In der Region Chiemsee-Chiemgau wird die Tradition noch gelebt.

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Tradition
im Schnee
Wieso die Region Chiemsee-Chiemgau mehr kann als Berge

Auch abseits der Piste gibt es für euch im Chiemgau viel zu tun: Lauft vom Krampus davon, esst einen Weihnachtsstollen, zündet das Paradeisl an, feiert auf Trachtenfesten, amüsiert euch beim Rodeln, feuert die Sportler des Biathlon Weltcups an oder versucht euch im Eisstockschießen.


In kaum einem anderen Bundesland Deutschlands treffen Tradition und Moderne so sehr aufeinander wie in Bayern. Das Alte und das Neue reiben sich im Chiemgau nicht, sondern ergänzen sich und stehen friedlich nebeneinander. Das macht auch den Reiz der Region aus, den Gäste so sehr schätzen. Das glaubt ihr nicht? Lasst euch überzeugen: Bühne frei für meine Highlights der Tradition im Schnee des Chiemgaus.

Die Krampus- und Perchtenläufe, wie hier beim Lichteradvent in Ruhpolding, sind legendär

© Ruhpolding Tourismus GmbH/Andreas Plenk

Er kommt, der Krampus


Ein düsterer Gesell´ ist er. Große, furchterregende Hörner stehen von seinem Kopf ab, scharf und lang sind seine Zähne, lang und spitz seine Klauen, grau und dicht ist sein Fell. Laut klingen seine großen Glocken. Überall im Alpenraum treibt der Krampus oder Percht sein Unwesen. Im Chiemgau gehört das Brauchtum der Krampus- und Perchtenläufe zur Vorweihnachtszeit bis in die Rauhnächte kurz vor Neujahr: Eigentlich soll er böse Geister des Winters austreiben, gerne ist er aber mit dem Nikolaus unterwegs, um Kinder ein wenig zu erschrecken. Kleiner Tipp am Rande: Vor den Perchten schafft ihr es vielleicht wegzulaufen – sie sind aufgrund ihres dichten Fells und der großen Glocken eingeschränkt. Aber Vorsicht: Die Krampusse, die mit dem Nikolaus kommen, sind weniger stark verkleidet und damit sehr agil – hier also lieber Ruhe bewahren.

So schmeckt der Chiemgauer Weihnachtsstollen


Gut. Köstlich. Eine Offenbarung ist er und ein Beruhigungsmittel, falls euch der Krampus zu sehr zugesetzt hat. Zu Weihnachten und zum Chiemgau gehört der Stollen wie der Schweinsbraten zu Bayern. Das mit Puderzucker bedeckte Bauernbrot aus Hefeteig soll angeblich an das gewickelte Christkind erinnern. Die Zutaten: Butter, Milch, Mehl, Eier, Rosinen, Zitronen, Mandeln, Kardamom, Zimt und Rum. Hier findet ihr ein Rezept für den Weihnachtsstollen. Kinder essen ihn in der Vorweihnachtszeit zum Frühstück, am Nachmittag wird er zum Kaffee gereicht und abends kann er schon mal das Abendbrot ersetzen. Wie alle Traditionsgerichte hat auch der Stollen einen geschichtlichen Hintergrund: Die Bewohner der Region wollten ein Gebäck kreieren, das vom Michaelitag im September bis Heiligabend haltbar ist – aber der Stollen wird auch noch im Februar kredenzt. 

Aus Butter, Milch, Mehl, Eier, Rosinen, Zitronen, Mandeln, Kardamom, Zimt und Rum wird der Chiemgauer Weihnachtsstollen.

© Judith Schmidhuber

Traditioneller Trachtenhut - die Einheimischen führen auf der Pfingstroas in Inzell die traditonelle Tracht aus.

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Im Zeichen der Tracht


Was vielerorts zur Modeerscheinung wurde, hat im Chiemgau eine tief verwurzelte Tradition: Dirndln (Alltagskleider), Trachten (Traditionsbekleidung), die bayerische Flechtfrisur und Hüte. Trachten werden zu Dorffesten, in der Kirche und einfach nur so getragen. Sie verraten, aus welcher Region oder aus welchem Dorf ein Träger stammt. Das Trachtenkleid, in den Varianten als Festtracht, Tanztracht und Trauertracht, gibt auch Auskunft darüber, ob die Dame ledig oder verheiratet ist. Kunstvoll geschmückt ist ihr Haupt mit der aufwendig geflochtenen Gretlfrisur (Flechtfrisur), dem Inntaler beziehungsweise Chiemgauer Hut aus schwarzem Filz mit goldenen Quasten, Stickereien oder einem Samtband. Männer seht ihr entweder in forstgrünen Anzügen, in mit Ornamenten verzierten Lederhosen sowie einer Jacke (Joppe) und Strümpfen bis zu den Knien (Wadenstrümpfen). Zu ihnen gehört ein Hut mit Gamsbart, etwas eingedrückt, grün und aus Velours in einigen Spielarten. Ihr seht schon, Trachten sind für die Menschen im Chiemgau keine Mode, sondern Teil ihrer Brauchtumspflege und Zeichen ihrer Heimatverbundenheit.

