SMASH (Smart Attraction System for Human Potential) ist ein Programm zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität. Franziska Danner hat das aus EU-Mitteln geförderte Projekt zwei Jahre lang für die Chiemgau GmbH geleitet. Beteiligt waren auch die Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice sowie Innovation Salzburg, die Innovations- und Standortagentur für Salzburg. Gemeinsam betreute das Team aus allen drei Regionen fast 50 Unternehmen. Zum Projektabschluss berichtet Franziska Danner über das Beste aus drei Jahren SMASH.
Was sind die größten Learnings aus SMASH?
Franziska Danner: “Arbeitgeberattraktivität - also attraktiv zu sein für aktuelle und zukünftige Mitarbeitende - ist einer der größten Hebel bei der Mitarbeitersuche und -bindung. Um die zu steigern, hilft oftmals eine neutrale Perspektive, um sich selbst, oder vielmehr das eigene Unternehmen besser einschätzen zu können. Dann kann man mit kleinen Maßnahmen große Wirkung zu erzielen. Und: Sich mit anderen, die vielleicht die gleichen Herausforderungen haben, auszutauschen ist hier ein wichtiger Baustein. Zu sehen, wie sich die Unternehmen branchen- und größenübergreifend bei unseren Veranstaltungen ausgetauscht haben, war wirklich inspirierend.”
Was waren die größten Hindernisse?
Danner: “Zeit-, Geld- und Fachkräftemangel bei den Unternehmen. Ein gutes Umfeld für Mitarbeitende zu schaffen ist dem Großteil der Unternehmer ein großes Anliegen. Meist sind es jedoch die Ressourcen, an denen es mangelt oder ein Plan, wie man es schaffen kann.”
Worüber hat sich das Team am meisten gefreut?
Danner: “Echte Highlights waren, wenn ein Unternehmen Stellen besetzen konnte, die lange offen waren. Schön war es auch, wenn sich Unternehmen durch pragmatische Maßnahmen wie eine Checkliste etwas Luft zum Denken verschaffen konnten. In unseren Augen ist es ein großer Erfolg des Projekts, dass neben den teilnehmenden Unternehmen ein Netzwerk von mehr als 200 Unternehmen sowie Expertinnen und Experten entstanden ist.”
Welche Rückmeldungen gab es aus den Unternehmen, die das Programm durchlaufen haben?
Danner: “Die Rückmeldungen der Unternehmen waren sehr vielfältig. Einige konnten am meisten Nutzen aus dem Arbeitgeber-Check, der “Spiegelung der Arbeitgeberattraktivität”, ziehen. Viele andere haben erfolgreich neue Ideen im Unternehmen umgesetzt und konnten dadurch auch eine messbare Steigerung ihrer Attraktivität erzielen. Wieder andere fanden unseren Vernetzungsgedanken und die Workshops am besten, weil sie sich hier im Austausch mit anderen Unternehmen neues, sowohl formelles als auch informelles Wissen aneignen konnten.”
Wie viele Betriebe haben mitgemacht?
Danner: “Wir haben insgesamt 47 Unternehmen im Rahmen unserer Testungsphasen betreut. Davon waren 18 im Landkreis Traunstein, im Berchtesgadener Land 17 und im Raum Salzburg 12. Wir erhalten immer noch Anfragen von Unternehmen, die an dem Projekt teilnehmen möchten. Die gute Nachricht ist: Obwohl die Förderung in diesem Jahr ausläuft, können wir noch Bewerbungen annehmen."
Hat das SMASH-Angebot für alle gepasst oder gab es auch Betriebe, die nicht geeignet waren?
Danner: Betriebe eignen sich dann für SMASH, wenn die Ansprechpartner bereit sind für ein wenig Veränderung oder dafür, Probleme klar aufzuzeigen. Da gab es nur wenige, die dazu nicht bereit waren. Darüber hinaus: Es gab einige Betriebe, für die es ausreichte, nur einen Teil in Anspruch zu nehmen, also etwa sich über das Projekt in ihrer Arbeitgeberattraktivität spiegeln zu lassen. Der Großteil wollte aber mehr und hat mit uns über mehrere Monate hinweg Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität getestet und auch regelmäßig an unseren Veranstaltungen teilgenommen. Sehr beliebt war und ist ein Format, das wir “Zammsitz'n” genannt haben. Dazu luden wir Expertinnen und Experten aus den Bereichen HR, Öffentlichkeitsarbeit, New Work und Transformationsthemen ein. Den Impulsreferaten folgte immer ein produktiver Austausch der Teilnehmenden."
Welches Wissen aus SMASH fließt auch in das Nachfolgeprojekt “Potenzialentdecker”?
Danner: “Dass es sich lohnt, dran zu bleiben, sowohl für die Unternehmen, als auch für uns als Chiemgau GmbH. Wir können in diesem Bereich wirklich etwas bewegen. Das ist nicht nur ein Gewinn für die Betriebe, sondern auch für die Zukunftssicherheit der Wirtschaftsregion.”
Wenn die Förderung bald ausläuft - was bleibt von SMASH?
Danner: “Die sogenannte SMASH-Box wird nach der Projektlaufzeit weiterhin zur Verfügung stehen. Die SMASH-Box - das sind unsere getesteten und entwickelten Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung sowie der Arbeitgeber-Check.”
Gibt es einen einfachen Tipp für Unternehmen? Schnell umsetzbar und wirkungsvoll?
Danner: “Keine Angst vor Veränderung haben - nur wer mutig ist, kommt auch voran.”
Franziska Danner arbeitet seit 2022 bei der Chiemgau GmbH und übernahm 2024 die Leitung von SMASH. Die 27-Jährige hat einen Master in International Economics mit Schwerpunkt Entwicklungsökonomie und Sozialpolitik. Vor wenigen Wochen startete das Nachfolgeprojekt “Potenzialentdecker”, in das viele der Ergebnisse aus SMASH einfließen werden. Ein weiteres Nachfolgeprojekt, “SMASH goes international”, startet im Oktober.