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Bus der Ruhpoldinger Dorflinie
© Chiemgau Tourismus e.V.

Bus ins Glück

Datum: 20.04.2021
Von: Julia Schwaiger - Sportalpen GmbH

Womit beginnt für die meisten Menschen ein Wandertag? Richtig, mit dem Auto. Man fährt damit zum Ausgangspunkt der auserkorenen Strecke und marschiert los. Doch Christina und Robin haben von der neuen Dorflinie Ruhpolding gehört und beschließen, den Bus als alternative Anreiseoption heute gleich mal auf Herz und Motor zu testen. So werden zwar viele Wanderschuhabdrücke, aber kaum ein ökologischer Fußabdruck hinterlassen. Mit der Bahn geht es zuerst bequem nach Ruhpolding. Und dort im fliegenden Wechsel in den Bus, der überraschend viel zum Gesamterlebnis beiträgt: Nicht nur kutschiert er die Gäste zu einer Vielzahl an attraktiven Stationen. Auch die Möglichkeit, sich vor der Wanderung gemütlich zurückzulehnen und die vorüber ziehende Landschaft zu bestaunen, ist der reinste Genuss. Die amüsanten Anekdoten, die Busfahrer Stefan über die Gegend beisteuert, sind das kostenlose Comedy-Extra.

Paar beim Einsteigen in den Bus der Ruhpoldinger Dorflinie
© Chiemgau Tourismus e.V.

Bus-Kino

Blau lackiert fährt der tiefblaue Bus mit den aufgemalten Bergspitzen am Bahnhof Ruhpolding ein. Busfahrer Stefan lächelt breit in seinem Cockpit. Sonnenbrille mit Holzrahmen, schwarz-grüne Cap: Bei seinem Anblick verdoppelt sich die relaxte Sommertagsstimmung. Als Christina und Robin beim Einsteigen ein Ticket lösen wollen, winkt er ab. In der Ruhpoldinger Dorflinie fährt jeder kostenlos. Also Platz nehmen und los geht’s. Auf dem Weg Richtung Unternberg zeigt der Chiemgau sein malerisches Antlitz. Rauschberg und Hochfelln sind zwei der Ruhpoldinger Hausberge, die vom „Bus-Kino” aus bewundert werden können.

Dorflinie Ruhpolding:
blauer Bus für grünes Klima!

Was einem am Fahrplan der Dorflinie Ruhpolding sofort ins Auge sticht, ist die hohe Taktung. Für eine Gemeinde mit knapp über 7.000 Einwohnern ist ein Zwei-Bus-System an sich schon ein ungewöhnlicher Luxus. Dass die Busse dann auch noch täglich in etwa im Halbstundentakt abfahren, ist fast schon eine Ode ans autofreie und damit klimafreundliche Urlauben. Die Fahrgäste gelangen bis an die Ausgangspunkte der attraktivsten Wanderungen der Gegend. Damit deckt die Dorflinie auch die sogenannte letzte Meile ab. Das ist jenes Stück, das meist bereits bergig und normalerweise nicht öffentlich erreichbar ist und somit viele zum Auto greifen lässt. Mit dem bestens gesteuerten Bus ist das nicht weiter notwendig.

»Viele meiner Fahrgäste, die von weiter her kommen, sind Berge nicht gewohnt. Die kurvige Straße zur Unternberg-Talstation hinauf flößt manchen Respekt ein. Es ist dann immer schön, wenn ich merke, wie sie sich entspannen, weil sie mir als Fahrer vertrauen«

Stefan Pletschacher, Busfahrer Alpenland-Reisen

Mission Unternberg-Überschreitung

„Alle Mann von Bord!”, ruft Stefan in sein Mikrofon, „oder zumindest die, die auf den Unternberg wollen.” Christina und Robin fühlen sich angesprochen, binden erwartungsfroh die Schuhbänder und steigen aus. Von der Talstation des Unternberg-Sesselliftes aus wandern sie zunächst auf einer Forststraße und wählen dann eine der zahlreichen Aufstiegsvarianten, die ihnen besonders zusagt. Die Waldwege sind angenehm schattig und die Lungen freuen sich über die gute Luft. „Darum liebe ich das Wandern”, sagt Robin, „nach wenigen Minuten merkt man, wie nicht nur der Körper angenehm durchblutet, sondern auch der Kopf ganz frei wird.” Nach knapp 500 Höhenmetern erreichen sie die Kuppe des Unternbergs und genießen die Vogelperspektive auf Ruhpolding.

