Alle kommen beim Finale der Ruhpoldinger Waldweihnacht nochmals zusammen.

© Ruhpolding Tourismus GmbH

Ruhpoldinger
Waldweihnacht:
Ein Erlebnis
Krippenspiel in den Alpen

Wenn Kamele und Ochsen auf die Bühne unter freiem Himmel ziehen, leuchten Kinderaugen wie im Weihnachten meiner Kindheit.


Ich mag Weihnachten – vom Trubel der Vorweihnachtszeit merke ich selten etwas, im Gegenteil: Es ist die Zeit, in der ich mich zutiefst besinne und im Kreise meiner Engsten zu mir finde. Alle drei Jahre ist die Ruhpoldinger Waldweihnacht ein wichtiges Ritual für mich; damals mit meinen Eltern, heute mit meiner Frau Susanne. Die Weihnachtsgeschichte erwacht beim Krippenspiel im Chiemgau, wie schöne Erinnerungen, immer wieder zu neuem Leben. Ort des Geschehens ist seit 1985 das Freigelände des Holzknechtmuseums in Ruhpolding, begonnen hat die Erfolgsgeschichte jedoch viel früher. 
 

Herbergssuche bei der Ruhpoldinger Waldweihnacht

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Gleich geht‘s los


Vom Bahnhof Ruhpolding fahren wir mit dem kostenlosen Busshuttle zum Holzknechtmuseum. Als wir aussteigen, beginnt es zu schneien, richtig dicke Flocken fallen beruhigend langsam vom Himmel. „Sooo schön“, seufzt Susanne. Von den Standln neben dem Holzknechtmuseum hole ich uns erstmal einen Glühwein, der uns wohlig wärmt. Neben uns stehen Vater und Mutter mit ihren drei Kindern. Rote Wangen zieren ihr Gesicht, das Kleinste beißt herzhaft in eine Bosna. Wir genießen die Stille. Ich ruhe beim Anblick des bedächtigen Treibens und der vielen freudig erwartungsvollen Gesichter. Die Stimmung steckt mich an. Unseren Sitzplatz finden wir in der zweiten Reihe. Für die Sitzschalen auf der Tribüne haben wir kuschelige Wolldecken mitgenommen, in die wir uns genüsslich einwickeln. „Gleich geht´s los!“, sage ich gespannt. „Ich bin neugierig, wie das Stück dieses Jahr inszeniert wird“, meint Susanne. Die Weihnachtsgeschichte ist nämlich alle drei Jahre die gleiche, nur das Setting ändert sich: Vor, nach und während der Weltkriege oder in der Biedermeier-Epoche gingen Josef und Maria in Ruhpolding auf Herbergssuche. Über 100 Laienschauspieler des Trachtenvereins „D'Miesenbacher“ und der Heimatbühne Ruhpolding beginnen ihre Proben dafür jedes Jahr schon im August.

Das Krippenspiel und die eine Botschaft


Es ist beeindruckend leise, alle warten gespannt. Plötzlich. Eine Pferdekutsche zieht auf die Bühne. Schnauben und Stampfen. Maria und Josef machen sich auf den Weg nach Bethlehem zur ersten Volkszählung. In einer anderen Szene huldigen die Heiligen Drei Könige in aufwendigen Kostümen dem neugeborenen Jesuskind – andächtig und von Frieden erfüllt. Musik. Das Dorforchester untermalt das Spiel mit sanften Klängen, die Botschaft ist voller Liebe und unmissverständlich: Zum 2018. Mal jährt sich die Geburt des Heilands Jesu Christi, eine Feier, welche die Herzen der Menschen aller Welt bewegt. Im Bann der Aufführung vergehen fast zwei Stunden wie ein besinnlicher Augenblick, mehr noch: wie der friedlichste Moment auf Erden. Stille. Applaus setzt langsam ein und füllt die Szenerie mit Begeisterung. Drei Mal treten die Schauspieler wieder auf die Bühne. Standing Ovations.

Die Ruhpoldinger Waldweihnacht spielt immer zu einer anderen Zeit, mal vor, mal während, mal nach dem zweiten Weltkrieg

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Jetzt kann Weihnachten kommen


Wir setzen uns und halten noch eine Weile inne. Es dauert, bis sich die Zuschauer wieder zu unterhalten beginnen. „Wollen wir zu Fuß zurückgehen?“, schlage ich vor. „Oja!“, erwidert Susanne. Langsam schlendern wir den gefrorenen Fischbach entlang, der Schnee unter unseren Füßen knirscht bei jedem Schritt. Eine Weile noch wirken die Eindrücke des Stücks nach, auch die von vor langer Zeit kehren wieder: „Kannst du dich noch erinnern, als die Heiligen Drei Könige bei der Ruhpoldinger Waldweihnacht auf Kamelen zur Krippe geritten sind?“, frage ich. „Klar!“, denkt Susanne lächelnd zurück. Die Organisatoren haben seit den 80ern viel geschaffen, denn angefangen hat alles mit einem kleinen Krippenspiel: „Früher hatten sie Baustrahler als Beleuchtung und keinen Ton, alles andere als professionell, aber mit tiefster Hingabe“, sage ich. „Heute ist das Stück in ganz Bayern erfolgreich und angesehen, aber immer noch voller Leidenschaft.“ Wir stapfen gemütlich weiter und kommen in unserem Hotel an. In der Zirbenstube gönnen wir uns eine saftige Weihnachtsgans mit Rotkraut und ein Gläschen Rotwein. Natürlich gibt’s einen Chiemgauer Weihnachtsstollen zum Nachtisch. „In ein paar Tagen ist endlich Weihnachten“, freue ich mich und umarme Susanne, die müde nach dem Bett gähnt. Wieder beginnt das Fest des Friedens mit der Waldweihnacht Ruhpolding.

Die Stimmungsvolle Kulisse der Ruhpoldinger Waldweihnacht

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Tipp


Tickets für die Ruhpoldiger Waldweihnacht sind sehr begehrt und rasch ausverkauft – frühzeitiges Reservieren sichert einen Platz. Nehmt euch Wolldecken mit, damit ihr es in den Sitzschalen auf der Tribüne warm habt. Nach dem Krippenspiel lohnt sich eine Übernachtung auf jeden Fall, den schnell weg will hier keiner.

Termine


  • 1.12.2018
  • 8.12.2018
  • 9.12.2018
  • 15.12.2018
  • 16.12.2018
     

Ticketpreise


  • Erwachsene: 43 Euro
  • Kinder bis 12 Jahre: 20 Euro
  • Menschen mit Behinderung: 20 Euro

 

Kontakt und Reservierung

Tickets bitte telefonisch reservieren!
+49 (0) 8663 12 12

Die Weihnachtsgeschichte wird meist Kindern erzählt.

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