Adventkranz auf bayerisch: Paradeisl


Die Geschichte des Paradeisls geht zurück bis ins Mittelalter, der Name stammt vermutlich vom Wort Paradies. Der Kranz in Form einer Dreieckspyramide mit vier Kerzen steht für den Baum der Erkenntnis, stammt aus Bayern und ist sogar älter als der aus Norddeutschland stammende Adventkranz – allerdings ist der Sinn der Gleiche: Die Einheimischen besinnen sich damit auf Weihnachten und entfachen jeden Sonntag eine Kerze. Jene auf der Spitze der Pyramide ist dem Heiligen Abend vorbehalten. Fast in jeder Chiemgauer Familie gehört das Paradeislbinden zur Tradition. Kaufen könnt ihr den Kranz auf den meisten Bauern- und Adventmärkten.

Paradeisl: Der Kranz in Form einer Dreieckspyramide mit vier Kerzen steht für den Baum der Erkenntnis.

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Rodeln in der Region Chiemsee-Chiemgau ist immer ein Riesenspaß!

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Eins, zwei, drei, Rodeln


Ob Rodeln etwas mit Tradition zu tun hat? Bestimmt. Früher haben Bauern mit großen Schlitten Heu und Baumstämme ins Tal gefahren. Heute ist Rodeln ein Spaß für kleine Kinder auf den Rodelhängen im Chiemgau und für etwas größere Kinder auf sicheren Rodelbahnen. Neun Naturrodelbahnen machen bei genügend Fahrtwind rote Wangen und Hunger nach einem langen Aufstieg zu Fuß. Gut, dass eine bayerische Brotzeit mit Speck, Obatzda und Hartwurst schnell für Abhilfe sorgt. „An guadn!“ – „Mahlzeit“ auf bairisch. 

Biathlon Weltcup – seit 1979


Der Kombinationssport aus Skilanglauf und Schießen ist nun seit 40 Jahren im Chiemgau verankert. Begonnen hat alles 1970 am Mauerhals, ein Hügel am Unternberg. Ruhpolding wurde erstmals 1970 zum Austragungsort jener Veranstaltung, die bis heute bekannt ist: Damals sind 83 Sportler aus 23 Ländern angetreten. Im Januar 2018 zählte die Chiemgau Arena 90.000 Zuschauer, 1.400 freiwillige Helfer, knapp 700 Athleten aus 33 Ländern und 250 Medienvertreter. Das ganze Dorf verfällt mit dem Biathlon Weltcup Jahr für Jahr dem Biathlon-Fieber. Zimmer werden bereits jetzt für 2020 angefragt. Veranstaltungszeitraum: 15. bis 20. Januar 2019. Better be there!

Vor allem beim Massenstart kommt es zu packenden Verfolgungsjagden. Oft entscheidet ein Fotofinish über Sieg oder Niederlage

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Eisstockschießen auf dem Naturbadesee in Inzell

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Eisstockschießen – im Zeichen von Stock und Daube


Es braucht nicht viel: kräftige Minusgrade, eine Eisfläche, ein paar gesellige Menschen, einen Eisstock und eine Daube – ein Holzwürfel, auf den es alle abgesehen haben. Ziel ist es, seinen Eisstock so nah wie möglich an die Daube zu schieben – oder andere Eisstöcke weiter weg. Alt und Jung huldigen im Chiemgau einem alten Brauchtum, das sich längst zu einem Freizeit- und Leistungssport entwickelt hat. Einst waren die Eisstöcke noch aus Holz, heute werden sie aus Glasfaser, Kunststoff sowie Stahl gefertigt und zwar vom Chiemseer Eisstockmacher Ludwig Baumgartner. Nach den fanatischen Sportlern braucht ihr nicht lang zu suchen: Sie tummeln sich zum Beispiel am Chiemsee und auch auf kleinen Bächen. Ganz Passionierte legen ihre Eisbahnen schon mal selbst an: ein Wasserschlauch und etwas Geduld genügen. Probieren könnt ihr das eisige Vergnügen in der Max Aicher Arena in Inzell oder in der Eishalle Ruhpolding.

Mein Resümee


Die Krampus- und Perchtenumzüge solltet ihr auf jeden Fall gesehen haben. So etwas gibt’s nicht überall auf der Welt. Den Weihnachtsstollen esst ihr den ganzen Winter hindurch oder am besten bei Kerzenlicht eines Paradeisels. Trachtenträger seht ihr bei Festen und an Wochenenden. Kaufen könnt ihr die Traditionskleidung in einigen der Trachtengeschäfte des Chiemgaus. Versucht euch auch mal mit ein paar Schüben beim Eisstockschießen. Wer lieber zusieht und andere sporteln lässt, schaut sich den Biathlon Weltcup an. Langweilig wird euch im Chiemgau mit der Tradition im Schnee sicher nicht. Hier findet ihr weitere Geschichten aus dem Chiemgau.

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