#1 Tipp für Genießer: mit dem Sessellift empor schweben!

Manche mögen’s gemütlich. Manche sind schon älter. Und für manche ist eine Bergaufstrecke aus anderen Gründen beschwerlich. Wer also nicht die gesamte Wanderung zu Fuß zurücklegen möchte, setzt sich ganz einfach – und mit der Chiemgau Karte abermals gratis – in den Unternberg Sessellift, um von oben auf die Brander Alm und zur Chiemgau Arena abzusteigen.

#2 Tipp für Unersättliche: Gipfel mitnehmen!

Wer im Gegensatz dazu von der Chiemgauer Bergwelt nicht genug bekommen kann, erklimmt noch die Hörndlwand auf 1.684 Metern Seehöhe. Das bedeutet weitere 550 Höhenmeter von der Brander Alm aus.

Kaiserschmarrn & Kuhglocken

Auf einem verschlungenen Steig geht es über Stock und Stein zur unterhalb der Hörndlwand gelegenen  Brander Alm. Auf der Hütte angekommen, bestaunen die beiden zuerst die Prachtexemplare von Kühen und verspielten Kälbern, die vor der Terrasse grasen – und kurz darauf die Brotzeit, die ihnen kredenzt wird. Mit den Worten „Boah, wie köstlich!”, versinkt Robin kurzzeitig im goldbraunen Kaiserschmarrn-Himmel. Christinas Wahl fällt auf den legendären selbstgemachten Weichkäse, dessen „Produzentinnen” den Kuhglocken-Soundtrack im Hintergrund beisteuern.

Abstieg zur Chiemgau Arena

Bestens gestärkt nehmen Christina und Robin ihren Abstieg in Angriff, zeitweise an einem glucksenden Bach entlang. Ziel ist die Chiemgau Arena, die für die ambitionierte Bikerin und den ehrgeizigen Langläufer als Herzstück des Nordischen Skisports in Ruhpolding, Leistungszentrum und Olympiastützpunkt, besonders spannend ist. Hier hat man ganzjährig gute Chancen, aktive Biathleten oder Langläufer beim Training zu beobachten. Die Chiemgau Arena ist auch der Austragungsort des jährlich im Januar abgehaltenen Biathlon Weltcups. An den wöchentlich mehrmals stattfindenden Arena-Touren kann man mit der Chiemgau Karte | Ruhpolding & Inzell kostenlos teilnehmen – wer möchte, probiert dabei sogar das Biathlonschießen selbst aus oder schnappt sich ein Segway, mit dem er durch die Gegend cruist. „Das machen wir das nächste Mal!”, sagt Christina zu Robin, „jetzt fahren wir erst mal zurück ins Ortszentrum, oder?” Der blaue Bus steht schon an der Haltestelle Chiemgau Arena bereit und funkelt verheißungsvoll in der Nachmittagssonne.

Der Kreis schließt sich

Wie es sich für eine Rundfahrt gehört, endet diese dort, wo sie begonnen hat. Leicht ermüdet, doch schwer zufrieden steigen Christina und Robin im Dorf aus. So ein feiner Tag verlangt nach einem gebührenden Ausklang. Sie lassen sich vom ortskundigen Buslenker Stefan noch ein paar Lokal-Tipps geben und schlendern sodann drauflos. Der blaue Bus darf kurz auskühlen. Eine letzte Abendfahrt hat er heute noch vor sich, ein paar Feierabend-Wanderer wollen noch glücklich gemacht werden. 

Beeindruckende Eckdaten zur Dorflinie

  • 2 Linien (9532 und 9533)
  • 35 Haltestellen
  • 45 km Liniennetz
  • 23 Verbindungen pro Tag
  • moderne & barrierefreie Fahrzeuge
  • Anschluss an Zugverbindungen Ruhpolding – Traunstein
  • Fahrpläne zum Mitnehmen in der Tourist-Info
  • keine Parkplatzgebühren

Tipp: Route mit dem Navigator der Deutschen Bahn planen!

Der Fahrplan der Dorflinie Ruhpolding ist in den DB Navigator integriert. In der zugehörigen App lassen sich wunderbar individuelle Tagestouren planen.

Die Tour in Zahlen

  • 10,5 km
  • auf 1.425 m Seehöhe
  • 480 hm bergauf
  • 660 hm bergab
  • circa 4 h (ohne Pausen)
  • Highlight: Hörndlwand-Blick (markantester Gipfel in der Umgebung)
Detailaufnahme von einem Trachtenhut
© Chiemgau Tourismus e.V.

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