Mehr als 700.000 Euro Regionalförderung überwies die Bayerische Staatsregierung im Jahr 2025 an Chiemgauer Unternehmen. Das Geld floss als direkte Förderung in Sanierungen, Erweiterungen oder den Ausbau gewerblicher Betriebe. Für Paul Marschner, Projektmanager bei der Chiemgau GmbH, ist das ein gutes Resultat seiner Arbeit. Denn ein Großteil der geförderten Betriebe nahm im Vorfeld seinen Dienst in Anspruch. Seine Klienten erfahren nach Angaben des 35-Jährigen oft auf der Webseite der Chiemgau GmbH oder bei Veranstaltungen von den kostenlosen Angeboten für die heimische Wirtschaft. Im Anschluss melden sie sich bei ihm. In einem ausführlichen Erstgespräch lässt Marschner sich das Bauvorhaben schildern und prüft die Fördermöglichkeiten. Im Fall der Regionalförderung folgen ein Gespräch mit der Regierung von Oberbayern sowie der Förderantrag, bei dem der 35-Jährige seine Klienten ebenfalls unterstützt. Nach Bewilligung des Antrags schießt der Staat bis zu zehn Prozent der Gesamtkosten als nicht rückzahlungspflichtigen Investitionszuschuss zu. 

Tourismus mehr als die Hälfte 
Zwei Dinge haben sich in den letzten Jahren entscheidend verändert, sagt Marschner: “Die Beratungsgespräche mit der Regierung von Oberbayern können mittlerweile online geführt werden. Das bedeutet für alle Beteiligten eine große Zeitersparnis.” Die andere große Veränderung sei der Anteil der touristischen Betriebe in seinen Erstgesprächen. Rund 60 Prozent der Ratsuchenden kämen aus dem Tourismus. Noch vor zehn Jahren, das könne er in den Statistiken seines Vorgängers nachlesen, war Tourismus “kaum ein Thema”. Ein größeres touristisches Projekt des vergangenen Jahres war der Umbau des im bekannten Gasthofs “Alpenhof” auf dem Westerbuchberg bei Übersee. “Ein besonderes Projekt, weil es nicht nur ein touristisches Vorzeigehaus ist, sondern auch eine sehr junge Eigentümerin”, berichtet der studierte Sozial- und Bevölkerungsgeograf. 

Förderungen vorab beantragen
Rund 60 Erstgespräche führte Marschner in 2025. “Viele Gespräche münden in finanzielle Unterstützung eines Projekts", sagt er. “Man muss nur das richtige Förderprogramm finden. In vielen Fällen sind wir die erste Anlaufstelle und können erfolgreich Wege aufzeigen, um die Investitionen etwas abzufedern.” An Fördermöglichkeiten fehlt es nicht - nach seinen Angaben gibt es (in Deutschland? Bayern? EU?) insgesamt rund 3.000 Förderprogramme. Seine Erfahrung zeige jedoch, dass es sich “meistens um die gängigsten 20 Programme” dreht. Dazu gehören neben der Regionalförderung unter anderem der Bayerische Transformationsfonds, der Innovationsgutschein oder der Digitalbonus Bayern. “Wer eine Investitionen in sein Unternehmen plant, sollte unbedingt bedenken, dass Förderungen vorab bewilligt werden müssen”, betont Marschner. Ein erster Überblick über die Fördermöglichkeiten steht im Internet unter chiemgau-wirtschaft.de/foerderungen. Wer ein Gespräch vereinbaren möchte, kann sich per E-Mail an paul.marschner@chiemgau.bayern wenden.