdorf: Im Chiemgau hat alles angefangen.

Noch ist es aber nicht so weit. Noch trainiert der 21-Jährige täglich auf seinem Heimatgewässer. Mal sind es zwölf Kilometer, mal doppelt so viel, die er auf dem wärmsten See Oberbayerns zurücklegt. Mit Kraft- und Ausdauertraining kommen da täglich drei bis vier Stunden zusammen. Eine oder zwei davon verbringt er auf dem See. Bei jedem Wetter, auch bei Regen. Erst, wenn es deutlich unter null Grad hat oder der Waginger See zugefroren ist, weichen die Ruderer ins Bootshaus aus. Dort steht ein Ruderergometer.

"Rudern ist eine Sportart, die dir nichts schenkt", sagt der Student. „Von außen sieht es locker und einfach aus, in Wirklichkeit steckt aber viel mehr dahinter. Täglich auf der Suche nach dem perfekten Ruderschlag zu sein ist oft sehr anstrengend.“

»Um erfolgreich zu sein, müssen drei Dinge passen: die körperliche Leistung, die mentale Stärke und die Technik.«

Lukas Reim, Ruderer aus Fridolfing

Wie mache ich das Boot schnell?

„Wenn es beim Training richtig gut läuft und du durch das Wasser gleitest, ist das eines der tollsten Gefühle. Es fühlt sich an, als würdest du über das Wasser schweben oder fliegen. Dieses Gefühl kombiniert mit einem Wahnsinns-Panorama, der Natur, der Stille, ist einfach grandios. Sonnenaufgänge oder Regen – allein auf dem See, mit den Regentropfen, die auf die Wasseroberfläche tropfen – das ist gigantisch und macht Spaß.“ Wie mache ich das Boot schnell mit möglichst wenig Aufwand? Diese Frage stellt sich der junge Chiemgauer täglich, während er über den Waginger See gleitet. Um ihn herum verändert sich die Kulisse der Chiemgauer Gipfel fast mit jedem Ruderschlag. Staufen, Gamsknogel, Untersberg und Zwiesel – an manchen Stellen kann er sogar bis zur Kampenwand sehen. Neben dem beeindruckenden Panorama begleitet ihn meist sein Vater und Trainer Mario Reim. Lukas sieht sich in einem ständigen Entwicklungsprozess. Alle drei Komponenten – Leistung, mentale Stärke und Technik – müssen ständig trainiert und verbessert werden. Und dreht man an der einen Schraube, muss man auch an den anderen Schrauben nachstellen: „Das ist oft ernüchternd, hart und verlangt viel Geduld. Aber es macht das Rudern für mich genau deshalb so interessant und attraktiv.“

Ruderprofi Lukas Reim am Waginger See
© Chiemgau Tourismus e.V.

Beim Frühstück hat der Vater vom See geschwärmt

Der Recht- und Wirtschaftsstudent rudert seit seinem 16. Lebensjahr, ist also eher ein Späteinsteiger. Die meisten seiner Kollegen fingen schon mit zehn Jahren mit dem Rudern an. Vater Mario hat ihn zum Rudern gebracht: „Am Frühstückstisch hat er immer wieder erzählt, wie schön es frühmorgens auf dem See ist.“ Da wollte der Sohn auch rudern. Das war im Sommer 2013, im darauffolgenden April hat Lukas gleich seinen ersten Wettkampf in Linz bestritten. Seitdem reihen sich die Erfolge aneinander: Lukas ist mehrfacher Bayerischer und Österreichischer Meister und hat einige internationale Regatten gewonnen. Sein größter Erfolg war bisher der fünfte Platz bei der U23-WM in Florida im Juli 2019.

Am besten schon 2024 in Paris

Bevor er die Altersklasse U23 verlässt, möchte er bei der WM in Slowenien, bei der er im August 2020 starten wird, gerne eine Medaille gewinnen. Und langfristig möchte er Olympiateilnehmer sein. Am besten schon 2024 in Paris.

Chiemgau Tourismus drückt die Daumen!

Ruderprofi Lukas Reim mit seinem Ruderboot auf dem Weg zum See
© Chiemgau Tourismus e.V.
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© Tourist-Info Waginger See

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